Der Spion von Nebenan USA 2019 – 102min.

Filmkritik

Der Hüne und seine Nervensäge

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Dave Bautista tritt mit Der Spion von Nebenan in die Fussstapfen von Arnold Schwarzenegger (Kindergarten Cop), Vin Diesel (Der Babynator) und Dwayne Johnson (Zahnfee auf Bewährung). Sie alle sind Action-Stars, die sich nicht nur komödiantisch versuchten, sondern an der Seite von Kids agieren mussten – und zumeist vom Charme der Kleinen hoffnungslos an die Wand gespielt wurden. Bautista ergeht es mit seinem C-Star, der elfjährigen Chloe Coleman, nicht anders.

CIA-Agent JJ hat bei einer Undercover-Mission einen richtigen Bock geschossen. Sein Boss gibt ihm aber noch eine Chance. Zusammen mit der verschrobenen Bobbi muss JJ nun die Wohnung einer jungen Witwe überwachen. Das klingt nach dem langweiligsten Job der Welt, aber Sophie, die neunjährige Tochter der Überwachten, kommt JJ auf die Schliche. Sie lässt ihn jedoch nicht auffliegen, sondern will etwas von ihm: Er kann sich ihr Schweigen erkaufen, indem er ihr das Spionage-Handwerk beibringt. Widerwillig lässt er sich darauf ein, die vorlaute Göre kostet ihn aber den letzten Nerv.

Regisseur Peter Segal hat einen sehr formelhaften, aber weitestgehend stimmigen Film abgeliefert, der die typischen Elemente dieser Art von Komödie besitzt. In erster Linie funktioniert der Film, weil der Kontrast zwischen dem hünenhaften Agenten und der kleinen Nachbarstochter wunderbar ist. Chloe Coleman spielt ausgesprochen gut. Rollen wie die ihre neigen dazu, enervierend und unsympathisch zu sein. Nicht so jedoch hier, da Coleman die richtige Balance zwischen clever und sympathisch findet. Bautista wiederum spielt eine Rolle, wie er sie in den letzten Jahren häufiger zum Besten gegeben hat. Im Rahmen dessen, was er zu tun hat, überzeugt er, neben Vollblutkomikern wie Ken Jeong und Kristen Schaal merkt man aber durchaus, dass seine Möglichkeiten begrenzt sind.

Der Spion von Nebenan wird zwar als Action-Komödie vermarktet, tatsächlich gibt es so viel Action aber gar nicht. Die findet sich vor allem am Anfang und am Schluss, dazwischen geht es vor allem um das ungleiche Duo, das sich im Verlauf der Geschichte zusammenraufen muss. Hier kommt es vor, dass es Momente echten Leerlaufs gibt, weil das, was erzählt wird, letzten Endes keinen originellen Knochen im Leib hat. Aber was Segal bietet, ist zumindest sympathisch.

In erster Linie ist Der Spion von Nebenan ein ganz hübscher Familienfilm, der von allem ein wenig hat. Action für die einen, eine romantische Geschichte für die anderen und einige ganz gute Gags. Das ist ein Cocktail, der geistig sicherlich nicht herausfordernd ist, aber mit dem man einen vergnüglichen Abend verbringen kann.

18.03.2020

3

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Taz

vor 18 Tagen

Die unterschiedlichen Charaktere und deren Kombination machen den Film sehenswert. Ein paar Witze da, bisschen rumblödeln und sich zum Affen machen. Wenn der Riese mit dem Mädel agiert, dann geschieht das auf sympathische und charmante Art. Kann man sich anschauen.


Mehr Filmkritiken

Atlantique

Justice League

Das letzte Buch

Moskau Einfach!