Planet der Affen: Prevolution USA 2011 – 105min.

Filmkritik

Aufstand der Affen

Filmkritik: Catharina Steiner

Zehn Jahre nach Tim Burtons Versuch, die Planet of the Apes-Franchise wiederzubeleben, liefert Hollywood-Neuling Rupert Wyatt mit seinem Prequel einen soliden Thriller ab, der durch fotorealistische Affen und packende Action-Sequenzen besticht.

Will Rodman (James Franco) forscht für einen Pharma-Riesen nach einem Heimittel gegen Alzheimer. Bald gelingt ihm mit seinem Serum der Durchbruch. Aber als eine Schimpansin Konzern-Mitarbeiter angreift, muss er die Tests einstampfen und die Affen einschläfern; nur Baby Caesar bleibt verschont. Will nimmt ihn heimlich mit nach Hause und zieht ihn wie sein eigenes Kind auf. Doch als er nach einer Attacke auf einen Nachbarn von der Polizei in ein Heim für ausgesetzte Affen verfrachtet wird, beginnt das Band zwischen dem Wissenschaftler und seinem "Sohn" einzureissen. Caesar, erst ein Aussenseiter, gewinnt zusehends den Respekt seiner Artgenossen, mutiert zum Alpha-Tier und entscheidet sich letztendlich für ein Leben als Tier statt als Mensch - mit verheerenden Konsequenzen.

Es war abzusehen, dass Fox in Zeiten der Reeboot-Euphorie seiner Franchise eine neue Chance geben würde. Anders als bei Tim Burtons Planet of the Apes, der zwar finanziell erfolgreich, aber bei Fans durchgefallen war, scheint das Timing dieses Mal richtig, auch dank Peter Jacksons Special-Effects-Schmiede Weta Digital, die schon die Performance-Capture Technologie für Avatar entwickelt und für Rise of the Planet of the Apes perfektioniert hat. Andy Serkis, Hollywoods Mo-Cap Mann, der schon Gollum und King Kong "gespielt" hat, gibt seinem Caesar eine beunruhigende Realität und emotionale Tiefe, die unter die Haut geht. Das ist auch notwendig, da die Geschichte aus der Perspektive des Affen erzählt wird. Wyatt treibt die Geschichte mit sicherer Hand voran, und nach einer etwas unrhythmischen ersten Hälfte kommt der Film so richtig in Fahrt, wenn Caesar seine menschliche Intelligenz mit den Instinkten seines Tier-Seins verbindet und den Aufstand der Primaten anzettelt, der in einer epischen Schlacht auf der Golden Gate Bridge gipfelt - einer der besten Action-Sequenzen der letzten Zeit.

Für die menschlichen Darsteller hat das Drehbuch leider wenig zu bieten. James Franco und vor allem Frieda Pinto, die Wills Freundin gibt, wirken generisch und stehen meistens bloss um Caesar herum. Dass es der Geschichte oft an interner Logik und Plausibiltät fehlt, darüber kann man indes grosszügig hinweg sehen. Die "Apes"-Filme sind traditionell B-Movies, und diese Gepflogenheit wird beibehalten. Wenn auch wahrscheinlich unfreiwillig.

31.10.2014

4

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Kommentare

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dulik

vor 3 Jahren

Sehr gelungener Film, der sofort mit der Story beginnt und auch im weiteren Verlauf keine unnötigen Längen hat und dadurch sehr kurzweilig ist. Auch die Effekte sind stark gemacht. Insbesondere die Affen sehen beängstigend echt aus. Die Handlung ist zwar ein bisschen vorhersehbar aber dennoch spannend, unterhaltsam und regt zum Nachdenken an. Das Szenario wird weitgehend glaubhaft dargestellt, ist aber an einigen, wenigen Stellen ein klein wenig übertrieben.
8/10Mehr anzeigen


spanishgangster

vor 5 Jahren

Spannend bis zum Schluss.


gaistc

vor 7 Jahren

tiré par les cheveux, mais assez sympathique à regarder


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