Scary Stories to Tell in the Dark USA 2019 – 111min.

Scary Stories to Tell in the Dark

Filmkritik

Buch des Grauens

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Vier jugendliche Außenseiter werden von einem schrecklichen Fluch bedroht und kämpfen verzweifelt ums Überleben. Was leicht ein Abklatsch der It-Geschichte hätte werden können, entwickelt unter der Regie von André Øvredal (The Autopsy of Jane Doe) und mit Unterstützung des horrorbegeisterten Produzenten Guillermo del Toro einen ansprechenden Gruselcharme.

In der Halloween-Nacht des Jahres 1968 treffen die Freunde Stella Nicholls (Zoe Margaret Colletti), Auggie Hilderbrandt (Gabriel Rush) und Chuck Steinberg (Austin Zajur) auf der Flucht vor dem fiesen Tommy Milner (Austin Abrams) in einem Autokino auf den durchreisenden Ramón Morales (Michael Garza), in dessen Wagen sie Unterschlupf finden. Als die Gefahr vorüber ist, beschliessen die Vier, ein Geisterhaus am Rande der Kleinstadt zu besuchen. Dort angekommen, entdecken sie in einem geheimen Versteck ein altes Manuskript aus der Feder einer gewissen Sarah Bellows, das zahlreiche Horrorstorys enthält. Als die Teenager nach einem unheimlichen Zwischenfall wieder nach Hause gehen, erliegt Nachwuchsautorin Stella der Versuchung, das ominöse Buch mitzunehmen. Wie von Geisterhand taucht darin nur wenig später eine neue Erzählung auf. Und kurz darauf sieht sich die Clique mit grauenhaften Ereignissen konfrontiert.

Scary Stories to Tell in the Dark basiert lose auf der gleichnamigen Buchreihe des US-Schriftstellers Alvin Schwartz und baut bereits in der Eröffnungsmontage, die von dem Sechziger-Jahre-Song „Season of the Witch“ untermalt wird, eine knisternde, nostalgisch gefärbte Stimmung auf. Die Zeit, in der die Handlung spielt, fangen die Macher nicht nur in der Garderobe ihrer Figuren oder den Schauplätzen überzeugend ein. Auch damalige politische und gesellschaftliche Entwicklungen finden am Rande immer wieder Erwähnung. Anders als so oft ist der Retroflair hier also nicht bloss vordergründig.

Dass sich der Plot des Films aus vielen bekannten Horrormotiven zusammensetzt und sicher nicht für seine Originalität in die Geschichte eingehen wird, stört nur wenig. Denn die Macher arrangieren die vertrauten Elemente mit viel Liebe zum Detail und führen den Zuschauer durch ein angenehm altmodisches Gruselfest, das sparsam mit lauten Schockeffekten umgeht. Ähnlich wie die Stephen-King-Adaption It präsentiert Scary Stories to Tell in the Dark eine sympathische, glaubhaft verschworene Aussenseitertruppe, deren Schicksal einem keineswegs egal ist. Grossen Anteil daran haben freilich die unverbrauchten Jungdarsteller, die mit ihrer natürlichen, neckischen Interaktion den unterhaltsamen Halloween-Schauer abrunden.

18.10.2019

3.5

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Kommentare

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dulik

vor 5 Tagen

"Scary Stories to tell in the Dark" kommt so ein bisschen wie eine Mischung aus "Es" und "Stranger Things" daher. Hier funktioniert das Prinzip aber leider nicht ganz so gut. Obwohl die Geschichte aus der Feder von Oscar-Preisträger Guillermo del Toro stammt, ist diese erstaunlich dünn und leider auch sehr vorhersehbar. Somit schaut sich der Film, der zwar technisch solide gemacht ist und durchaus auch starke Momente hat, wie eine langgezogene Version des Trailers.
6/10Mehr anzeigen


Patrick

vor 13 Tagen

Oldschool Grusel~Schocker,der für über 100.Min bestes Grusel Märchen ist.Und somit der Beste Horror Film aus dem Jahr 2019.Dafür gibts von Mir 4.1/2 Kürbisse von 5.

Zuletzt geändert vor 13 Tagen


flashgordon99

vor 14 Tagen

Geht so … Na ja, sicherlich besser als auf persönlicher Ebene erwartet aber dann doch schlechter als von der Öffentlichkeit angekündigt. Einigermassen "rund" gestartet, driftet der Film ins typische, inzwischen ausgelaugte Modell ab; Frauenpower, wer hat Angst im Dunkeln, Aussenseiter retten die Welt und sind auf einmal brutal mutig. Okay, gut zu wissen. Schnitt und nächster Film :-(Mehr anzeigen


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