Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers USA 2015 – 105min.

Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers

Filmkritik

Jeder trägt sein Päckchen

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Jedes Jahr vor Weihnachten beliefert uns Hollywood mit Filmen, die das Fest der Liebe in einen familiären Kleinkrieg verwandeln – wobei sich alle Beteiligten am Ende freilich wieder in den Armen liegen. Nicht anders verhält es sich mit Love the Coopers, den Jessie Nelson (I Am Sam) als verschmitzt-sentimentalen Problemreigen inszeniert.

Wie immer herrscht an Heiligabend hektische Betriebsamkeit im Haus der Coopers. Charlotte (Diane Keaton) und Sam (John Goodman) wollen ihren Liebsten noch einmal ein unvergessliches Weihnachtsfest schenken, bevor sie das Ende ihrer Ehe verkünden. Ihr geschiedener Sohn Hank (Ed Helms) hat erst kürzlich seinen Job verloren und sieht dem Verwandtschaftstreffen verständlicherweise mit gemischten Gefühlen entgegen. Da es seiner Schwester Eleanor (Olivia Wilde) vor den Fragen zu ihrem Singleleben graut, überredet sie kurzerhand die Zufallsbekanntschaft Joe (Jake Lacy), sich als ihr Partner auszugeben. Familienoberhaupt Bucky (Alan Arkin) wiederum ist die Lust auf Weihnachten vergangen, seit er erfahren hat, dass seine Lieblingskellnerin Ruby (Amanda Seyfried) die Stadt verlassen wird. Zu allem Überfluss lässt sich Charlottes neidische Schwester Emma (Marisa Tomei) auf der Suche nach einem Geschenk zu einem Ladendiebstahl hinreißen.

Dysfunktionale Familien und Weihnachten gehören zusammen wie die Krippe und das Jesuskind, weshalb Love the Coopers auf den ersten Blick einen rundum klischeehaften Eindruck macht. Einige arg bemühte Drehbuchwendungen passen dabei ebenso ins Bild wie die zuweilen holzschnittartige Zeichnung der Konflikte. So kommt der Strang rund um den bemitleidenswerten Hank kein einziges Mal über gut gemeinte Ansätze hinaus. Und auch die Szenen zwischen Emma und dem Polizeibeamten Williams (Anthony Mackie) bieten meistens nur oberflächliches Geplänkel. Verwundern könnte den Zuschauer darüber hinaus, dass Alan Arkin Diane Keatons Vater spielt, obwohl er gerade einmal zwölf Jahre älter ist.

Dass Nelsons Dramödie trotz unübersehbarer Schwächen nicht komplett aus dem Ruder läuft, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen gibt es immer wieder Momente, deren nachdenkliche Stimmung ergreifend ist – etwa die Gespräche von Eleanor und Joe. Zum anderen zieht sich ein locker-ironischer Tonfall durch den Film, der in den Kommentaren eines übergeordneten Erzählers und den Erinnerungen und Wunschvorstellungen der Figuren zum Ausdruck kommt. Der wahnwitzige Trubel rund um Weihnachten wird durchaus hinterfragt, auch wenn am Ende eine unvermeidlich-heitere Familienzusammenführung steht.

14.12.2015

3

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Kommentare

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forumuser

vor 3 Jahren

Grauenhaft


kinomaster

vor 3 Jahren

Langweilig, vorhersehbar, kitschig... der Film möchte gerne wie "Love Actually" sein, ist es aber bei weitem nicht. Dafür fehlt ihm die Klasse. Zwar Top-Schauspieler, aber platte Texte und jedes Klischee wird bemüht.


Sarina

vor 3 Jahren

Es geht vermutlich allen so wie im film.. oder den meisten. Ich fand es eigentlich noch spannend und toll. Der schluss war echt schön: -) eine familiengeschichte vor und an weihnachten!


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