Die Mumie USA 2017 – 110min.

The Mummy

Filmkritik

Monstermäßiger Fehlstart

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Mit „Die Mumie“ fällt der Startschuss für das sogenannte „Dark Universe“, eine zusammenhängende Kinoreihe, bei der die Universal Studios eigene Monsterklassiker neu beleben und verknüpfen. Gewinnen konnte man für den ersten Teil dieses Leinwandgroßprojektes Actionikone Tom Cruise, der das leider arg hanebüchene Treiben trotz einiger hübsch anzuschauender Stunteinlagen nicht in solide Blockbuster-Gefilde führen kann. Statt eines launig-packenden Horrorabenteuers erwartet den Zuschauer ein Spektakelstreifen mit unfreiwillig komischen Passagen.

Ihren soldatischen Pflichten kommen die US-Amerikaner Nick Morton (Tom Cruise) und Chris Vail (Jake Johnson) im Mittleren Osten nur ungern nach. Viel lieber suchen die beiden Draufgänger nach Kulturstätten, um diese zu plündern und die erbeuteten Artefakte zu Geld zu machen. Als sie im Nordirak in eine heftige Schießerei geraten und zur Rettung einen Luftangriff anfordern, staunen sie nicht schlecht. Denn die vom Militär geschickte Rakete reißt einen Krater in den Boden und legt so eine uralte Grabanlage frei, die das diebische Duo kurz darauf mit der Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) erkundet. In seinem Übermut befreit Nick den Sarkophag der ägyptischen Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella), die für ihre Vergehen einst lebendig bestattet wurde. Während der Überführung des Leichnams nach England kommt es zu einem verheerenden Unglück. Und nur wenig später setzt die auferstandene Pharaonentochter alles daran, Nick für ein grauenvolles Ritual einzuspannen, das sie damals nicht zu Ende bringen konnte.

Anders als die Mumien-Trilogie mit Brendan Fraser, die 2008 ihren Abschluss fand, spielt die Neuauflage des klassischen Horrorstoffes größtenteils im Hier und Jetzt. Sonnendurchflutete Rückblenden geben Einblick in die Vorgeschichte und zeichnen die Antagonistin Ahmanet als machthungrige, durchtriebene Intrigantin, der man keine Empathie entgegenbringen kann, wenngleich im Presseheft das Gegenteil behauptet wird. Recht eindimensional bleibt auch die Figur der jungen Archäologin, die sich entweder von Morton retten lassen muss oder aber mythologische Hintergründe erläutert. Bedauerlicherweise gehen selbst dem von Tom Cruise mit großem Körpereinsatz gespielten Protagonisten interessante Eigenschaften ab, weshalb der Zuschauer einen halbherzigen und etwas forciert anmutenden Läuterungstrip über sich ergehen lassen muss.

Beliebig zusammengebastelt erscheint das Drehbuch, an dem mit David Koepp, Christopher McQuarrie und Dylan Kussman gleich drei Autoren beteiligt waren. Mumien-Spuk trifft hier auf Zombie-Horror, nicht selten lächerliche Dialoge, eine von Dr. Henry Jekyll (Russell Crowe) angeführte Geheimorganisation und Actionmomente, die Regisseur Alex Kurtzman („Zeit zu leben“) immerhin überzeugend in den Kasten bringt. Einige Schauwerte hat „Die Mumie“ sicherlich zu bieten. Mit seiner kruden Handlung, seinen wenig erinnerungswürdigen Figuren und seinem suboptimalen Humorgespür erweist sich der erste Teil des „Dark Universe“ jedoch als satter Fehlschuss.

12.06.2017

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Kommentare

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paipai

Ich hatte viel mehr von diesem Film erwartet: tolle Effekte, coole Story, etwas Witz und Grusel. Nix davon wurde ausreichend für mich erreicht. Am besten war die Schauspielerin, welche die Mumie gespielt hat. Kann man getrost sein lassen.

Die Mumie 2

oscon

Die Frage, die sich dem geneigten Zuschauer beim Betrachten von "The Mummy" sich zwangsläufig stellt, ist, wie viel Einfluss hatte Tom Cruise auf den fertigen Film?
Ähnlich wie bei Will Smith in Suicide Squad wird man das Gefühl nicht los: (zu) viel!
Die Rolle des Soldaten Cruise ist zwar als "mit einem Fluch belegter selbstsüchtiger Dieb" angelegt und trotzdem schafft es diese Figur zuletzt auch noch positiv aus dem ganzen Geschehen herauszukommen
(wahrscheinliche Auftritte in kommenden Filmen des Dark Universe lassen grüssen...)
Auch der weitere Cast wirkt aufdringlich:
So spielt Russell Crowe seine Rolle, des Dr. Henry Jekyll (!!!) zwar kraftvoll, spätestens mit seiner kurzen Verwandlung zu Mr. Hyde (unterstützt mit schlechten CGI Effekten) wendet sich der Zuschauer sich selbst fragend von der Figur ab. Auch Sofia Boutella als Mumie hat man in "Kingsman" zwingender in Erinnerung.
Leider wirkt der Film im Ganzen auch zu actionlastig und hat in keiner Sequenz den Charme der Verfilmung mit Brendan Fraser und Rachel Weisz aufzuweisen!

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Die Mumie 2

Maratonna

Langweilig hoch drei. Tom Cruise sollte bei seinen MI-Filmen bleiben. In diesem Streifen hat er auf jeden Fall nichts verloren. Da wird dauernd gerannt und gekämpft - es war nicht leicht, dabei wach zu bleiben. Von Spannung oder so ähnlich keine Spur. Und Russell Crowe - meine Güte, was hat den denn geritten, bei so einem Streifen mitzuspielen. Alles in allem reine Zeitverschwendung. Schade, ansonsten sehe ich Tom Cruise gerne.

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