The Founder USA 2016 – 115min.

The Founder

Filmkritik

Erfolgsgeschichte mit Beigeschmack

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Welche Eigenschaften vonnöten sind, um ein weltumspannendes Restaurant-Imperium aufzubauen, demonstriert das biografische Drama The Founder von John Lee Hancock (Saving Mr. Banks). Mit Beharrlichkeit, einer grossen Vision und einer ordentlichen Portion Rücksichtslosigkeit verwandelt ein gewisser Ray Kroc darin einen kleinen, bereits bestehenden Burger-Laden in den Fast-Food-Giganten McDonald's, dessen Filialen heute überall auf der Welt zu finden sind.

Anfang der 1950er Jahre läuft es für den Mixer-Vertreter Ray Kroc (Michael Keaton) mehr schlecht als recht. Auf seinen Touren durch die USA löst er mit seinen klobigen Geräten bei Imbiss-Besitzern nur selten Begeisterungsstürme aus. Umso verwunderter reagiert der wortgewandte Geschäftsmann auf eine umfangreichere Bestellung aus San Bernardino, die ihn dazu reizt, seine neuen Kunden in Augenschein zu nehmen. In Kalifornien angekommen, stellt Ray begeistert fest, dass die Brüder Dick (Nick Offerman) und Mac McDonald (John Carroll Lynch) ihr beliebtes Schnellrestaurant mit grosser Effizienz betreiben. Nach einer Einführung in ihre bestens durchstrukturierte Arbeitsweise unterbreitet Kroc den beiden Männern ein folgenreiches Angebot, dem sie trotz anfänglicher Zweifel zustimmen: Fortan will der Mixer-Verkäufer als Franchise-Nehmer dafür sorgen, dass ihr Laden und sein Konzept im ganzen Land Verbreitung finden.

The Founder beginnt damit, dass die Hauptfigur direkt in die Kamera spricht, und greift auch am Ende auf dieses eher ungewöhnliche Stilmittel zurück. Ist es anfangs ein Verkaufsgespräch, bei dem Kroc seinen Multimixer verzweifelt an den Mann zu bringen versucht, übt er auf der Zielgeraden mit einem selbstverliebten Lächeln vor einem Spiegel eine Rede, in der er von seiner unglaublichen Erfolgsgeschichte berichten soll. Zwischen diesen Polen entspinnt sich ein packendes, dynamisch inszeniertes Biopic, das seinen Protagonisten bei aller Bewunderung für seine Geschäftstüchtigkeit zunehmend als amoralischen Haifischkapitalisten entlarvt und den viel beschworenen "Amerikanischen Traum" einer kritischen Prüfung unterzieht.

Hancock und Drehbuchautor Robert D. Siegel spitzen dabei sicherlich einiges zu und hätten in manchen Fällen – etwa im Nebenstrang rund um Kroc und seine Ehefrau Ethel (Laura Dern) – noch mehr in die Tiefe gehen können. Die meiste Zeit gelingt The Founder aber der Spagat zwischen Charakterstudie und Business-Drama, was nicht zuletzt einem exzellenten Hauptdarsteller zu verdanken ist. Krocs unermüdlichen Eifer transportiert Michael Keaton ebenso überzeugend wie die mitunter kriminelle Skrupellosigkeit, die der Franchise-Agent gegenüber seinen idealistischen Geschäftspartnern allmählich an den Tag legt.

21.04.2017

4

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Kommentare

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Deg89

Eine genaue Einführung wie ein Familienunternehmen in Business transformiert wird. Micheal Keaton gibt mit seiner Performance den Ausdruck eines Menschen wieder, der nach Aufstieg strebt und sich selbst überwältigen will. Abseits der Unternehmensexpansion fehlt es zwar an Höhepunkten, diese sind aber fehlerlos in Szene gesetzt.

The Founder 4

Blanca

Unterhaltsamer Film vom Aufstieg der McDonald's Fast-Food-Kette.

The Founder 3

frozone

Der Film präsentiert solide und ohne Umschweife den Aufstieg des Ray Croc (von Keaton faszinierend selbstgefällig gespielt). Besonders Freude macht das gelungene Production Design und die Kostüme, die den Geist der Zeit herrlich auf die Leinwand übertragen.

The Founder 4

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