Frida USA 2003 – 119min.

Frida

Filmkritik

Qualen schön malen

Filmkritik: Andrea Bleuler

Eine ewige Heldin der Frauenzeitschriften - kreativ, schön und lebenslänglich leidend - ist auf Leinwand gebannt. Das Leben der Künstlerin Frida Kahlo à la Hollywood: Ein üppiges Feuerwerk für's Auge, ein pathetisches Liebesdrama für die Seele.

Madonna wollte die Frida Kahlo unbedingt spielen, aber Salma Hayek hat die Rolle bekommen. Ein Glück für den Film, denn Hayek hat die Lebensgeschichte der Künstlerin mit jener prickelnden Erotik durchtränkt, die einst ihre H&M-Werbekampagne auszeichnete.

Regisseurin Julie Taymor hat generell alles daran gesetzt, die Biographie so ansprechend wie nur möglich zu drapieren. So kommt es auch, dass das prägende Ereignis in Kahlos Leben - ein Autounfall, der ein Leben mit chronischen Schmerzen zur Folge haben wird - tüchtig überinszeniert ist: In Zeitlupe fliegen die Glassplitter durch die Luft und ein mystischer Goldflitter legt sich über Kahlos Körper, der soeben von einer Eisenstange durchbohrt worden ist.

Es ist die resolute Art und Weise, wie Frida Kahlo ihr Leben nach diesem Schicksalschlag angepackt hat, die sie zu einer heldenhaften Frau hat werden lassen. Kahlo übersteht qualvolle, einsame Jahre im Gipskorsett und zahlreiche Operationen, die ihre Familie finanziell ruinieren. Sie beginnt zu malen und entwickelt sich zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen der Moderne.

Taymors ansprechend und witzig inszenierte Verfilmung aber hat Kahlos Wesen fast ausschliesslich auf ihr turbulentes Liebesleben reduziert. Zweifelsohne war ihre Beziehung zum politisch engagierten Künstler Diego Rivera für ihre Entwicklung prägend. Ihre Affinität zum eigenen Geschlecht und ihre Beziehung zu Genosse Trotzki als Trotzreaktion auf die chronischen Eskapaden ihres Ehemannes darzustellen, zeugt jedoch von Prüderie und verklemmter Hobbypsychologie sondergleichen.

Überzeugend sind hingegen die Animationseinlagen im Stil einer Traumsequenz, die den Film rhythmisieren, so einen direkten visuellen Bezug zu Kahlos künstlerischen Arbeit herstellen und gleichzeitig auch noch auf ihre Bedeutung für den Surrealismus anspielen. Salma Hayek ihrerseits ist es mit ihrer Darstellung gelungen, sich neu als Charakterschauspielerin zu etablieren.

17.03.2011

3

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Kommentare

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8martin

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo und ihr leidvolles Schicksal waren bis dato nur in Insiderkreisen bekannt. Lange waren mexikanische Künstler in Europa nur eine exotische Sehenswürdigkeit. Umso anerkennenswerter ist diese gelungene Biographie, die von Salma Hayek nicht nur mitproduziert, sondern auch gleichzeitig mit ihr als Hauptdarstellerin besetzt wurde. Sie sieht der Frida wirklich verblüffend ähnlich.
Ein stimmungsvolles Sittengemälde mit eindrucksvollen Bildern aus dem Künstlermilieu der wilden 20er Jahre. Es gibt heiße Liebesszenen, Sauf- und Raufanlässe, revolutionäre Lover und viel linke Ideologie. Frida hatte in ihrem Leben zwei Unfälle: einen auf der Straße, der sie teilweise lähmte und einen in der Begegnung mit Diego Rivera (Alfred Molina als ihr ebenbürtiges Alter Ego). Das war der schlimmere. Diese Hassliebe prägte auch ihre Kunst. Anhand ihrer Gemälde kann man ihren künstlerischen Weg vom Realismus über den Symbolismus zum Surrealismus nachvollziehen. Durch Animationen wird die Kernaussage ihrer Bilder noch besonders hervorgehoben. Hier werden Schmerz und Einsamkeit thematisiert oder symbolische Vergleiche gezogen: Diego als King Kong.
Aber auch ihr Elternhaus und die Begegnung mit Trotzki (Geoffrey Rush) werden erwähnt. In den gehaltvollen Dialogen treten eine ganze Reihe von Stars in kleineren Rollen auf: u. a. Antonio Banderas als linker Revolutionär, Ashley Judd als lesbische Tangotänzerin, Edward Norton als Geldmagnat u. v. a. Ihr Ende wie auf einem Gemälde in einem brennenden Bett. ‘Ich hoffe der Abgang ist erfreulich. ‘ Die Oscars sind berechtigt.

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jeder sie ich kannte fand das gut... ich nicht, so wie hopkins in ein langeweilige picasso film hier jetzt ein weniger talentierte salma in ein nicht viel spannendere film

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fitsche

Da bist du einige Jahre zu spät... der Film ist jedoch auf DVD erhältlich...

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