Batman v Superman: Dawn of Justice USA 2016 – 153min.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Filmkritik

Superhelden auf Konfrontationskurs

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Langsam kommt das sogenannte "DC Extended Universe" ins Rollen. Nachdem die Marvel Studios schon seit geraumer Zeit ihre Helden in einer fortlaufenden Filmreihe auftreten lassen, nimmt nun ein Leinwandkosmos Gestalt an, der die Figuren aus den DC Comics umkreist. Auf den epochal-lärmenden Man of Steel folgt mit Batman v Superman: Dawn of Justice das opulente Zusammentreffen zweier Popkulturikonen, das ironische Untertöne größtenteils vermeidet.

Inhaltlich schließt Regisseur Zack Snyder dabei direkt an den Vorgänger an: Während Superman (Henry Cavill), der als Clark Kent ein bürgerliches Leben führt, von einigen dafür gefeiert wird, dass er den Angriff des kryptonischen Generals Zod (Michael Shannon) abgewehrt hat, sehen andere seine Rolle als gottgleicher Retter kritisch, da er mit seinem Handeln auch Leid und Zerstörung über die Menschen bringt. Besonders skeptisch ist der selbsternannte Ordnungshüter Batman alias Bruce Wayne (Ben Affleck), der irgendwann den Entschluss fasst, Superman zur Strecke zu bringen. Mit dem genialischen Jungunternehmer Lex Luthor (Jesse Eisenberg) mischt sich eine weitere gefährliche Kraft in den Kampf der Giganten ein.

Für Diskussionen sorgte im Vorfeld vor allem die Besetzung des schwarzen Ritters mit Ben Affleck, der allen Unkenrufen zum Trotz eine ordentliche Leistung abliefert und sich vor seinem Kollegen Christian Bale nicht verstecken braucht. Ähnlich wie in der gefeierten Christopher-Nolan-Trilogie taucht Snyders düster-grimmiger Blockbuster in das Seelenleben der Batman-Figur ein, gräbt häufig aber nicht tief genug. Besonders im Hinblick auf die Aversion, die der Gerechtigkeitsfanatiker Wayne gegen den schier unverwüstlichen Superman entwickelt. Eine Motivation für sein Handeln bietet das Drehbuch von David S. Goyer und Chris Terrio zwar auf, lässt das Feintuning allerdings vermissen.

Am Beispiel Supermans, dessen Identitätskonflikt schon in Man of Steel thematisiert wurde, verhandelt der Film die Frage, welche Art von Helden auf der Erde gebraucht wird, und schlägt in diesem Zusammenhang bisweilen religiös-philosophische Töne an. Anders als im erzählerisch recht simpel gestrickten Vorgänger bemühen sich die Macher hier um etwas mehr inhaltliche Substanz und handfeste Überraschungsmomente, verfallen im überlangen Showdown jedoch in alte Strickmuster. Wurden die krachend-bildgewaltigen Actionsequenzen bis dahin geschickt verteilt, bricht plötzlich ein Effekt-Gewitter mit leicht ermüdendem Charakter über uns herein. Großartig bis zum Schluss sind dagegen die Auftritte von Lex Luthor, den Jesse Eisenberg als hyperaktiv-unberechenbaren Psychotiker spielt.

15.04.2016

3

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Kommentare

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Janissli

vor 19 Tagen

Hat mir gut gefallen. Die Szenen von Superman und Batman sind ziemlich ausgeglichen und beide Superhelden werden schlussendlich in einem guten Licht dargestellt.


Mua81

vor 2 Jahren

Zuerst etwas langfädig, wird aber mit der Zeit immer besser. Für Neueinsteiger ohne Kenntnisse der beiden Figuren dürfte er etwas verwirrlich sein.


PaddyWhack

vor 3 Jahren

Slow start but got better. As a comic book nerd, I expected more but still enjoyed it.


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