Rogue One: A Star Wars Story USA 2016 – 133min.

Filmkritik

Star Wars der anderen Art

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Rogue One, der erste, eigenständige Star Wars-Film, hängt in der Mitte zwar etwas durch, macht das aber mit gelungenen Überraschungen, visuellen Leckerbissen und einem grossartigen dritten Akt wett.

In einer Galaxie, weit, weit entfernt sind die Jedi Ritter besiegt und das böse Imperium feiert seinen Sieg mit dem Bau einer Superwaffe. Angeführt von Jyn Erso (Felicity Jones) macht sich eine Gruppe von Rebellen wie der Kapitän Cassian Andor (Diego Luna), der Pilot Bodhi Rook (Riz Ahmed) und der umprogrammierte Droide K-2SO (Alan Tudyk) auf, die Pläne zu stehlen, die das Geheimnis zur Zerstörung des Todessterns enthalten sollen.

Rogue One ist das erste eigenständige Star Wars-Spin-Off, das unabhängig von den sieben vorangehenden Episoden existieren soll. Aber, sind wir mal ehrlich, ohne ein gewisses Basis-Wissen in Sachen Star Wars macht dieser Film nur wenig Sinn. Zeitlich zwischen den Episoden III und IV angesiedelt, konzentriert sich der Film auf neue Figuren oder Leute wie Saw Gerrera (Forest Whitaker), die wir aus der Zeichentrick-TV-Serie "The Clone Wars" kennen. Das soll aber nicht heissen, dass in Rogue One keine alten Bekannten vorkommen. Wie der Trailer schon verrät, macht jedermanns Lieblings-Bösewicht Darth Vader einen Auftritt und das geschulte Auge wird noch viele andere vertraute Gesichter erspähen.

Im Gegensatz zu Star Wars: The Force Awakens, der uns im letzten Jahr wohlig nostalgische Gefühle bescherte, konzentriert sich Regisseur Gareth Edwards in Rogue One auf den dunklen Kriegs-Aspekt von Star Wars. Er platziert den grossartigen Show-Down zwischen den Rebellen und dem Imperium auf einem neuen, tropischen Planeten namens Scarif, wo sich AT-ATs wie Panzer durch Palmenhaine walzen und X-Wing Kampfflugzeuge im türkisfarbenen Meer widerspiegeln. Man glaubt bisweilen, die Scharniere der Stormtrooper Uniformen in der salzigen Seeluft rosten zu sehen.

Edwards setzt das oft künstlich wirkende Motion-Capturing gekonnt ein, um Fantasiefiguren wie dem fischköpfigen Admiral Raddus oder dem neuen Droiden K-2SO Menschlichkeit einzuhauchen. Andererseits benutzt er die Technologie, um gewisse Figuren, die wir aus Episode IV kennen, zu verjüngen oder sie gar aus dem Grabe auferstehen zu lassen.

Rogue One könnte als Prequel von Episode IV bezeichnet werden, weshalb wir eigentlich den Ausgang dieser Geschichte kennen. Die Filmemacher haben jedoch genügend Überraschungen und Wendungen eingebaut, um das Publikum bei der Stange zu halten.

15.12.2016

4

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Kommentare

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Ysegrim

vor 4 Jahren

Ein guter Kriegsfilm im Star Wars Universum, was will man mehr.


aforrer

vor 4 Jahren

Einer der besseren StarWars Filme da endlich eine gute Story und äusserst gute Schauspieler und nicht nur technisches bumm bumm. Macht Lust auf Mehr, das konnte ich bei den letzten zwei SW-Filmen leider nicht sagen.


martinu

vor 5 Jahren

Dank technischem Fortschritt sind die Ansprüche an dieses Genre im Effektbereich gestiegen. Was in den ersten Star Wars-Filmen noch als sensationell und bildgewaltig bewertet werden konnte, ist heute bei vielen Filmen - leider auch bei diesem - eher als durchschnittlich zu werten. Auch vom Soundtrack war ich ziemlich enttäuscht. Dazu noch eine relativ belanglose und teils recht verwirrende Story. Ich glaube nicht mehr so recht daran - auch nach dem letzten Star Wars-Streifen, dass die Qualität an die erste Reihe wieder mal erreicht werden kann. Solide, mehr nicht. Pluspunkte für die teils humorvollen Einlagen.Mehr anzeigen


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