A Star Is Born USA 2018 – 135min.

A Star Is Born

Filmkritik

Neuer Stern am Firmament

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Mit diesem frischen Remake eines altbekannten Themas über die Tücken des Ruhms macht Regisseur Bradley Cooper Lady Gaga zum Star - oder ist es umgekehrt?

Jackson Maine (Bradley Cooper) ist ein Musiker auf dem Höhepunkt seiner Karriere, der seine bluesigen Rockballaden in ausverkauften Stadien für ein Publikum spielt, das alle Worte zu seinen Songs kennt. Der Ruhm füllt jedoch nicht das schwarze Loch in Jacks Seele. Jeden Abend ertränkt er seine Sorgen in einer Schnapsflasche, und als ihm eines Nachts der Alkohol ausgeht, trifft er in einer Drag Queen-Bar die Sängerin Ally (Lady Gaga), die in ihm die Liebe und die Leidenschaft für die Musik wieder erweckt.

Tatsache ist, Lady Gaga ist schon lange ein Star. Diese Rolle als eine zutiefst unsichere Künstlerin wird sie jetzt aber auch als ernst zu nehmende Schauspielerin etablieren. Die Herausforderung bestand darin, aus Ally, die erst durch die Validierung eines Mannes ihr Potential realisiert, eine für heutige Verhältnisse glaubwürdige Figur zu machen. Gaga findet eine gelungene Balance zwischen Allys Unsicherheit, geschürt von ihrem wohlmeinenden Vater (Andrew Dice Clay) und Jacks Sucht, sowie einer Stärke, die ihr die Musik gibt, und macht daraus eine Art gloriosen feministischen Triumph.

Die erste Hälfte des Films ist aufregend. Regisseur Bradley Cooper filmt die Konzert-Szenen mit einer derartigen Unmittelbarkeit, dass wir uns mitten im Geschehen wähnen, umgeben von Roadies, dumpfen Bass-Tönen und dem tosenden Applaus des Publikums. Die Beziehung zwischen Jack und Ally berührt unsere Herzen von Anfang an, und wir wollen daran glauben, dass ihre Liebe Berge versetzen kann. In der zweiten Hälfte allerdings, als Ally ihre eigene Karriere und Unabhängigkeit anstrebt und Jacks Alkoholismus ausser Kontrolle gerät, verheddert sich der Film etwas. Ihr Aufstieg zum Popstar und nicht seine Sucht wird plötzlich als der Feind ihrer Liebe dargestellt. „Warum bin ich nicht genug für dich“, fragt Jack verzweifelt, als er fürchtet, Ally zu verlieren.

A Star Is Born hat das Zeug dazu, ein „Monster“-Hit zu werden – nicht zuletzt, weil es zwischen Gaga und Cooper gehörig knistert. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Schauspieler oft die besten Regisseure abgeben. Der wahre Stern, der hier am Firmament aufgeht, ist der des brandneuen Regisseurs Bradley Cooper.

04.10.2018

4

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Kommentare

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Simon

vor einem Tag

Zu 100% absehbar, vööööllig klischiert, langweilige Story, schon 1000 Mal verfilmt... Ich fands ganz übel. Zudem hat sich der Bradley noch selber eine Heldenrolle auf den eigenen Leib schreiben und spielen dürfen. Das kommt selten gut. Gaga kritisiert im Film den Umgang von Musikmanagern mit Künstlern und ist doch selber Teil der Maschinerie... Chome ned druus...Mehr anzeigen


Travelmichi

vor 3 Tagen

Wow absolut fantastischer Film. Der Sound ist sensationell, musste anschliessend gleich den Soundtrack kaufen.
Wusste gar nicht das Lady Gaga eine solche powervolle Stimme hat und hey auch Bradley Cooper kann singen.
Absolute uneingeschränkte Empfehlung.


hurrliputz1

vor 4 Tagen

Amerikanisches Klischee-Kino, abstrus geschnitten, total langweilig, die einzigen zwei interessanten Szenen waren, die zwei Halbnacktszenen von Bradley Cooper. Nicht empfehlenswert.


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