The Boss Baby USA 2017 – 97min.

The Boss Baby

Filmkritik

Säugling auf geheimer Mission

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Ein 7-Jähriger mit blühender Fantasie und ein anzugtragender Säugling mit BWL-Kenntnissen bilden in The Boss Baby ein ungewöhnliches Gespann, das eine große Verschwörung aufdecken muss. Madagascar-Regisseur Tom McGrath schneidet dabei spannende Themen an, liefert insgesamt aber nicht mehr als eine mittelmäßig unterhaltsame Animationskomödie mit schönen optischen Einfällen ab.

Von seinen Eltern (Originalstimmen: Lisa Kudrow und Jimmy Kimmel) wird der 7-jährige Tim Templeton (Miles Christopher Bakshi) liebevoll umsorgt und darin bestärkt, seiner Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. In seiner Fantasie durchlebt der aufgeweckte Junge regelmäßig Abenteuer, die ihn an aufregende Orte führen. Als eines Tages ein Brüderchen (Alec Baldwin) ins Haus spaziert, dreht sich der Familienalltag plötzlich nur noch um das neue Baby, das stets einen Anzug trägt. Recht bald findet der vernachlässigte Tim heraus, dass der Säugling sprechen kann, wie ein knallharter Manager denkt und den Auftrag hat, die Pläne eines windigen Geschäftsmannes (Steve Buscemi) zu durchkreuzen, der die Begeisterung der Menschen für Hundewelpen auf Kosten der Nachwuchsplanung ankurbeln will.

Als lose Vorlage diente McGrath das gleichnamige Bilderbuch der US-Autorin Marla Frazee, in dem ein selbstbewusstes Baby seine Eltern fest im Griff hat. Der große Bruder, der durch den Neuankömmling an den Rand gedrängt wird, ist eine Erfindung der Filmemacher, die eine – auch für kleine Zuschauer – spannende Perspektive eröffnet. Immerhin befasst sich die Adaption auf diese Weise ganz konkret mit der Frage, was ein Kind empfindet, wenn sich die Aufmerksamkeit der Eltern nach einer Geburt auf einmal verlagert. Verbunden ist dieser Gedanke mit der absurden, aber lustigen Vorstellung eines Business-Säuglings, der sich, ohne zu zögern, als Denker und Lenker begreift.

Ausgehend von den reizvollen emotionalen und satirischen Ansätzen hätten McGrath und Drehbuchautor Michael McCullers ein raffiniert-charmantes Familienabenteuer ins Rollen bringen können. Stattdessen setzen sie jedoch auf eine willkürlich zusammengeschraubte Verschwörungsgeschichte, die sich ehrlich berührenden Momenten verweigert. Einige turbulente Actionszenen machen Spaß. Und manche Anspielungen sind amüsant. Verglichen mit den gewitzt-ergreifenden Erzählungen diverser Pixar- oder Disney-Arbeiten, zieht The Boss Baby aber klar den Kürzeren. Was wirklich schade ist, da die Bilderbuchadaption tolle visuelle Ideen zu bieten hat. Besonders in Erinnerung bleibt die comicartige Darstellung von Tims schrankenloser Fantasie, in die wir immer wieder abtauchen.

27.03.2017

3

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Kommentare

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dulik

"The Boss Baby" ist ein insgesamt gelungener Animationsfilm, der viele gute Ansätze zu bieten hat, diese aber leider nicht immer wie gewünscht rüberbringen kann.
Positiv stechen vorwiegend die kunstvolle Darstellung der Erinnerungen von Tim heraus. Auch die 3D-Effekte wurden bei vielen Szenen gekonnt eingebaut, was vor allem die jüngeren Zuschauer erfreuen dürfte.
Da aber viele gute Ideen nicht wunschgemäss zünden, bleibt "The Boss Baby" dann doch relativ deutlich hinter den zuletzt starken Animationsfilmen wie "Sing", "Pets" oder "Zoomania" zurück.

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The Boss Baby 3

martin.de

Viel besser und lustiger als erwartet. Klasse gemachte unterschiedliche Animations-Stile - wie Zitate älterer Kunst, sehr geschmackvoll. Leider wie alle neueren (Animations-)Filme viel viel zu schnell.
Der Film Enthält nebenbei eine "Botschaft", die garn nicht so übel ist.

The Boss Baby 4

zuckerwättli

Witzig und mal was Neues, hab mich köstlich amüsiert.

The Boss Baby 4

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