The House with a Clock in its Walls USA 2018 – 104min.

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Filmkritik

Verwunschen

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nachdem Eli Roth erst Anfang 2018 mit dem grob gestrickten, moralisch fragwürdigen Actionthriller Death Wish in den Kinosälen aufschlug, versucht sich der durch harte Horrorkost bekannt gewordene Filmemacher nun an einem familientauglichen Gruselstreifen. Die Jugendbuchadaption Das Haus der geheimnisvollen Uhren erweist sich als optisch ansprechendes Schauervergnügen mit ausbaufähigem Drehbuch und tonalen Schwankungen, die für den Unterhaltungswert nicht immer förderlich sind.

Nach dem Tod seiner Eltern verschlägt es den zehnjährigen Lewis (Owen Vaccaro) zu seinem exzentrischen Onkel Jonathan (Jack Black), der ein uraltes, mit seltsamen Gegenständen vollgestopftes Anwesen bewohnt. Schon kurz nach seiner Ankunft wird der Waisenjunge Zeuge sonderbarer Ereignisse, und nur wenig später kommt er hinter das Geheimnis seines Verwandten, der sich ebenso wie die nicht minder schrullige Nachbarin Mrs. Zimmerman (Cate Blanchett) als Hexenmeister zu erkennen gibt. Lewis möchte auch in die Kunst der Zauberei eingeführt werden und probiert sich kurz darauf an einem Erweckungshokuspokus, mit dem er seinen immer abweisender reagierenden Mitschüler Tarby (Sunny Suljic) zu beeindrucken versucht. Dummerweise holt er dabei den bösen Magier Isaac Izard (Kyle MacLachlan) ins Leben zurück, der einen unheilvollen Plan mit einer in Jonathans Villa versteckten, ständig tickenden Zauberuhr in die Tat umsetzen will.

Eine der grössten Attraktionen der Romanverfilmung ist zweifelsohne das titelgebende Haus, das Szenenbilder Jon Hutman mit allerlei Kuriositäten ausstattet. Unzählige Uhren, sich bewegende Buntglasfenster, ein lebender Sessel und eine Horde unheimlicher Puppen machen Lewis‘ neuen Lebensmittelpunkt zu einem aufregenden Gruselschauplatz. Ohne allzu oft auf plakative Geisterbahneffekte zurückzugreifen, kreiert Roth eine durch die Augen des kleinen Protagonisten eingefangene Mystery-Atmosphäre, die unverkennbar in der Tradition von Kinoklassikern wie E.T. – Der Ausserirdische und Gremlins – Kleine Monster steht. Verwundern müssen diese Bezüge nicht, da Das Haus der geheimnisvollen Uhren ebenfalls von Steven Spielbergs Produktionsschmiede Amblin Entertainment auf den Weg gebracht wurde.

Die in den fünfziger Jahren angesiedelte Geschichte eines ungewöhnlichen Jungen, der in ein skurriles Abenteuer schlittert und mit den Schrecken des Zweiten Weltkriegs konfrontiert wird, erinnert ein wenig an Tim Burtons Die Insel der besonderen Kinder und hätte in manchen Punkten – zum Beispiel bei der Ausarbeitung von Lewis‘ Charakterbogen – etwas mehr erzählerische Sorgfalt benötigt. Auch wenn es begrüssenswert ist, dass Roth und Drehbuchautor Eric Kripke immer wieder Humor in das Geschehen einfliessen lassen, dürfte die sehr präsente Pups- und Pipi-Komik zumindest ältere Zuschauer schnell ermüden. Ähnlich wie der unrunde Disney-Beitrag Das Zeiträtsel wechselt Das Haus der geheimnisvollen Uhren zuweilen schlagartig die Stimmung, was der Spannung und der emotionalen Ausdruckskraft nicht immer zugutekommt.

20.09.2018

3

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Kommentare

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holiday88

vor 13 Tagen

Der Film bietet tolle Special Effects und einige atmosphärische Momente. Der Humor ist jedoch teilweise sehr platt und die Story (kindgerecht) vorhersehbar, was den Gesamteindruck leider enorm schmälert. Trotzdem ganz nett anzusehen -und für Kinder meiner Meinung nach ebenfalls gut geeignet.Mehr anzeigen


Travelmichi

vor einem Monat

Naja mehr erwartet. Mag ein Film für Kinder sein, aber als Erwachsener wohl nur als Begleitperson geeigent.
Kann man vergessen.


martinu

vor einem Monat

Nettes Filmchen...ein in meinen Augen einfach ein durchschnittlicher "Miniatur Harry Potter"-Film, der auch für jüngere Zuschauer geeignet ist, da sich der Spuk in Grenzen hält.


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