Tron: Legacy USA 2010 – 125min.

Filmkritik

Im Rausch der Sinne

David Siems
Filmkritik: David Siems

Mehr als ein Film für Computerspiel-Liebhaber: Tron: Legacy ist ein zweistündiger visueller Rausch voller digitaler Ästhetik, fluoreszierender Farben und virtueller Leidenschaft. Wären Setting und Story nicht ganz so speziell, Joseph Kosinskis Debüt könnte locker mit Avatar mithalten.

Was bisher geschah: Mit dem ersten Tron-Teil von 1982 revolutionierte Disney die Wahrnehmung von Science-Fiction-Filmen im Kino. Zum ersten Mal auf der Leinwand verschmolzen digitale Layouts mit menschlichen Darstellern, die sich geschmeidig durch neonfarbene Welten bewegten. Was blieb den Machern um Regisseur Steven Lisberger damals auch anderes übrig, immerhin erzählten sie die wahnwitzige Geschichte eines Software-Spezialisten, der in eine düstere und feindselige Computerwelt geschleust wird, die er einst selbst an einer klapprigen Commodore-64-Tastatur entworfen hat, wo sich grell colorierte Programme in modernen Gladiatorenspielen messen müssen. Tron ebnete den Weg für den Videospiel-Boom in den frühen 1980er Jahren und beeinflusste Generationen von Science-Fiction-Fans.

Fast drei Jahrzehnte später folgt nun nicht das Remake, sondern die Fortsetzung: Kevin Flynn (Jeff Bridges) ist seit 20 Jahren spurlos verschwunden, seitdem er das Computer-Unternehmen Encom zu bahnbrechendem Erfolg geführt hat. Sein 27-jähriger Sohn Sam (Garret Hedlund) besitzt zwar einen Großteil der Firmenanteile, möchte aber nicht in die großen Fußstapfen treten. Als ihn eine mysteriöse Textnachricht seines Vaters erreicht, gelingt es Sam sich in die Computerwelt "The Grid" einzuspeisen. Die Suche nach dem Vater beginnt - willkommen in der Matrix.

Was folgt, ist eine wahre Symphonie der Farben in einer perfekt choreografierten Cyberwelt. Regisseur Joseph Kosinski und sein Kameramann Claudio Miranda (The Curious Case of Benjamin Button) entwerfen Wunderwelten in Türkis und Orange, die den Film zu einem 3D-Spektakel machen. Science-Fiction-Freunde werden sich über zahlreiche Star Wars-Zitate freuen, etwa wenn sich das finstere Computerprogramm Clu (ebenfalls von Jeff Bridges gespielt) zu Allmachtsfantasien á la Darth Vader hinreißen lässt oder Kevin Flynn als spiritueller Zen-Meister ein Eremitendasein abseits des "Grid" in einer Berghöhle führt, ganz ähnlich wie Obi Wan Kenobi.

Wie geschaffen für die Welt der floureszierenden Bits und Bytes ist darüber hinaus das französische DJ-Duo Daft Punk, das nicht nur die komplette Filmmusik geschrieben hat, sondern auch einen Kurzauftritt feiert.

04.04.2011

5

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Kommentare

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cype

vor 7 Jahren

zu abgespact


movie world filip

vor 9 Jahren

Film selber nicht recht top, aber wenn auf ein brutal türe HD Fernseher recht cool... sehr angenehm. Ein sehr unarrogante Film eigentlich. Toll.


Leyo

vor 9 Jahren

Habe den Film in 3D gesehen und war wirklich total "geflasht" von den ganzen Effekten. Die Story ist meiner Meinung nach auch ganz gut aber wie schon gesagt vor allem die Effekte waren das tolle am Film.


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