The Darkest Minds - Die Überlebenden USA 2018 – 105min.

The Darkest Minds - Die Überlebenden

Filmkritik

Die Überlebenden

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Die Studentenaufstände nach den Schiessereien an amerikanischen High Schools böten für The Darkest Minds eigentlich eine brandheisse Prämisse. Der Film mit Hunger Games-Star Amandla Stenberg verpasst aber seine Chance, die politischen Metaphern spannend umzusetzen.

Nachdem eine tödliche Krankheit 90% der Jugendlichen ausmerzt, sind die wenigen Überlebenden nicht mehr dieselben. Ruby (Amandla Stenberg) und ihre wenigen Altersgenossen haben plötzlich übernatürliche Kräfte, was die Erwachsenen verängstigt. Die Regierung sperrt sie, nach Superpower unterteilt, in farbkodierte Arbeitslager ein. Aber der Telepatin Ruby gelingt es zusammen mit dem super-intelligenten Chubs (Skylan Brooks), der kleinen Zu (Miya Chec) mit elektromagnetischen Kräften und dem charismatische Liam (Harris Dickinson), der mit seinem Willen Dinge bewegen kann, zu entkommen.

The Darkest Minds, der Film nach dem Jugendroman von Alexandra Bracken, schafft es, gleichzeitig antiquiert und trotzdem hochaktuell zu wirken. Während Filme wie The Hunger Games oder Divergent schon eine halbe Ewigkeit her zu sein scheinen, wirkt das Thema von Kindern, die von ihren Eltern weggerissen und in Käfige gesperrt werden, dank Trumps Immigrationspolitik brandaktuell. Auch der Aufstand der Jugend, der uns von High School Schülern wie Emma Gonzales (der Überlebenden der Schiesserei an der Parkland High School in Florida) vorgelebt wird, liefert dem Film unerwartete Brisanz. Nur leider schafft es das Team um die Regisseurin Jennifer Yuh Nelson (Kung Fu Panda 2 und 3) nicht, diese Themen sinnvoll aufzugreifen und konzentriert sich statt dessen auf die schwierige Liebesbeziehung, die sich zwischen Ruby und Liam anbahnt.

Der Film funktioniert am besten, wenn er sich auf die vier Hauptfiguren konzentriert, die sich und ihre seltsamen neuen Fähigkeiten langsam kennenlernen. Vier Teenager auf der Flucht in einem Kleinlaster, das hat stellenweise sogar Roadtripmovie-Qualitäten. Nichts schweisst halt mehr zusammen, als der Weltuntergang. Ruby wurde von der Regierung als orange kategorisiert, das heisst sie kann sowohl Gedanken lesen als auch manipulieren. Das macht sie speziell und damit gefährlich. Sie hat ihre eigene Version eines Jedi-Mindtricks entwickelt, dank dem sie einen sogar vergessen lassen kann, dass man sie je getroffen hat. Durch eine grausame Laune des Schicksals wird aber gerade diese Superpower zu ihrem Verhängnis.

Als Ganzes wirkt The Darkest Minds aber zusammenhangslos. Charaktere wie Präsident Gray (Bradley Whitford) oder Cate (Mandy Moore), ein Mitglied der League, die Kinder retten will, kommen und gehen, ohne viel zur Geschichte beigetragen zu haben, was darauf hindeutet, dass wohl einige ihrer Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind. Aber vielleicht will uns der Film, der aus dem Blickwinkel seiner Heldin Ruby erzählt wird, lediglich vor Augen führen, dass sich sogar unter den schwierigsten Umständen in einem Teenagerleben alles um die Liebe dreht.

15.08.2018

3

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Kommentare

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FILMfrek

vor einem Monat

Ich finde diesen Film hervorragend! Jede Kritik die einige von euch da anstreben sind völliger bullshit. Der Film ist wundervoll. Der inhalt ist perfekt, wäre da das Ende nicht :( ich musste da wortwörtlich weinen als das mädchen den jungen küsste (mir fallen die namen gerade nicht ein) um sich so aus seinen gedanken zu löschen. Ich verstehe einfach bis heute nicht warum :(

Ansonst hervorragender Film!!!!!Mehr anzeigen


Lisa

vor einem Monat

Ich verstehe nicht warum der film soviel kritisiert wird, ich finde ihn toll und hoffe das es einen zewiten teil geben wird. Die Bücher lassen ja noch genug Freiraum für mehrere teile


deborah_winkelmann

vor 4 Monaten

Kann die schlechten Bewertungen nicht verstehen. Habe die Bücher gelesen und der Film wurde super umgesetzt. Es ist klar, dass über 400 Seiten nicht detailliert verfilmt werden können. Jedoch werden alle Schlüsselszenen Buchgetreu dargelegt. Würde mich echt über eine Fortsetzung freuen. Bin 33 und liebe solche Geschichten trotzdem noch.Mehr anzeigen


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