Artikel15. Mai 2019

Cannes 2019: Tarantinos «Once Upon a Time... in Hollywood» feiert an der Croisette Premiere

Cannes 2019: Tarantinos «Once Upon a Time... in Hollywood» feiert an der Croisette Premiere
© Sony Pictures Switzerland

Seit dem 14. Mai herrscht an der Croisette wieder reges Treiben, wenn die Stars und Filmemacher in der französischen Stadt am Mittelmeer ihre neusten Werke dem Weltpublikum vorstellen. Bei uns gibt's während den Internationalen Filmfestspielen von Cannes laufend die neuesten Kritiken zu den Filmen im Wettbewerb und ausser Konkurrenz.

«Once Upon a Time... in Hollywood» | Wettbewerb

Filmkritik von Patrick Heidmann aus Cannes

Es ist nicht so, dass «Once Upon a Time... in Hollywood» nicht einiges zu bieten hätte: tolle Schauspieler bis in die kleinsten Rollen und allerlei clevere, vielleicht sogar unvergessliche Momente. Auch als nostalgisch-coole Hommage an das Los Angeles der Sechzigerjahre und die von Quentin Tarantino so verehrten Western-Serien und –Filme funktioniert er bestens. Doch die mehr als zweieinhalb Stunden bis zum blutig-märchenhaften Finale, das die der Geschichte innewohnenden realen Ereignisse aussen vor lässt, vergehen trotzdem hin und wieder etwas zäh, weil die Geschichte im Ganzen ein wenig flach bleibt.

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«Sorry We Missed You» | Wettbewerb

© IMDB

Kritik von Patrick Heidmann aus Cannes

Einmal mehr widmet sich Ken Loach, dem in Sachen Sozialrealismus im europäischen Kino niemand das Wasser reicht, in «Sorry We Missed You» der bitteren Alltagsrealität seiner Arbeiterklasse-Protagonisten. Unerwartet oder subtil geht er in seiner Gesellschafts- und Kapitalismuskritik dabei nicht vor, doch nicht zuletzt dank starker Schauspielerleistungen entwickelt seine Geschichte einmal mehr eine bemerkenswerte Dringlichkeit.

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«Rocketman» | Ausser Konkurenz

Filmkritik von Patrick Heidmann aus Cannes

Nach dem vom Publikum zwar sehr, von der Kritik eher wenig geliebten «Bohemian Rhapsody» waren die Erwartungen an «Rocketman» nicht allzu gross. Doch die Weltpremiere beim Festival in Cannes (wo der Film von Dexter Fletcher ausser Konkurrenz lief) erwies sich als voller Erfolg. Schlüssel zum Erfolg ist dabei nicht nur ein enorm überzeugender Taron Egerton in der Hauptrolle, sondern vor allem die Tatsache, dass die Lebensgeschichte von Elton John nicht als konventionelles, bierernstes Biopic daherkommt, sondern sich als waschechtes Musical entpuppt, in dem die Hits des Briten elementarer Bestandteil der Handlung sind.

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«Dolor y Gloria» | Wettbewerb

Filmkritik von Irina Blum

Pedro Almodóvar verarbeitet in seinem 21. Film sein Künstlerleben: In vielen Zeitsprüngen erzählt er die Geschichte eines in die Jahre gekommenen Regisseurs (gespielt von Antonio Banderas), der – ausgelöst durch die Einladung an eine Retrospektive seines erfolgreichsten Films – gezwungen ist, sich mit seiner von Leidenschaft, Trauer und Holpersteinen geprägten Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das autobiografische Drama hat etwas Mühe, in die Gänge zu kommen, entwickelt sich dann aber zu einem äusserst persönlichen Film, der – trotz viel Schmerz und weniger Herrlichkeit – eine wunderschöne Liebeserklärung an das Kino ist und sich folglich wohl vor allem an Fans des spanischen Kult-Regisseurs richtet.

«The Dead Don't Die» | Eröffnungsfilm

Filmkritik von Patrick Heidmann aus Cannes

«The Dead Don't Die», Jim Jarmuschs bereits achter Film im Wettbewerb von Cannes, ist ein waschechter Zombiefilm, aber auch eine für ihn typische Arbeit: lakonisch und ruhig, voll schräger Momente und mit prominentem Ensemble (unter anderem Adam Driver, Bill Murray und Tilda Swinton in einer wieder einmal famosen Rolle). Die auf Genre-Grossmeister George Romero verweisende antikapitalistische Botschaft gerät ihm allerdings arg unsubtil, weswegen er mit der philosophischen Komplexität, die in Filmen wie «Ghost Dog» oder «Only Lovers Left Alive» steckt, dieses Mal nicht mithalten kann.

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