Die fantastische Reise des Dr. Dolittle USA 2019 – 88min.

Filmkritik

Der mit den Tieren spricht

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Robert Downey Jr. als verrückter Doktor Dolittle in einem verwirrenden Kinderfilm, der dem Publikum zu viele kecke Hollywood-Stars als Tierstimmen und zu wenig liebenswerte Vierbeiner liefert.

Der exzentrische Doktor Dolittle (Robert Downey Jr.) besitzt die Fähigkeit, mit Tieren in ihrer Sprache zu kommunizieren, was ihn zu einem grossartigen Tierarzt macht. Als die Königin Viktoria von England (Jessie Buckley) jedoch lebensgefährlich krank wird, kann sie nur Doktor Dolittle kurieren.

Auf der Suche nach dem Heilmittel sticht der Mediziner mit einer Handvoll Tieren wie dem Gorilla Chee-Chee (Englische Stimme von Rami Malek), dem Eisbär Yoshi (John Cena) oder dem Papagei Polynesia (Emma Thompson) als Schiffskollegen in See, um den magischen Baum zu finden, dessen Elixier das Leben der Königin retten kann. Wenn ihm da der Hofdoktor Dr. Müdfly (Michael Sheen) nur keinen Strich durch die Rechnung macht.

Die Geschichten des cleveren Doktor Dolittle, der mit den Tieren spricht, hat Kinder seit fast 100 Jahren fasziniert. Ursprünglich sind sie aus illustrierten Briefen von Hugh Lofting an seine Kinder entstanden, die der Autor in den Schützengräben des 1. Weltkriegs geschrieben hat. Um diese Geschichten, die im England des 19. Jahrhundert spielen, für heutige Kinder interessant zu machen, modernisierte sie der Autor und Regisseur Stephen Gaghan (Traffic, Syriana).

Wir lernen zum Beispiel Dolittles Lehrling Stubbins (Harry Collette) kennen, als er ihm ein Eichhörnchen zur Behandlung bringt, das er versehentlich angeschossen hat. Zum Leidwesen seines Vaters hat Stubbins mit dem Jagen von Tieren gar nichts am Hut. Und sobald Dolittle, Stubbins und die Tiere auf Reisen gehen, richten sie nicht überall Unheil an, wo sie hingehen. Sie kriegen sich zwar mit König Rassouli von Monteverde (Antonio Banderas) und einem bösen Drachen (Stimme von Frances De La Tour) in die Haare. Aber diese Konflikte werden generell nicht mit Gewalt, sondern mit Verhandeln, respektvollem Verhalten und unorthodoxen medizinischen Methoden gelöst.

So weit, so gut. Nur, der Film, der sich in erster Linie an Kinder richtet, hat ein derart chaotisches Drehbuch, dass die Geschichte auch für Erwachsene schwer nachvollziehbar ist. Downeys Darstellung des liebenswerten Tierfreundes ist irgendwo zwischen zerstreutem Professor und Jack Sparrow angesiedelt und hört sich an wie Robin Williams als Mrs. Doubtfire, nur weniger liebenswert. Das grösste Problem dieses Kinderfilms ist jedoch, dass es Dolittle an süssen, kuschligen Vierbeinern fehlt.

Der Gorilla ist erfüllt von Angstgefühlen. Der Eisbär, der die Kälte hasst, streitet sich ständig mit einem launischen Vogel Strauss (Kumail Nanjiani) und ein Tiger (Ralph Fiennes) mit Minderwertigkeitskomplexen kämpft mit seinen Ressentiments gegen seine Mutter. Es scheint, als hätte keiner der Filmemacher daran geglaubt, dass die Originalgeschichten das Publikum des 21. Jahrhunderts fesseln könnten.

28.01.2020

2.5

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Kommentare

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Patrick

vor 4 Monaten

Nette Unterhaltung für die Ganze Familie.Man Denkt bei der Neueverfilmung an die Versionen von Eddie Murphy oder vergleicht Sie damit.In diesem Sinne meine Vergleiche:Die Neuverfilmung ist näher am Original Buch dran bittet mehr Tiere an und hatt eine pompöse Ausstattung und eine famose Kostümauswahl,die Murphy Versionen hatten aber mehr Charme.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 4 Monaten


Filmenthusiast

vor 4 Monaten

Dreieinhalbsterne. Nette Unterhaltung, nichtssagende Story, symphatischer Robert Downey Junior. Er erinnert micht an den Hutmacher (Johnny Depp) in Alice im Wunderland.


Franco_0666

vor 5 Monaten

Ja


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