The Suicide Squad USA 2021 – 132min.

Filmkritik

Superschurken leisten Hilfe

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

In dieser etwas widerwilligen Fortsetzung von «Suicide Squad» wird einmal mehr eine furchteinflössende Bande von Oberbösewichten auf geheime Mission geschickt. James Gunns Film bietet jedoch unerwarteten Witz und Tiefe, die ihn auch für nicht eingefleischte Fans unterhaltsam machen.

Die skrupellose Regierungsvertreterin Amanda Waller (Viola Davis) sammelt im Belle Reve Gefängnis wieder kriminelle Superbösewichte wie den Scharfschützen Bloodsport (Idris Elba),den technischen Strategen Peacemaker (John Cena) oder Jokers Ex-Freundin Harley Quinn (Margot Robbie) und schickt sie auf eine geheime Mission. Der zusammengewürfelte Haufen muss sich durch den dichten Dschungel der fiktiven, südamerikanischen Inselrepublik Corto Maltese kämpfen, wo gerade ein gewalttätiger Militärcoup stattgefunden hat. Da die neue Regierung nicht zu den Freunden der USA zählt, soll die Suicide Squad alle Spuren des «Projekts Starfish» vernichten, das während Jahrzehnten im ehemaligen Nazi-Gefängnis Jötunheim Versuche an einer ausserirdischen Lebensform durchgeführt hat. Aber das enorme Militäraufgebot des neuen Präsidenten Silvio Luna (Juan Diego Botto), die aufgebrachten Rebellen, die Lunas Regime stürzen wollen und die drastischen Gemütsschwankungen ihrer Teamkollegen machen die Suicide Squad zum Himmelfahrtskommando.

«The Suicide Squad» macht keinen Hehl daraus, dass der Film keine Fortsetzung zum wenig beliebten Vorgänger aus dem Jahre 2016 sein will. Mit nur einem zusätzlichen «The» anstatt einem «2» im Titel, scheint James Gunns (Guardians of the Galaxy) Film die Erinnerung an den Vorgänger regelrecht auslöschen zu wollen. Gunn ist ein Meister des Adaptierens von Comic Büchern. Die Unbeschwertheit und der Humor, mit denen er auch diese Vorlage angeht, die von vielen Fans als heilige Kuh betrachtet wird,sind erfrischend. Der Film nimmt sich glücklicherweise nie allzu ernst, aber im Gegensatz zu «Guardians of the Galaxy» ist es ein sehr erwachsener, oft brutaler Humor, der enorm viel Blut fliessen lässt.

Gunns originelle Bildsprache ist eine willkommene Überraschung. Eine Kampfszene wurde nur in der Spiegelung von Peacemakers Metallhelm gedreht und ein anderer Showdown findet in einem unzumutbaren Pissoire statt. «The Suicide Squad» kennt ihren Platz in der Superhelden Hierarchie: In der Gosse und man ist stolz darauf. Und gerade dann, wenn Gunns Liebe für blutige Körperteile etwas zu weit geht, macht der Film eine Kehrtwende und kommentiert die politischen Machenschaften der USA in Drittweltländern, was der grossartigen Besetzung des Films Möglichkeiten für ernste Momente gibt, die vor allem von Viola Davis und Idris Elba voll ausgeschöpft werden.

Einige der besten Momente sind aber die Leisen, in denen wir mehr über unsere Antihelden erfahren. Der Polka-Dot Man (David Dastmalchian) ist ein äusserst sensibler Typ mit einem riesigen Mutterkomplex und Ratcatcher 2 (Daniela Melchior) leidet enorm unter der Absenz ihres Vaters (Taika Waititi), der in ihrer Kindheit an einer Überdosis Heroin gestorben ist. Sie beide haben ihre grösste Schwäche zu ihrer Superpower gemacht. «The Suicide Squad» bietet unerwartete Tiefe, die den Film auch für nicht eingefleischte Fans von Comic-Buch-Filmen unterhaltsam macht.

06.08.2021

4

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Kommentare

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Saints

vor 23 Stunden

Grandios! Coole Sprüche und Eastereggs auf andere Filme: Alien, Rambo etc! Sean Gunn ist auch kurz zu sehen! Alles in allem Supersache mit Bloodsport, Pissmaker... und all den anderen!

9/10 bunte Punkte


Barbarum

vor 13 Tagen

Herrlich wild, abgründig und blutig macht „The Suicide Squad“ den desaströsen ersten Kinoausflug der Task Force X vergessen und pumpt dank visueller Kostbarkeiten neues Leben in eine zum Sterben zurückgelassene Film-Reihe.


Filmenthusiast

vor 27 Tagen

Deutlich schlechter als der Vorgänger: Grottenschlechte Story und überkitschige Klischee-Charaktere mit einer psychologischen Tiefe eines Abziehklebers, ohne Harley Quinn wär er für die Tonne. Nach Shazam der bisher schlechteste DC-Film. Doch da DC allgemein einen super hohen Standard hat, reicht das immer noch für drei Sterne, "Popcorn-Kino", wie Patrick so schön sagt.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 25 Tagen


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