Vacation USA 2015 – 99min.

Filmkritik

Scheiss Ferien

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Der Sohn der legendären Griswolds geht mit seiner Familie in die Ferien. Ein Remake der NATIONAL LAMPOON’S VACATION-Filme der 80er Jahre, das so abgestanden ist wie die Karriere von Chevy Chase.

Rusty Griswold (Ed Helms) will seine etwas aus den Fugen geratene Familie auf einem Roadtrip von Chicago nach L.A. wieder zusammenschweissen. Ihre Reise führt in den Vergnügungspark Wally World, wie er sie einst als Kind mit seinen Eltern gemacht hat. Seine Frau Debbie (Christina Applegate) und seine Söhne, der sensible James (Skyler Gisondo) und die Rotznase Kevin (Steele Stebbins), sind über die Ferienpläne des Vaters aber alles andere als erfreut.

Seit dem Original aus dem Jahre 1983, geschrieben von John Hughes und von Harold Ramis inszenierten, wurden unglaublicherweise fünf Fortsetzungen der "NATIONAL LAMPOONS VACATION"-Filme produziert. Diese Filme waren alles andere als Meisterwerke. Sie alle sind nach demselben Muster gestrickt und waren als leichte Unterhaltung gedacht. Was die Filme speziell machte, war Chevy Chases querer Slapstick und die Tatsache, dass sie die heile, amerikanischen Familie im Zeitalter von Ronald Reagan auf die Schippe nahmen.

Der neue Vacation-Film reiht sich fast nahtlos an seine Vorgänger an, verpasst aber leider den Sprung in die Gegenwart. Mal abgesehen von einigen Witzen über das "Liken" auf Instagram oder die fliessende Geschlechtsidentität von einem der Söhne, wirkt der Film nie frisch oder aktuell. "Vacation" konzentriert sich auf Fäkalhumor, mit viel Gekotze, Gefluche und einer platt gewalzten Kuh.

Mitten im Film proklamiert Rusty, mit einem Augenzwinkern zum Publikum, dass dieser Teil der "Vacation"-Franchise auf eigenen Beinen stehe und keine Kenntnis der früheren Filme voraussetze. Falsch! Die meisten Witze basieren auf einer gewissen Nostalgie, die Griswold Fans für die alten Filme zu hegen scheinen. Von der Blondine im Cabrio (ursprünglich von Christie Brinkley gespielt), dem bedrohenden Lastwagenfahrer bis zu Rustys Eltern, die wie in den Original-Filmen von Chevy Chase und Beverly D’Angelo gespielt werden, basieren die Witze zu oft auf dem Wiederekennungswert dieser Szenen und Figuren.

Ed Helms ist als der tollpatschige Vater mit den besten Absichten einer der wenigen Lichtblicke. Der andere ist der Cameo von Chris Hemsworth, der Rustys Schwager und einen erfolgreichen Fernseh-Wetterfrosch spielt. "Thors" leider schon im Trailer abgefeierter Waschbrettbauch und die gut ausstaffierte Unterhose sorgen für einige der grössten Lacher in einem Film, der beim Zuschauer sonst meist nur Schmunzeln auslösen kann.

14.08.2015

2

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Kommentare

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dulik

vor 2 Jahren

Eine stinknormale Komödie, die genau das bietet, was man erwartet: Seichte, aber solide Unterhaltung. Die grossen Lacher und Überraschungen sucht man hier vergebens. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers zieht „Vacation“ viel mehr mit einem hohen Eckelfaktor, als mit originellen Gags auf sich.
5.5/10Mehr anzeigen


rasmus99

vor 5 Jahren

99 Minuten Zeitverschwendung


buono

vor 5 Jahren

Manchmal bleiben die Lacher im Hals stecken. Helms ist nicht Chase. Schade. Nochmals versuchen!


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