John Wick: Chapter 3 – Parabellum USA 2019 – 143min.

John Wick: Chapter 3 – Parabellum

Filmkritik

Bereite dich auf Krieg vor

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Keanu Reeves spielt zum dritten Mal John Wick, den Auftragskiller wider Willen, der in Anjelica Houston sowie Halle Berry und deren Hunden neue Verbündete im Kampf um sein Leben findet.

Weil John Wick (Keanu Reeves) im letzten Film auf dem neutralen Grund des Continental Hotel einen seiner unzähligen Feinde umbrachte, erklärt ihn das Gangsterkartell The High Table als „excommunicado“, das heisst die Jagdsaison auf John Wick ist einmal mehr eröffnet. John schickt seinen treuen Gefährten, den Pitbull Dog, in Sicherheit und kämpft gegen unzählige Karrierekiller, welche die 14 Millionen Dollar kassieren wollen, die auf seinen Kopf ausgesetzt sind. Er kriegt Hilfe von zwei Frauen, die ihm beide einen Gefallen schulden. Die Direktorin (Anjelica Huston) ist eine russische Mob-Mutter mit knallharter Ballettschule, die ihm hilft, nach Marokko zu flüchten, wo ihn Sofia (Halle Berry), die das Continental Hotel in Casablanca führt, mit ihren zwei belgischen Schäferhunden im Kampf um sein Leben unterstützt.

„Si vis pacem, para bellum“, flüstert Winston (Ian McShane), der Verwalter des Continental Hotel New York, als er John Wick in eine ungewisse Zukunft schickt. Wer Friede will, bereite sich auf den Krieg vor. Wer hätte gedacht, dass dieses philosophische, lateinische Sprichwort der dritten Folge dieser eher wortkargen Action-Serie zugrunde liegt. John Wick: Chapter 3 - Parabellum geht über die üblichen Rachegelüste hinaus und erforscht einige tiefere psychologische Themen, wie zum Beispiel die Tatsache, weshalb ein Mann, der alles verloren hat, noch immer einen derart starken Lebenswillen hat. Die Direktorin verrät uns einiges über Wicks Abstammung und weshalb aus diesem Mann ein Berufskiller wurde. Aber keine Angst. Eingefleischte John Wick-Fans seien versichert, dass dieser Film seinen Vorgängern in Sachen Action, Spannung und übertriebenen Stunts in nichts nachsteht.

Reeves Stunt-Double aus Speed und der Matrix-Trilogie, Chad Stahelski, führt hier zum dritten Mal Regie. Minutiös choreografierte Schlagabtäusche mit einem serbischen Hünen (Basketballstar Boban Marjanovic) zwischen den dekorativen Bücherregalen der New Yorker Bibliothek wechseln sich zum Beispiel mit Action-Szenen in einem vollen Pferdestall ab, wo die Pferdehufe nur so fliegen. Die eindeutig beste Kampfszene liefert sich Wick jedoch mit Hilfe von Sofia und ihren perfekt trainierten Kampfhunden, deren atemberaubende Dressurarbeit und Vorliebe für die Weichteile von Bösewichten das absolute Highlight des Films darstellen.


Positiv überrascht auch die Tatsache, dass dem inzwischen fast 55 Jahre alten Keanu Reeves keine Jungstars zur Seite gestellt wurden. Alle Hauptdarsteller dieses Films sind über 50, dem Film tut das jedoch überhaupt keinen Abbruch. Reeves Können in Martial-Arts, seine Reflexe und Schnelligkeit im Hiebe Austeilen haben an keinerlei Attraktivität verloren. Halle Berry hat sich im Training zwar drei Rippen gebrochen, aber auf der Leinwand sehen ihre dem brasilianischen Capoeira angelehnten Bewegungen sehr gekonnt aus. Die Oscar-Gewinnerin akzeptierte die Rolle in John Wick: Chapter 3 - Parabellum – wie sie in einem Interview sagte – um gegen die Vorurteile über das Altern anzukämpfen. Ziel erreicht, Halle!

21.05.2019

4

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Kommentare

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elelcoolr

vor 11 Stunden

Das Tempo dieses Films ist unglaublich. Die Action startet sofort und lässt so gut wie nie nach. Hier im 3. Teil ist John sehr in der Defensive. Anstatt wütend zu sein wie in den ersten beiden Filmen, ist er eher im Überlebensmodus. Die Action ist wie immer sehr innovativ und kreativ. Überwältigend ist der Kampf in Casablanca zusammen mit Sofia und ihren beiden Hunden. Sehr zäh empfand ich den Schlusskampf im Continental.Mehr anzeigen


navj

vor einem Tag

„John Wick: Kapitel 3“ ist wie seine Vorgänger: Action-Kino in reinster Form. Hier geht es Schlag auf Schlag durch die 130 Filmminuten, visuell beeindruckend und flüssig anzusehen wie es selten in diesem Genre ist. Der Film stellt erneut eine beeindruckende Vielfalt an famos choreographierter Kämpfe zusammen. Während diese Action-Sequenzen zu den Höhepunkten zählen und der Film mit glanzvoller Besetzung punktet, enttäuscht jedoch das ideenlose Finale sehr. Nichtsdestotrotz tragen der elegante Filmstil und die faszinierende Welt der Assassinen zum Gelingen von „John Wick: Kapitel 3“ bei.Mehr anzeigen


oscon

vor 6 Tagen

War die Story in Chapter 1 noch herausragend und rechtfertigte die Brutalität, ist diese in Chapter 3 nur noch Mittel zum Zweck, die fantasievollen (ultrabrutalen) Actionszenen voran zu treiben!
Allerdings sind diese in Perfektion choreografiert: Unterhaltsam ist das aber in jedem Fall! Alleine schon Haile Berrys Hunde sind das Eintrittsgeld wert!
Man merkt halt, dass der Regisseur Chad Stahelski seine Sporen in Hollywood primär als Stuntdouble und Stunt-Choreograph abverdient hat!
Für den bereits feststehenden 4. Teil müsste aber dann bitte wieder die Storyline sensibler in den Vordergrund gehieved werden!Mehr anzeigen


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