Everybody Knows Frankreich, Italien, Spanien 2018 – 130min.

Everybody Knows

Filmkritik

Familienbande

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Zum ersten Mal hat Asghar Farhadi, zweifacher Oscar-Gewinner aus dem Iran, einen Film auf Spanisch gedreht und eröffnete damit nun erstmals das Filmfestival in Cannes, wo auch schon seine letzten beiden Filme Le passé und The Salesman ihre Weltpremiere feierten.

In Everybody Knows erzählt er von Laura (Penélope Cruz), die anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester in ihr Heimatdorf in Spanien zurückkehrt und dort auch ihre Jugendliebe Paco (Javier Bardem) wieder trifft. Was als ausgelassene Familienfeier beginnt, nimmt eine dunkle Wendung, als Lauras Teenager-Tochter entführt wird. In einer Mischung aus Melodrama und Thriller bewegt sich Farhadi dabei thematisch auf bewährten Pfaden: Er erzählt einmal mehr von komplizierter Familien-Dynamik, sozialen Unterschieden, schwerwiegenden Geheimnissen, die auch nach vielen Jahren noch ebensolche Folgen haben, und der Korrumpierbarkeit durch Geld.

Allerdings schürft er dabei weniger tief als in Meisterwerken wie Nader und Simin – Eine Trennung, verlässt sich ein wenig zu sehr auf allzu offensichtliche Drehbuch-Kniffe und kann sich einem allzu touristisch-folkloristischen Blick auf Spanien nicht entziehen. Immerhin trösten hervorragende Schauspieler – allen voran Bardem und Nebendarstellerinnen wie Barbara Lennie oder Elvira Mínguez – über einige Schwächen hinweg. Und was Eröffnungsfilme in Cannes angeht, übertrifft Everybody Knows den Vorjahres-Flop Les fantômes d’Ismaël ohnehin um Längen.

13.11.2018

3

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Kommentare

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Barbarum

vor einem Monat

"Todos lo saben", irgendwo angesiedelt zwischen Familiendrama und Thriller, rechtfertigt unerfreulicherweise keinesfalls seine Laufzeit.

Zuletzt geändert vor einem Monat


selinaburri

vor 3 Monaten

Spannend, berührend!


nick74

vor 3 Monaten

Hat mir auch gut gefallen, Anfang fand ich nicht zu lang


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