Wunder Park Spanien, USA 2019 – 86min.

Wunder Park

Filmkritik

Du bist das Wunder

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Wunder Park ist der erste Animationsfilm, den Nickelodeon in diesem Jahr ins Kino bringt. Und es ist ein Film, der im Grunde als eine Art Pilot für eine Serie dient, denn zum Ende des Jahres wird der Kindersender eine Serienfortsetzung präsentieren. Das kann man sich auch gut vorstellen, da die Welt des Films wirklich reichhaltig ist und jede Menge Potenzial für weitere Geschichten beinhaltet.

Die kleine June erfindet mit ihrer Mutter das Wunderland, den besten Vergnügungspark auf der ganzen Welt, in dem ihre Stofftiere die Leute erheitern und ihr Affe Peanut immer wieder neue aufregende Ideen für Attraktionen hat – die ihm freilich Junes Mutter ins Ohr flüstert. Als Junes Mutter schwer krank wird, ergreift eine Dunkelheit von June Besitz: Sie will nicht länger an den magischen Vergnügungspark glauben. Und das Wunderland bezahlt den Preis dafür, weil es zerfällt und von der Dunkelheit verschlungen wird. Eines Tages verschlägt es June aber dennoch dorthin zurück – und nun setzt sie alles daran, diesen Park, der auch ihrer Mutter so viel bedeutet, zu retten.

Wunder Park ist ein wunderschöner, sehr amüsanter Film, der aber auch über erstaunlich viel Tiefgang verfügt. Das mag den jüngsten Zuschauern nicht auffallen, ein älteres Publikum weiss das aber zu schätzen. Denn der Film befasst sich – wenn auch nicht in voller Konsequenz – mit dem Thema Verlust. Man sieht der Mutter an, dass sie schwer krank ist. Dass man nicht mehr darüber erfährt, versetzt den Zuschauer in die Position von June und damit in diejenige eines kleinen Kindes, dem man eben auch nicht alles erzählt.

Das Mädchen reagiert, wie es wohl natürlicher nicht sein könnte: Es schottet sich ab und verfällt der Dunkelheit. Das wird auf phantastische Weise gezeigt, da die Dunkelheit nicht unähnlich dem Nichts in «Die unendliche Geschichte» das Phantasieland zu verschlingen droht. Tatsächlich gibt es hier aber noch eine ganz andere, weit erwachsenere Ebene, denn June verfällt in eine Depression. Es ist die Dunkelheit, die sie erfasst, die auch das Wunderland zu zerstören droht, sodass der Kern der Geschichte eigentlich aus dem Aufzeigen besteht, wie sie sich wieder ans Licht kämpft.

Das macht Wunder Park zu einem erstaunlich vielschichtigen Animationsfilm, der Kindern auf spielerische Art den Umgang mit Verlust näherbringen will. Damit traut sich Nickelodeon etwas, das die meisten anderen Animationsstudios tunlichst vermeiden, da die Geschichten zwar gerne eine Moral haben, aber eben auch nicht zu tiefsinnig sein dürfen. Wunder Park ist das wiederum, versteht es aber, dies unter einem bunten Abenteuer mit Zuckerguss zu verstecken.

05.04.2019

4

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Kommentare

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bono

vor 6 Monaten

Ein wunderbarer farbenprächtiger Film, der trotz dem schwierigen Thema zu überzeugen weiss, obwohl die kleinen Aeffchen nervig sind .. ;-) Der Kampf der Mutter gegen die Krankheit muss nicht weiter thematisiert werden.


Taz

vor 7 Monaten

Nett. Verkommt aber im MIttelteil zur Kids-Blödelei und wird somit langweilig und vorhersehbar. Die Rahmenstory mit der Mutti ist zuwenig stark thematisiert.


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