After Passion USA 2018

After Passion

Filmkritik

Was kommt nach der Leidenschaft?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Seinen Ursprung hatte After Passion als Fan-Fiction, in der die Autorin Anna Todd den One Direction-Sänger Harry Styles in den Mittelpunkt rückte. Auf der Fan-Fiction-Website Wattpad wurde ihre Geschichte zum Bestseller, als sie noch gar keinen Titel dafür hatte – und auch nicht wusste, wie sie enden sollte. Bei Wattpad roch man das grosse Geld und bereitete zusammen mit Todd alles für eine Buchveröffentlichung vor, bei der aus Harry Styles natürlich ein anderer werden musste. Insgesamt wurden es fünf Romane, die Verfilmung des ersten kommt nun in die Kinos.

Für Tessa (Josephine Langford) beginnt ein neues Leben, als sie aufs College geht. Ihren High-School-Freund muss sie zurücklassen, und auch die Trennung von ihrer Mutter fällt ihr schwer. Über ihre Zimmergenossin lernt sie den Briten Hardin (Hero Fiennes Tiffin) kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt, auch wenn sie das erst nicht zugeben will. Auch Hardin ist von ihr wie verzaubert, das Paar muss sich aber einigen Widrigkeiten stellen – und am Ende wartet eine noch grössere Herausforderung auf die beiden, weil die Vergangenheit sie einzuholen droht. Kann es unter diesen Umständen für Tessa und Hardin überhaupt eine Zukunft geben?

Es ist schwer zu sagen, wieso Todds Geschichte den Nerv ihrer Leser so sehr traf. Vielleicht, weil sie das Erblühen der ersten Liebe recht authentisch erzählt. Vielleicht aber auch, weil die Zeit einfach wieder reif war. Das gilt nun auch für den Film, denn seit der Twilight-Reihe gab es nicht mehr so schönen Teenie-Herzschmerz im Kino – zumindest dann, wenn man der Zielgruppe zuzurechnen ist. Denn After Passion ist zwar technisch solide gemacht – von der Szene abgesehen, als Noah von Tessas neuem Freund erfährt –, inhaltlich aber sehr, sehr mager. Soll heissen: Solche Teenie-Romanzen hat man im Lauf der Jahrzehnte einige gesehen. Ein älteres Publikum wird sich damit also kaum umgarnen lassen, aber das ist sicherlich auch nicht das Ziel der Filmemacher gewesen. Hier schielt man auf die Teens und Twens, die selbst mittendrin in den Erlebniswelten der Figuren stecken.

Mitunter muss man aber schon den Kopf schütteln, wie simpel die Dramatik gestaltet ist. Denn die grosse Überraschung am Ende, die das ach so schöne Liebespaar entzweien soll, ist im Grunde heisse Luft. Die Abgeklärteren unter den Zuschauern werden hier unweigerlich schmunzeln müssen. Was bleibt, ist solide gemachte Teenie-Unterhaltung mit sympathischen Akteuren, die absolut zielgruppenaffin ist, ansonsten aber niemanden abholt. Bei einem erfolgreichen Kinostart wird es dann wohl noch vier weitere Filme geben. Ob nach After Passion dann auch «After Taste» kommt?

11.04.2019

2.5

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Kommentare

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lilih

vor 10 Tagen

Die Schauspieler sind super ausgewählt, natürlich ist es nicht das gleiche wie im Buch, aber sie haben es sehr schön und gut gemacht. Nur Hardin hätte erwas mehr der Badboy sein können wie im Buch, dies wäre auch sehr git machbar gewesen. Top Film😍


Arina

vor 13 Tagen

Größe Enttäuschung.
Ich habe das Buch gelesen und ich liebe es. Ich hab es in 2 Tage durchgelesen und hab mich so sehr auf den Film gefreut. Heute war es endlich so weit.
Ich bin mehr als nur enttäuscht. Alles im Film verlief so schnell. Im Buch wird die Handlung von einem halben Jahr beschrieben. Hier hat sich das ganze wie 2 Tage angefühlt. Nichts hatte einen Zusammenhang. Dir ganze wirkliche Handlung, die Kleinigkeiten, die das Buch besonders gemacht haben würden ausgelassen. Ich dachte sogar, dass es wirklich einen schnittfehler gab. Nach 5 min haben sich die beiden geküsst und nach einer halben Stunde lebten sie Zuhause. Meine Freundin hatte das Buch nicht gelesen und hat die Handlung nicht verstanden. Alles wichtige wurde rausgelassem. Zudem war die kamera Führung miserabel. Immer hat man die Personen nur von nah gesehen. Die Nebendarsteller im Film wurden teilweise gar nicht gezeigt. Auch das Ende war gefühlslos, da nichts zusammengefasst hat. Ich konnte 3igentkivh nur darüber lachen. Aus einem qualitativ hochwertigem Buch wurde ein schlecht gedrehter Kinderfilm, der ein einziges Klischee beschreibt.
Ich bin mehr als nur enttäuscht und würde keinem über 12 den Film entfehlen.

Für die, die das Buch gelesen haben.
Die ganze Geschichte mit dem Verbindungshaus würde weggelassen.
Die Albträume kamen auch nicht drinne vor.
Sie hat die Eltern auf der Hochzeit kennengelernt, aber hat kaum mit ihnen geredet. Mehr würden sie auch nicht gezeigt.
Bei der Party mit Jace war plötzlich Noah mitdabei.
Nach 10 min des Film haben sie sich schon getrennt, obwohl er so gut wie nichts von Hardin und Tessa mitgekriegt hat.
Keine Gefühle, keine Liebe und kein Zusammenhang oder Übergänge.

Der Trailer ist sehr gut geworden, weil dort schon alle guten Stellen gezeigt wurden.
Mehr seht ihr nicht im FilmMehr anzeigen

lilih

vor 10 Tagen

Ich weiss ja nicht, aber Anna Todd, war jeden Tag am Set. Sie hat auch gesagt das es nicht gleich wird, weil manchmal ist etwas im Buch romantisch und im darstellen nicht. Man kann auch ein Buch was über 200 Seiten hat nicht in 1 1/2 h film packen. Das geht einfach nicht. Es war auch bei Twilight genauso. Das Buch ist sehr gut und geht über Monate. Im Film kennen sie sich gefühlt 5 min, und Bella sagt schon das Sie Edward liebt. Buch und Film ist nie das selbe.Mehr anzeigen


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