M3GAN USA 2023 – 102min.

Filmkritik

Mörderische Trösterin

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Wie man aus einer spannenden Grundkonstellation einen konfusen Film ohne packende Atmosphäre macht, zeigt der Puppenhorror «M3GAN», an dem mit James Wan immerhin ein Genrespezi als Ideengeber und Produzent beteiligt ist. Hier verlieren er, Drehbuchautorin Akela Cooper und Regisseur Gerard Johnstone leider völlig die Orientierung.

Bespassen, trösten und zu einer echten Freundin werden: All das soll die Hightech-Puppe M3GAN leisten, die die in einer Spielzeugfirma arbeitende Robotik-Expertin Gemma (Allison Williams) ohne Erlaubnis ihres Chefs entwickelt. Als sie die Möglichkeit erhält, das Können ihrer Schöpfung zu beweisen, testet sie den Prototypen an ihrer Nichte Cady (Violet McGraw), für die sie erst kürzlich die Vormundschaft übernommen hat. Die Folgen sind fatal…

Ein Spielzeug, das Eltern komplett entlasten soll, mit seiner Umgebung auf komplexe Weise interagiert und dank einer leistungsstarken KI ständig lernt, scheint wie gemacht für einen gruseligen Thriller, der die Technisierung unseres Alltags hinterfragt. «M3GAN» schlägt aus dieser Prämisse jedoch erschreckend wenig Kapital.

Zunächst passiert herzlich wenig, was ernsthaft furchteinflössend ist. Dann legt der Film eine Schippe drauf, packt einige blutige Gemeinheiten aus, verliert sich aber immer wieder in lächerlichen Möchtegern-Schockmomenten. Uralte Genreklischees – das Haustier, das als Erstes sterben muss – gehören ebenso zum Programm wie karikaturenhafte Nebenfiguren und ins Nirwana führende Handlungselemente. Überhaupt wirkt das Drehbuch seltsam unausgegoren, schafft kein Gefühl für die zeitlichen Abläufe und erlaubt sich einige grotesk unglaubwürdige Volten. Nur ein Beispiel: Warum die amoklaufende, lediglich 1,20 Meter grosse Puppe gegen Ende plötzlich Hulk-Qualitäten besitzt, bleibt gänzlich schleierhaft.

05.01.2023

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Kommentare

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Patrick

vor 14 Tagen

Mehr Drama und mehr Terminator statt Horror das einzige Horror~Hafte sind die Augen von Megan,aber dennoch hat uns Megan Spass gemacht.

Zuletzt geändert vor 14 Tagen


maennele

vor 17 Tagen

Keine Ahnung, warum dieser Film mit dem Horror-Genre verglichen wird! Es handelt sich hierbei um ein Drama! Vielmehr geht es darum, aufzuzeigen, wie degereriert und dumm unsere Gesellschaft geworden ist. Typisches Beispiel: Als ich den Film gesehen habe, hat sicher alle 10 Minuten das Handy eines Mädchens in der Reihe vor mir aufgeleuchtet; nur, damit sie sich darin anschauen konnte 🙈! Und warum die ‚Puppe‘ über eine solche physische Kraft verfügt (was übrigens nicht erst am Schluss des Films der Fall war…): Da hätte der ‚Hauskritiker‘ vielleicht besser aufgepasst! Aber wahrscheinlich war er gerade mit seinem Handy beschöftigt, als dies in der entsprechenden Szene erläutert wurde!!!Mehr anzeigen


Taz

vor 25 Tagen

Ein paar Erschreckmomente hat er ja, aber ansonsten halt auch viel Leerlauf. Eine echte Bedrohung fand ich die Puppe jetzt nicht, dafür fehlte die Entwicklung hin zum Bösen (analog Chucky, der das viel besser zeigt). Technisch hat es mir aber echt gut gefallen, ein Grusler für den Feierabend.Mehr anzeigen


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