Yakari - Grosse Stürme mit kleiner Donner Belgien, Frankreich, Deutschland 2020 – 73min.

Filmkritik

Ein Junge und sein Pferd

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Seit fast 50 Jahren erscheinen die Comic-Abenteuer des kleinen Yakari nun schon, die von André Job und Deríb gestaltet wurden. Sie haben sich in all der Zeit zu einem der beliebtesten und gängigsten Comics für Kinder entwickelt, dem im Jahr 2005 auch eine eigene Zeichentrickserie gewidmet wurde. Nun geht der Kinofilm an den Start, damit eine neue Generation von Kids mit Yakari Bekanntschaft machen kann.

Der kleine Junge Yakari vom Stamm der Sioux träumt davon, auf dem Wildpferd Kleiner Donner zu reiten, doch bislang ist es niemandem gelungen, es zu fangen oder gar zu zähmen. Als es mit einem Huf unter einem Felsen gefangen ist, hilft Yakari dem Pferd und erhält zur Belohnung vom Grossen Adler die Gabe, mit den Tieren reden zu können. Kurz darauf gerät Yakari in einen reissenden Fluss und wird weit weg von daheim ans Ufer geschwemmt. Zusammen mit Kleiner Donner macht er sich auf den abenteuerlichen Heimweg.

Analog zur alten Serie setzt man hier nicht auf Computeranimation, sondern bietet klassischen Zeichentrick. Der ist zwar in den Hintergründen sehr einfach gehalten, erinnert aber daran, wie viel Charme diese handgezeichneten Bilder eigentlich haben. In Zeiten des computeranimierten Films hat man das schon fast vergessen. Gerade bei diesem Stoff lohnt sich die Entscheidung für klassischen Zeichentrick, weil der Film damit den Comic-Bildern näher kommt, als dies mit Computeranimation möglich gewesen wäre. Das mag zwar auch funktionieren, wie man schon bei den jüngsten Asterix-Filmen gesehen hat, ein klein wenig charmanter ist jedoch die Art, wie man bei Yakaris Kinoausflug vorgegangen ist.

Der Film ist natürlich auf Kinder zugeschnitten. Er erzählt ein einfach gestricktes Abenteuer, das jedoch mit reichlich Abwechslung daherkommt und Yakari auf allerhand Tiere treffen lässt, die erstaunt sind, dass er ihre Sprache spricht. Die Geschichte kommt mit einer simplen, aber sympathischen Botschaft daher, die auch schon die Comics zu dem machen, was sie sind: echte Klassiker. Hier wird das Zusammenleben von Mensch und Tier und der Umgang des Menschen mit seiner Umwelt thematisiert. Zugleich geht es um den Wert echter Freundschaft, die alle Hürden überwindet.

Herausgekommen ist ein putziger, sehr schöner Kinderfilm, den ältere Zuschauer ebenfalls geniessen können. Weil auch eine gehörige Portion Nostalgie verbreitet wird, sind im Lauf der Jahrzehnte doch ganze Generationen von Lesern mit Yakari aufgewachsen. Den kleinen Helden nun im Kino zu sehen, ist darum für Zuschauer jeder Altersgruppe ein grosser Spass. Der nächste Film darf gerne kommen.

13.10.2020

4

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Kommentare

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sonja555

vor 5 Tagen

Einfach nur herzig! 🥰


christoler

vor 9 Tagen

Bezaubernder, spannender Film, gut gezeichnet und abwechlungsreich gestaltet, meine Tochter, meine Frau und ich sind begeistert!


Taz

vor 9 Tagen

Herzig ja, die Animationen einfach und wie im Comic und dann noch eine anständige Story, die für Kids (und nostalgische Yakari-Fans) absolut okay ist. Mit viel gutem Willen gesehen, dürfte aber ohne Vorkenntnisse eher zäh sein.


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