After Passion USA 2018 – 106min.

After Passion

Filmkritik

Was kommt nach der Leidenschaft?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Seinen Ursprung hatte After Passion als Fan-Fiction, in der die Autorin Anna Todd den One Direction-Sänger Harry Styles in den Mittelpunkt rückte. Auf der Fan-Fiction-Website Wattpad wurde ihre Geschichte zum Bestseller, als sie noch gar keinen Titel dafür hatte – und auch nicht wusste, wie sie enden sollte. Bei Wattpad roch man das grosse Geld und bereitete zusammen mit Todd alles für eine Buchveröffentlichung vor, bei der aus Harry Styles natürlich ein anderer werden musste. Insgesamt wurden es fünf Romane, die Verfilmung des ersten kommt nun in die Kinos.

Für Tessa (Josephine Langford) beginnt ein neues Leben, als sie aufs College geht. Ihren High-School-Freund muss sie zurücklassen, und auch die Trennung von ihrer Mutter fällt ihr schwer. Über ihre Zimmergenossin lernt sie den Briten Hardin (Hero Fiennes Tiffin) kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt, auch wenn sie das erst nicht zugeben will. Auch Hardin ist von ihr wie verzaubert, das Paar muss sich aber einigen Widrigkeiten stellen – und am Ende wartet eine noch grössere Herausforderung auf die beiden, weil die Vergangenheit sie einzuholen droht. Kann es unter diesen Umständen für Tessa und Hardin überhaupt eine Zukunft geben?

Es ist schwer zu sagen, wieso Todds Geschichte den Nerv ihrer Leser so sehr traf. Vielleicht, weil sie das Erblühen der ersten Liebe recht authentisch erzählt. Vielleicht aber auch, weil die Zeit einfach wieder reif war. Das gilt nun auch für den Film, denn seit der Twilight-Reihe gab es nicht mehr so schönen Teenie-Herzschmerz im Kino – zumindest dann, wenn man der Zielgruppe zuzurechnen ist. Denn After Passion ist zwar technisch solide gemacht – von der Szene abgesehen, als Noah von Tessas neuem Freund erfährt –, inhaltlich aber sehr, sehr mager. Soll heissen: Solche Teenie-Romanzen hat man im Lauf der Jahrzehnte einige gesehen. Ein älteres Publikum wird sich damit also kaum umgarnen lassen, aber das ist sicherlich auch nicht das Ziel der Filmemacher gewesen. Hier schielt man auf die Teens und Twens, die selbst mittendrin in den Erlebniswelten der Figuren stecken.

Mitunter muss man aber schon den Kopf schütteln, wie simpel die Dramatik gestaltet ist. Denn die grosse Überraschung am Ende, die das ach so schöne Liebespaar entzweien soll, ist im Grunde heisse Luft. Die Abgeklärteren unter den Zuschauern werden hier unweigerlich schmunzeln müssen. Was bleibt, ist solide gemachte Teenie-Unterhaltung mit sympathischen Akteuren, die absolut zielgruppenaffin ist, ansonsten aber niemanden abholt. Bei einem erfolgreichen Kinostart wird es dann wohl noch vier weitere Filme geben. Ob nach After Passion dann auch «After Taste» kommt?

11.04.2019

2.5

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Kommentare

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Lau

vor 6 Monaten

Ich fand denn film grossartig. Zwar das ende ist ein bisschen dumm. Aber ich hoffe es kommt ein zweiten film. Hardin ist perfekt. Tessa auch. Nur molly hasse ich immernoch😂aber sonst👍🏼


Berufsromantiker

vor 6 Monaten

Okay, die Story ist einfach und ohne intellektuellen Tiefgang. Ich wollte eine Romantik Schmonzette und bekam sie. Und die Hauptdarstellerin ist haargenau mein Fall. Was also noch?


Microchiro

vor 6 Monaten

Der rein auf Klischees aufgebaute Film ist unglaublich lamgatmig, wortkarg und besteht zu min. 50% aus Nahaufnamen von ihrem Gesicht. Wer's mag..... Mein Fall ist es definiti nicht!


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