Top Gun: Maverick USA 2019 – 131min.

Filmkritik

Fast so gut wie neu

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Im Alter von 60 Jahren lässt Tom Cruise einen seiner grössten Triumphe wiederaufleben. «Top Gun: Maverick» ist grundsätzlich derselbe Film wie das Original, nur mit neuerer Technologie, mehr Action und einem älteren Hauptdarsteller.

Viele Jahre nachdem wir Captain Pete «Maverick» Mitchell (Tom Cruise) in einer Bar in Miramar zurückgelassen haben, wird der alternde Testpilot von seinem Freund Tom «Iceman» Kazansky (Val Kilmer), jetzt ein Admiral und Kommandant der Pazifischen Flotte, an die legendäre Top Gun Schule zurückgebracht, wo er junge Piloten für eine geheime Mission ausbilden soll. Unter seinen Schülern befindet sich Bradley «Rooster» Bradshaw (Miles Teller), der Sohn seines früheren Partners «Goose», der im Einsatz mit seinem waghalsigen Freund ums Leben kam. Rooster hegt deshalb eine grosse Portion Animosität gegen Maverick. Während die jungen Piloten zunächst daran zweifeln, dass ihnen dieser alte Hase noch viel beibringen kann, beweist Maverick bald, dass er der Richtige für diese geheime Mission ist und dass er gleichzeitig seine frühere Flamme Penny (Jennifer Connelly), die heutige Besitzerin der lokalen Bar, zurückgewinnen kann.

Fast 40 Jahre haben die Fans von «Top Gun» auf eine Fortsetzung warten müssen. 1986 kam der Film auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges und des Säbelrasselns zwischen den USA und Russland in die Kinos. Und nun bietet uns die Fortsetzung, vor dem Hintergrund einer ähnlichen Weltlage, wieder eine Möglichkeit, der Realität zu entfliehen. Und kein Filmgenre kann das besser als der Hollywood Blockbuster, der uns während zwei Stunden vergessen lässt, was in der Ukraine passiert oder welche Mutation des Corona Virus wir als nächstes über uns ergehen lassen müssen. «Top Gun: Maverick» ist genau der richtige Film für diesen Sommer. Voll gepackt mit Nostalgie ähnelt er derart dem Original, dass man ihn beinahe als Remake und nicht als Fortsetzung bezeichnen könnte. Von der Titelszene auf dem Flugzeugträger, die dem Original 1:1 nachempfunden wurde, über Tom Cruise auf einem Motorrad, der sich mit einem Jet ein Rennen liefert, bis zu den im Abendrot Ball spielenden Soldaten mit nackten Oberkörpern hat man oft das Gefühl, diesen Film schon gesehen zu haben. Sogar die Bar Szene mit einem Mitglied der Bradshaw Familie, das auf dem Klavier «Great Balls of Fire» spielt, hat seinen Weg in das Sequel gefunden.

Im Zentrum des Filmes steht aber der Konflikt zwischen Maverick und Rooster, dem Sohn von Goose, der ihm noch immer die Schuld am tragischen Tod seines Vaters gibt und für den sich Maverick noch immer verantwortlich fühlt. Auf ihrer geheimen Mission sollen die Piloten eine schwer bewachte Urananreicherungsanlage in einem undefinierten Wüstenland ausser Gefecht setzen. Aber es kommt zwischen den Piloten zu Spannungen. «Mein Vater hat an dich geglaubt», wirft Rooster seinem Ausbilder vor. «Ich werde nicht denselben Fehler machen.» Aua, das schmerzt. Aber um tiefer auf die Gefühle der Männer einzugehen, dafür nimmt sich «Top Gun: Maverick» keine Zeit.

«I feel the need… the need for speed». In diesem zum Kult gewordenen Satz aus dem Originalfilm liegt auch die Stärke von «Top Gun: Maverick», denn Regisseur Joseph KosinkskiTron: Legacy») setzt alles auf die Action-Szenen. Militärflugzeuge liefern akrobatische Höchstflüge, als wären sie Stars von Cirque de Soleil. Wie es sich für einen guten Sommer-Blockbuster gehört, sprengt dieser Film die Grenzen dessen, was wir im ersten Film gesehen haben und liefert uns, mit Hilfe von I-Max Kameras, die im Cockpit installiert und von den Schauspielern geführt wurden, noch bessere Aufnahmen der berühmten Gesichter, die sich wegen der enormen Geschwindigkeit der Jets zu Fratzen verzerren. Diese Szenen sind spektakulär und verleiten sogar eingefleischte Pazifisten dazu, einmal in so einem Militärflugzeug mitfliegen zu wollen.

«Top Gun: Maverick» ist ein guter Sommer-Blockbuster mit haarsträubender Action, wie man sie sich von dieser Art Film erhofft. Die Geschichte hingegen ist ein lauwarmer Aufguss des ersten Films, der es an Originalität fehlt.

25.05.2022

3.5

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Kommentare

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dulik

vor einem Tag

"Top Gun: Maverick" schafft es trotz austauschbarer Handlung einem so richtig in den Bann zu ziehen. Dies liegt zweifelsohne an der unglaublich stark inszenierten Action. Man merkt das vieles handgemacht ist und sitzt dadurch quasi auch mit im Cockpit. Für solche Filme wurde das Kino gemacht.
8/10Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor einem Tag


Maverick

vor 2 Tagen

Ein Topfilm besser als das Original Tom Cruise wird mit dem Alter immer besser freue mich auf MI 7+8


angraber

vor 6 Tagen

Sehenswert! Die Spannung steigt, für Freunde von Flugmanövern ist der Film ein Augenschmaus


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