Molly's Game USA 2017 – 133min.

Molly's Game

Filmkritik

Verzockt

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

In seinem Regiedebüt widmet sich Drehbuchstar Aaron Sorkin (Steve Jobs, The Social Network) den Erlebnissen der früheren Profiskifahrerin Molly Bloom, die nach dem Ende ihrer Karriere in der Welt der geheimen Pokerringe zu einer bedeutenden Strippenzieherin aufstieg. Entstanden ist eine kurzweilige Filmbiografie mit einer engagiert-charismatischen Hauptdarstellerin und kleineren Unebenheiten im erzählerischen Gefüge.

Angetrieben von ihrem ehrgeizigen Vater Larry (Kevin Costner), arbeitet sich Molly Bloom (Jessica Chastain) zu einer der besten amerikanischen Athletinnen im Skisport hoch. Eine schwere Verletzung bremst die junge Frau allerdings aus und sorgt für das Ende ihrer Olympia-Träume. Statt Pisten hinunterzufahren, will sie nun ein Jurastudium beginnen, nimmt sich zuvor aber eine einjährige Auszeit und zieht nach Los Angeles. Dort arbeitet sie zunächst als Kellnerin, kommt jedoch schon bald mit geheimen, exklusiven Pokerveranstaltungen in Kontakt und macht sich als Organisatorin derartiger Events irgendwann selbstständig. Als ihr das FBI auf die Füße tritt, da sich unter den prominenten Teilnehmern russische Mafiosi befinden, benötigt die taffe Geschäftsfrau die Hilfe des Anwalts Charlie Jaffey (Idris Elba).

Die spritzig-bissigen Wortgefechte, ein Markenzeichen von Oscar-Preisträger Aaron Sorkin, machen aus Molly’s Game eine flotte, größtenteils unterhaltsame Angelegenheit. Immer wieder darf man sich über clevere, in einem atemberaubenden Tempo vorgetragene Spitzen freuen, die den Darstellern zahlreiche Möglichkeiten zum Glänzen bieten. Jessica Chastain stellt einmal mehr ihre beachtliche Leinwandpräsenz unter Beweis und zeichnet das einprägsame Bild einer selbstbewussten und zielstrebigen Organisatorin, die sich in einem von Männern dominierten Umfeld mehr und mehr zu behaupten weiß.

Sorkins dynamische Inszenierung und das ständige Springen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen für Abwechslung und dürften auch Pokermuffel für diese irrwitzige Geschichte aus dem wahren Leben gewinnen. Etwas unausgereift wirkt die Einbindung des Nebenstrangs rund um Molly und ihren fordernden, leistungsorientierten Vater, der in eine langatmige Aussöhnung mündet. Und etwas deutlicher hätte das Drehbuch ruhig die dunklen Seiten des halbseidenen Pokergeschäfts in den Blick nehmen dürfen. Immerhin greift Bloom zunehmend auf Drogen und Alkohol zurück, um den Stress bei der Durchführung ihrer illustren Zockerabende erträglicher zu gestalten. Am Ende fehlt der Filmbiografie vielleicht ein wenig Ambivalenz. Reizvoll ist das Porträt einer kämpferischen Frau aber allemal.

12.03.2018

3

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Kommentare

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sunna

Solider, gut gemachter Film. Mich hat er unterhalten.

Molly's Game 4

elelcoolr

Ich war absolut fasziniert von dieser Geschichte von Molly Bloom und wie besessen sie war, die Beste zu sein, egal ob als olympische Skifahrerin oder als Poker-Queen in der Unterwelt Los Angeles‘ oder Manhattans. Die messerscharfen Dialoge wirken wie eine Droge - man will mehr davon! Gegen Ende kann das hohe Niveau nicht ganz gehalten werden.

Molly's Game 4

navj

Manchmal schreibt das Leben unglaubliche Geschichten, dass man sie kaum für wahr halten kann. Die Weltklasse Skifahrerin Molly Bloom, die für Olympia antreten wollte, verirrt sich aus Geldnot ins Poker-Business, baut sich dort ein Geschäft auf und wird zum Ziel des FBI‘s. Gibt es nicht? Gibt es sehr wohl! Dem gefeierten Drehbuchautor Aarons Sorkin gelingt mit „Molly’s Game“ ein sehenswertes Regiedebüt und liefert ein temporeiches Biografie-Drama mit einer magnetischen Performance von Jesscia Chastain als Molly Bloom.

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