Kritik27. Januar 2024

Apple TV+-Kritik: «Masters of the Air»: Ab ins Cockpit!

Apple TV+-Kritik: «Masters of the Air»: Ab ins Cockpit!
© Apple TV+

«Masters of the Air» katapultiert das Publikum mitten hinein in hochspannende Luftgefechte im Zweiten Weltkrieg. Die von Steven Spielberg und Tom Hanks produzierte Serie ist ausserdem mit einer Starbesetzung, schwindelerregenden Spezialeffekten und grossen Emotionen ausgestattet. Wir verraten dir, warum an dieser Serie kein Weg vorbei führt.

von Emma Raposo; übersetzt aus dem Französischen

Die Serie beginnt mit einer heiteren Stimmung. Eine Bar, Soldaten und ihre Begleiterinnen, Musik. Wir schreiben das Jahr 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg. Major Gale «Buck» Cleven (Austin Butler) und Major John «Bucky» Egan (Callum Turner) sind dabei, die Vereinigten Staaten in Richtung England zu verlassen, in das Basislager der hundertsten Bombergruppe der Air Force, einer Fliegerstaffel von Boeings B-17G der achten US-Luftwaffe.

Unter dem Namen «The Bloody Hundredth» hat diese Flugstaffel die Aufgabe, strategisch wichtige Orte des Dritten Reichs zu bombardieren und dabei extreme Bedingungen zu bewältigen. Buck, Bucky und ihre Landsleute, Piloten, Schützen, Mechaniker und Navigatoren, sind im Einsatz, um das Nazi-Regime zu bekämpfen. Die meisten von ihnen sind junge Männer, die gerade erst dem Teenageralter entwachsen sind. Sie wissen, dass jeder Einsatz ihr Todesurteil sein kann, da ihre Kompanie jeden Tag mehr und mehr Mitglieder verliert, die tot, verwundet, vermisst oder als Geiseln der Deutschen gehalten werden. Buck und Bucky, die mehr als nur einen Spitznamen teilen, müssen einen Weg finden, ihre Hoffnung zu bewahren und am Leben zu bleiben.

Ncuti Gatwa in «Masters of the Air» © Apple TV+

«Masters of the Air» basiert auf dem gleichnamigen Buch von David L. Miller und macht keine halben Sachen. Mit einem geschätzten Budget von 250 bis 300 Millionen Dollar, einer erstklassigen Besetzung und renommierten Regisseur:innen ist die historische Serie eine der am meisten erwarteten Produktionen des Jahres 2024. «Masters of the Air» ist der dritte Teil einer Trilogie, die 2001 mit der HBO-Miniserie «Band of Brothers» (2001) begann und 2010 mit «Band of Brothers: Hell of the Pacific» (2010) fortgesetzt wurde. Wie die beiden Vorgänger wurde auch «Masters of the Air» von Steven Spielberg und Tom Hanks produziert und schliesst die Saga über die militärischen Anstrengungen von Hunderten von Männern zu Land, zu Wasser und in der Luft ab, von denen viele ihr Leben verloren haben.

Wie gut ist also diese mit riesigen Mitteln ausgestattete Serie mit ihrem Aufgebot einer neuen Generation sehr angesagter Schauspieler? Zu sehen ist zum Beispiel Austin Butler, der letztes Jahr dank seiner Rolle in «Elvis» überall präsent war, Callum Turner, der bald in George Clooneys «The Boys in the Boat» zu sehen sein wird, oder Barry Keoghan, der mit Auftritten in «The Banshees of Inisherin» und kürzlich in «Saltburn» allgegenwärtig ist? «Masters of the Air» ist eine meisterhaft gemachte Actionserie und gleichzeitig eine wirklich emotionale und nachdenkliche Geschichte, eine Hommage an diese Männer, deren Hingabe und Mut uns Respekt einflössen.

Barry Keoghan dans «Masters of the Air» © Apple TV+

Die von John Orloff entwickelte und geschriebene Serie arbeitet mit Regisseur:innen wie Cary Joji Fukunaga («No Time To Die»), Anna Boden und Ryan Fleck («Captain Marvel»), Dee Rees («Mudbound») und Tim Van Patten («Die Sopranos», «The Pacific», «Broadwalk Empire») zusammen. «Masters of the Air» besteht zum grössten Teil aus Action und bietet atemberaubende und ultra-immersive Luftkampfszenen. Man wandert durch das Cockpit und dann durch den Rest der Bomber in subjektiver, dann objektiver Sicht und wechselt mit verblüffender Geschmeidigkeit vom Äusseren des Flugzeugs ins Innere. Die Spezialeffekte sind atemberaubend, ebenso wie die schauspielerische Leistung, die den unaufhörlichen inneren Kampf unterstreicht, dem sich jeder Soldat in Kriegszeiten stellen muss.

Ja, man kann der Serie ihren sehr amerikanisch geprägten Ansatz vorwerfen, – die Amerikaner sind die Besten und Stärksten – zum Beispiel in dem bombastischen Vorspann, der zu Tränen rührt, und der von einem majestätischen Soundtrack von Blake Neely unterstützt wird. Aber um ganz ehrlich zu sein, gibt es an «Masters of the Air» wirklich nichts anderes zu bemängeln. Beeindruckend sowohl in der Umsetzung als auch in der emotionalen Wirkung, ohne jemals ins Sentimentale abzugleiten, ist «Masters of the Air» ein Wunderwerk, das man gesehen haben muss, die unumgängliche Serie des Jahres 2024. Achtung, Preisregen in Sicht!

5 von 5 ★

Die ersten beiden Episoden sind am 26. Januar bei Apple TV+ zu sehen, danach im Rhythmus von einer Episode pro Woche.

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