Jupiter Ascending USA 2015 – 125min.

Jupiter Ascending

Filmkritik

Kein neuer Meilenstein

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Mit ihrem Science-Fiction-Actioner Matrix schrieben die Wachowski-Geschwister 1999 Kinogeschichte, schafften es danach aber nur noch sporadisch ihrem Ruf als große Visionäre gerecht zu werden. Auf die episch-ambitionierte Romanadaption Cloud Atlas, bei der Tom Tykwer als Co-Regisseur fungierte, folgt nun ein Weltraumspektakel, das große Schauwerte bietet, bisweilen allerdings auch erschreckend fahrig daherkommt.

Geboren unter dem Nachthimmel, soll Jupiter Jones (Mila Kunis) zu Großem bestimmt sein. Allein im Alltag der jungen Frau ist davon wenig zu spüren. Verdingt sie sich doch gemeinsam mit ihrer Mutter als einfache Putzhilfe in Chicago. Jupiters eintöniges Leben nimmt eine dramatische Wendung, als der ehemalige Weltraum-Soldat Caine (Channing Tatum) aus den Weiten des Universums zur Erde fliegt und ihr offenbart, dass ihre Gene sie als Anwärterin eines außergewöhnlichen Erbes ausweisen. Da sie eine Gefahr für die machthungrigen Mitglieder einer einflussreichen Alien-Dynastie darstellt, steht ihr Leben auf dem Spiel.

Eigentlich für Juli 2014 angekündigt, entschied sich Warner Brothers nur wenige Wochen vor dem Kinostart von Jupiter Ascending, das neue Werk der Wachowski-Geschwister um mehr als sechs Monate nach hinten zu verschieben. Angeblich, weil das Regie-Duo damals noch etwas Zeit für die Postproduktion benötigte. Ob dies nun der wirkliche Grund war oder aber, wie schnell spekuliert wurde, enttäuschende Testvorführungen zum Umdenken führten, ist letztlich egal. Fest steht, dass auch das fertige Produkt mit einigen Problemen zu kämpfen hat.

Wie man es von einem 175-Millionen-Dollar-Projekt erwarten darf, nimmt der Film den Betrachter immer wieder visuell gefangen. Üppige Weltraumszenarien wechseln sich mit rauschhaften Action-Choreografien ab, die zumindest phasenweise an die Einlagen aus der Matrix-Trilogie erinnern. Äußerst beeindruckend ist beispielsweise eine wilde Verfolgungsjagd durch die Hochhausschluchten Chicagos, bei der Caine die vollkommen überforderte Jupiter vor meuchelnden Aliens beschützen muss.

Derartige Glanzmomente treffen jedoch auf eine etwas holprige Dramaturgie und allerhand bedeutungsschwangere Dialoge, die nur halb so clever sind wie intendiert. Offensichtlich wollen die Wachowskis mit ihrem Scifi-Epos den ganz großen Bogen schlagen und fulminante Themenkomplexe anschneiden, geraten dabei aber viel zu häufig in unfreiwillig komisches Fahrwasser. So wirken einige Kostüme eher lächerlich statt imposant. Und auch die stupid-konventionelle Romanze zwischen den beiden Protagonisten wird reichlich unbeholfen angebahnt.

13.02.2015

2

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Kommentare

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Janissli

vor einem Jahr

Habe selten einen so komischen, abstrakten und teilweise lächerlichen Film gesehen. Eine wirkliche Story / Handlung war meiner Meinung nach nicht zu sehen... und wenn es tatsächlich eine hatte, dann war sie zu fade um im Gedächtnis zu bleiben.


CinemaKritik

vor 4 Jahren

Toll gemacht, geniale Message.


anastasiar

vor 4 Jahren

komplett scifi. Die Schauspieler sind aber gut.


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