The House That Jack Built 2018 – 155min.

The House That Jack Built

Filmkritik

The House That Jack Built

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Früher war Lars von Trier mit seinen Filmen Dauergast in Cannes und gewann dort regelmäßig Preise (unter anderem die Goldene Palme für Dancer in the Dark), doch nach seiner skandalösen Pressekonferenz anlässlich der Melancholia-Weltpremiere verbannte das Festival den Dänen als persona non grata. Sieben Jahre später durfte er nun – wenn auch nur außer Konkurrenz – mit The House That Jack Built zurückkehren.

In dem lange angekündigten Projekt lässt von Trier einen Serienkiller (Matt Dillon) seine Taten anhand von fünf Beispiel selbst präsentieren; wer der Zuhörer und Fragensteller (Bruno Ganz) ist, dem er sich dazu im Off offenbart, beginnt man erst spät zu ahnen. Daran, dass der Regisseur nur allzu gerne provoziert und schockiert, hat sich noch immer nichts geändert, doch die Gewaltausbrüche – vor allem gegen Frauen und Kinder – in The House That Jack Built haben selbst für ihn eine neue, schwer erträgliche und durchaus fragwürdige Dimension.

Demgegenüber stehen jede Menge Dialoge, über das Morden genauso wie über Kunst, Literatur oder Architektur, die anders als in früheren von Trier-Filmen aber nicht tief in der menschlichen Psyche und Gesellschaft schürfen, sondern vor allem langweilig sind. Und spätestens wenn er in einer Abhandlung über das Böse gleichzeitig seiner Vorliebe für Albert Speer huldigt, Bilder aus Konzentrationslagern zeigt und obendrein Ausschnitte aus eigenen Filmen präsentiert, fragt man sich ernsthaft, ob von Trier The House That Jack Built womöglich als verquere Rechtfertigung oder doch eher als Entschuldigung für sein bekanntermaßen häufig übergriffiges und grausames Verhalten gerade gegenüber Frauen betrachtet. So oder so hätte er diese Sache vielleicht besser für sich behalten.

16.05.2018

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