CH.FILM

Cargo Schweiz 2009 – 120min.

Cargo

Filmkritik

Schweizer Jungfernfahrt im All

Andres Hutter
Filmkritik: Andres Hutter

Regisseur Ivan Engler will nach Claude Nicollier der zweite Schweizer im All werden: Mit einem ambitionierten Team bringt er den ersten Schweizer Science-Fiction-Film auf die Leinwand. Dabei geht es ihm allerdings keineswegs um "Swissness", sondern will mit den bekannten US-Blockbustern auf Augenhöhe stehen.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Ärztin Laura, die in unbestimmter Zukunft auf einem Fracht-Raumschiff anheuert. Die Erde ist zu diesem Zeitpunkt längst unbewohnbar geworden und die Menschen leben auf überfüllten Raumstationen. Laura will mit der Arbeit auf dem Raumfrachter Geld verdienen für einen Neuanfang auf dem paradiesischen Planeten "Rhea". Während die restliche Crew sich im Kälteschlaf befindet, übernimmt sie die monatelange Wachschicht. Dabei stellt sie fest, dass sich noch weitere Menschen an Bord des Raumschiffes befinden.

Ganze neun Jahre dauerte die Produktion des ersten Schweizer Sci-Fi-Filmes und mit dem vergleichsweise geringen Budget hat das Team um Ivan Engler Beeindruckendes geschaffen. Dem ambitionierten Ziel, mit den bekannten Vertretern des Genres mitzuhalten, kommt der Film zumindest auf visueller Ebene erstaunlich nah. "Cargo" trumpft mit beeindruckenden Bildern auf, vor allem die Szenen im All sind stimmungsvoll und detailreich gestaltet. Aber auch die Aufnahmen im Inneren des Raumschiffes unterstützen die beklemmende Stimmung des Thrillers ausgezeichnet.

Der Film schafft es immer wieder, Spannung zu erzeugen und erinnert in seinen besten Momenten an die bedrohliche Stimmung von "Alien". Über diese einzelnen Szenen hinaus ist "Cargo" aber zu wenig packend. Zwar werden sehr gekonnt Elemente des Genres kombiniert, der Film mixt "The Matrix" mit "2001: A Space Oddyssey", "Blade Runner" und "Solaris", doch werden den Elementen aus diesen Vorbildern kaum eigene Ideen angefügt. Auch die Charaktere wollen einem nicht so richtig ans Herz wachsen. Am talentierten Cast aus der Schweiz und Deutschland liegt das jedoch nicht. Die Darsteller um Anna Katharina Schwabroh und Martin Rapold machen ihre Arbeit gut, doch die Figuren haben kaum Nuancen und gewinnen deshalb keine Tiefe.

So lebt "Cargo" von seiner bildgewaltigen und stimmungsvollen Gestaltung und von spannenden Thriller-Sequenzen. Darüber hinaus vermag das ambitionierte Projekt aber wegen der wenig originellen Story kaum zu fesseln. Die Mission ist damit wenigstens teilweise geglückt, was angesichts der hoch gesteckten Ziele durchaus Achtung verdient.

20.10.2011

3

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Kommentare

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oscon

vor 6 Jahren

Der Film muss sich von der Machart her sicher hinter keinem Hollywood-Film verstecken. Allerdings wirkt der Spannungsbogen nicht wirklich lange: Zu früh ist dem "SF-Normalo" klar, um was es hier wirklich geht. Was bleibt ist ein solider SF-Thriller, der mit seiner beklemmenden Athmosphäre resp. dem Design stark an Alien oder Event Horizon erinnert.Mehr anzeigen


stuetzl

vor 8 Jahren

Ich hatte die Befürchtung, dass sich die Regisseure am Genre die Zähne ausbeissen, aber zu meinem Erstaunen haben sie nicht nur das Gegenteil bewiesen, sondern auch noch neben all dem CGI eine grandiose Story umgesetzt!
4 von 5


siriuskino

vor 9 Jahren

Aussage super- wer will schon sone Zukunft? Wie es dazu kam weiss keiner aber eines wird klar, rettet den Planeten!!!!! Cargo lebt von der Spannung, ist gut gemacht und beängstigend.


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