Trauzeuge gesucht! USA 2009 – 105min.

Filmkritik

Kein Freund, nirgends

Ein Bräutigam auf der Suche nach seinem Trauzeugen: Paul Rudd und Jason Segel in einer "Bromantic-Comedy" über die Wichtigkeit von Männerfreundschaften.

Man nehme eine Flasche "Romance", einen Schuss "Brother", geschüttelt, vielleicht gerührt, und schon hat man einen Neologismus zur Hand, der in Hollywood mit dem Namen "Bromance" auf alle einsamen Bond-Helden dieser Welt einen Abgesang anstimmt. Wiederbeseelt und salonfähig gemacht durch Ben Affleck und Matt Damon, perfektioniert durch Brad Pitt und George Clooney hat die "Bromance" die Männer eines gelehrt: die post-darwinistische und neo-aristotelische (Wieder-)Verehrung echter Freundschaft. Mann ist wieder wer, vor allem zu zweit.

Peter Klaven (Paul Rudd), seines Zeichens Real Estater in L.A., hat davon leider wenig mitbekommen. Anstatt wie die meisten dem gleichgeschlechtlichen Lifestyle zu frönen, hat er es vorgezogen, sich vor allem mit Frauen zu verstehen. Nicht ohne Erfolg: Die bildhübsche Zooey (Rashida Jones) stimmt seinem Heiratsantrag zu, die Hochzeitsvorbereitungen beginnen - und mit ihnen das Problem. Wer wird Peters Trauzeuge sein? Da ist kein bester Freund, nirgends. Nicht nur Zooeys beste Freundinnen erkennen, dass sich daran etwas ändern muss.

Vermittlungsagenturen für Männerfreundschaften sind etwas seltener als die Sandkörner am Strand von Santa Barbara, und so gehen Peters erste Versuche gründlich schief, enden in der Einöde bierbauchumrundeter Pokertische, im Getöse von Fantribünen oder im Erschrecken darüber, plötzlich zwei Männerzungen im Mund zu spüren. Dann kommt Sidney (Jason Segel). Wohnwagenbewohner, dogmatischer Single, ein Testosteroni nicht ohne Charme, mit einem Wort das, was die Amis einen Freak - oder seit Coens The Big Lebowski einen "Dude" nennen.

Die dann einsetzenden Metamorphosen sind erstaunlich unterhaltsam. Erstaunlich, weil man vom Regisseur John Hamburger vielleicht eine seichtere Gangart erwartet hätte. Unterhaltsam, weil Paul Rudd und Jason Segel sich nicht nur im sophistizierten Masturbationstalk prächtig ergänzen. Alles in allem vermag Hamburgers Bromanze, ausgenommen von einer etwas flachbrüstigen Handlung, fast alles zu bieten, was man von einem solchen Machwerk erwarten kann: Fun, Sextalk und ein wenig Wahrheit über das unergründliche Wesen des Mannes.

18.05.2009

4

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Kommentare

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snoopy008

vor 11 Jahren

super Film... tolle dialoge und tolle Darsteller! und auch sehr witzige Idee


mufi

vor 12 Jahren

Ich habe mir den Film jetzt auf DVD angesehen und muss sagen: Hut ab! Viel witziger als ich dachte. Situationskomik gepaart mit lustigen Dialogen, zusammengehalten durch eine gute Handlung - das erwarte ich und kam voll auf meine Kosten. Segel und Rudd spielen sich die Bälle zu, dass es eine Freude ist. Vielleicht DIE Komödie in 2009.Mehr anzeigen


Taz

vor 13 Jahren

Lustige Komödie, die viel Spass bereitet und herrlich locker bleibt.


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