A Quiet Place USA 2018 – 95min.

A Quiet Place

Filmkritik

In der Ruhe liegt die Kraft

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Für ein packendes Thriller-Erlebnis braucht es nicht mehr als eine griffige Prämisse, eine Handvoll Figuren und ein cleveres Spiel mit der Ton-Ebene. Wer daran zweifelt, sollte sich dringend John Krasinskis Endzeitschocker «A Quiet Place» anschauen, der eine durchgehend an den Nerven zehrende Atmosphäre heraufbeschwört.

In einer nahen Zukunft wurde die Erde von blutrünstigen Kreaturen heimgesucht, deren grausame Attacken die Zivilisation zum Einsturz gebracht haben. Da die blinden Geschöpfe ein übernatürlich ausgeprägtes Gehör besitzen, überleben nur diejenigen, denen es gelingt, mucksmäuschenstill zu sein. Familie Abbott – bestehend aus Mutter Evelyn (Emily Blunt), ihrem Ehemann Lee (Regisseur Krasinski, der im wahren Leben ebenfalls Blunts Gatte ist) und den Kindern Regan (Millicent Simmonds) und Marcus (Noah Jupe) – führt ein karges, lautloses Dasein im Nirgendwo und lebt in ständiger Angst vor einem Angriff der aggressiven Invasoren. Dass Evelyn hochschwanger ist, macht die angespannte Lage der kleinen Gemeinschaft nicht gerade einfacher. Immerhin ist ein Baby in einer Welt, in der jedes noch so kleine Geräusch den Tod bedeuten kann, eine akutes Risiko.

Schon die simple, aber originelle Grundidee macht A Quiet Place zu einer Besonderheit im oftmals lauten und überdrehten Horrorfilmbereich. Bis auf ein paar dahingeflüsterte Sätze fällt hier kein Wort. Stattdessen kommunizieren die Protagonisten in der Gebärdensprache, was der gehörlosen Regan – auch Darstellerin Millicent Simmonds ist taub – entgegenkommt. Bereits zu Anfang kreiert Krasinski in seiner dritten abendfüllenden Regiearbeit ein beklemmendes, von permanenter Gefahr durchdrungenes Endzeitklima, wobei er die Hintergründe der Apokalypse bewusst nicht näher erläutert.

Durch ein geschicktes Spiel mit der Tonspur versetzt der Survival-Thriller den Zuschauer in einen permanenten Unruhezustand und schafft es, die Spannung konstant aufrechtzuerhalten. Ruhige Passagen wechseln sich mit hektischen Momenten ab, die häufig von Marco Beltramis bedrohlich pulsierender Musik begleitet werden. Anders als viele ähnlich gelagerte Werke lässt sich A Quiet Place ausreichend Zeit, um seine Figuren mit all ihren Sorgen und Frustrationen vorzustellen und ihren bedrückenden Alltag samt ausgeklügelten Überlebensstrategien zu skizzieren. Eine Beziehung zu den Abbotts baut man auch deshalb auf, weil die Darsteller eine keineswegs genreübliche Intensität an den Tag legen. Dass Krasinski an einigen Stellen auf handelsübliche Schockeffekte zurückgreift und das Ende etwas zu pathetisch werden lässt, schadet seinem fesselnden Schocker nicht, der im Übrigen mit einem starken Monsterdesign punkten kann.

06.04.2018

4

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Kommentare

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Barbarum

vor 2 Tagen

Damit dieser Horror vorankommt, müssen sich allzu viele Figuren allzu oft allzu unlogisch verhalten.


oscon

vor einem Monat

Horror um eine Familie, welche nach einer ausserirdischen (?) Invasion schweigend ums Überleben kämpfen muss.
Die geniale Grundidee des geräuschlosen Zusammenlebens im New Yorker Hinterland macht den Film aus:
So traut sich selbst der Kinobesucher in den nervernaufreibensten Szenen des Films nicht, auch nur ein leises Geräusch im Saal zu machen...
Der Cast ist klein, aber fein mit Emily Blunt und Ihrem Ehemann John Krasinski (auch Regie und Drehbuch) besetzt.
Das Creature Design ist spannend; einziger Schwachpunkt bildet die (angesichts der Lärmempfindlichkeit logische) "Auflösung" wie die Monster zu bekämpfen sind. Sehenswert!Mehr anzeigen


Zion

vor 2 Monaten

3.5 Sterne wären eigentlich genau richtig gewesen, ist aber leider nicht möglich deshalb eher 3 als 4 Sterne.

War eigentlich ein toller Film mit super Schauspieler und mega geiler Atmosphäre aber irgendwie war er mir dann mit 1h 30min trotzdem irgendwie zu kurz und in der ersten Hälfte passiert irgendwie gar nichts dafür war dann die zweite Hälfte aber extrem Spannend.


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