Madagascar 2 USA 2008 – 89min.

Filmkritik

Absturz unter Artgenossen

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Der Animationsfilm boomt, und gerade der Erfolg der Dreamworks-Produktion "Madagascar" vor drei Jahren belegt das auf bemerkenswerte Weise: Obwohl weder die Qualität der Computeranimationen noch die des Drehbuchs mit der Konkurrenz aus dem Hause Pixar mithalten konnte, spielte der Film über 500 Millionen Dollar ein.

Dass eine Fortsetzung da nur eine Frage der Zeit sein würde, war klar - und so gibt es nun ein Wiedersehen mit dem Löwen Alex und seinen Freunden, dem hyperaktiven Zebra Marty, der hypochondrischen Giraffe Melman und der selbstbewussten Nilpferddame Gloria. Zuletzt war das aus dem New Yorker Zoo ausgebrochene Quartett inmitten eines wilden Lemurenstammes auf der titelgebenden Insel gesichtet worden, doch nun zieht es die Clique zurück in den Central Park.

Die Rückkehr soll in einem selbst zusammengebauten, von der ebenfalls bereits bekannten Pinguin-Gang gesteuerten Flugzeug stattfinden, doch die Reise verläuft erwartungsgemäß nicht ganz glatt. So muss das Grüppchen, dem sich auch Lemurenkönig Julien und sein Handlanger angeschlossen haben, schließlich in der Savanne Afrikas notlanden, wo weit und breit keine Rettung in Sicht ist. Womöglich ist die aber auch gar nicht nötig, denn erstmals unter Artgenossen fühlen sich die Großstadttiere überraschend gut - und Alex macht sogar Entdeckungen familiärer Art.

Der innovativen Kreativität oder dem hintersinnigen Witz von Pixar-Filmen wie "Wall-E" und "Ratatouille" kann auch "Madagascar Escape 2 Africa", für den als Regisseure wieder Eric Darnell und Tom McGrath verantwortlich zeichnen, nicht mithalten. Aber tatsächlich muss man feststellen, dass diese Fortsetzung ihren Vorgänger in so ziemlich jeder Hinsicht übertrifft: Die in leuchtenden Farben gehaltenen Animationen sind raffinierter und ausgefeilter, die Charaktere gewinnen im neuen Umfeld an Witz und Kontur und der mitunter unangenehme Toiletten-Humor des ersten Teils ist so gut wie verschwunden.

Das Sequel, dessen für alle Altersklassen verständlichen Botschaften über Freundschaft, Liebe und Familie etwas dicker aufgetragen werden als zuletzt, macht aber keinesfalls alles richtig. Noch immer ist man irritiert, wie wenig liebenswert die Tiere teilweise aussehen und wirken, außerdem nervt der nach wie vor penetrant präsente Song "I Like To Move It" mehr denn je. Eher anstrengend und unnötig ist auch die erheblich ausgebaute Figur der Handtaschen schwingenden Oma, die es zufällig ebenfalls nach Afrika verschlagen hat. Das Timing und den Spaßfaktor allerdings haben die Macher dieses Mal wesentlich besser im Griff - und dass die beiden schnöseligen Schimpansen Mason und Phil sich plötzlich zu Gewerkschaftsbossen aufschwingen, ist eine grandiose Filmidee, die fast aus dem Hause Pixar stammen könnte.

03.09.2012

3

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Kommentare

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jimmyjoe1989

vor 12 Jahren

Erst gerade habe ich mir den 2. Teil gekauft und der ist hammer kann ich nur weiter empfehlen. Für die die den ersten Teil noch nicht auf DVD haben, empfehle ich die gleich die Box zu kaufen in der der 1. und 2. Teil plus noch die DVD der Pinguine enthalten ist(im ExLibris recht günstig). Der Lachfaktor ist vorhanden, doch auch Trännen können fliessen, bei der Geschichte im Teil 2. Überzeugt euch selbst.

Gruss euer JimmyjoeMehr anzeigen


n4ever

vor 12 Jahren

sehr lustig! besser als der erste Teil.


evali111

vor 12 Jahren

der film ist echt klasse... er ist überhaupt nicht schlechter als der erst teil... ich finde ihn sogar fast besser... er ist echt witzig und mal eine abwechslung...


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