Vier Wände für Zwei Spanien 2020 – 94min.

Filmkritik

Eine Frauenfreundschaft, vom Zufall gestrickt

Irene Genhart
Filmkritik: Irene Genhart

Bernabé Ricos Komödie um eine Seniorin, die ihre letzten Tage geniessen will, und eine erfolgreiche Managerin Ende 30, die sich unverhofft eine Wohnung teilen müssen, bewegt sich lose in der Nachfolge von «Ziemlich beste Freunde».

Bernabé Ricos «Vier Wände für Zwei» ist eine Verfilmung von Juan Carlo Rubios Theaterstück «100m2». Es ist eine Dramödie, deren Absurdität sich aus der Tatsache speist, dass jemand eine Wohnung ersteht, in die er nicht einziehen kann, bevor die Vorbesitzerin gestorben ist. Das könnte brandschwarzer Krimistoff sein, dient hier aber als Vorgabe für eine Freundschaftsgeschichte, deren Reiz sich vor allem aus dem Zusammentreffen seiner sehr unterschiedlichen Protagonistinnen ergibt: Der von Juana Acosta mit liebenswürdiger Kratzbürstigkeit gespielten Lola und Kiti Manvers Karrieristin Sara, die erst in der Begegnung mit der älteren Frau die wahren Werte des Lebens entdeckt. «Vier Wände für Zwei» ist konventionell erzählt und in vielem vorhersehbar. Doch die Dialoge sind pointiert und das Geschehen wird von intensivem Musikeinsatz unterstrichen. Und mit der Nebenfigur des unablässig den Beruf wechselnden Ramos, der den zwei Frauen immer wieder über den Weg läuft, ist Rico ein köstlicher Running Gag geglückt.

04.07.2022

3.5

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