The Expendables 3 USA 2014 – 126min.

Filmkritik

Rambo trifft Mad Max

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Zwei Jahre nach The Expendables 2 hat Leinwandikone Sylvester Stallone mal wieder einen namhaften Cast zusammengetrommelt, um das nächste Kapitel seiner bleihaltigen Söldner-Reihe aufzuschlagen. Das Ergebnis ist ein solider Actionstreifen, der allerdings nicht wirklich weiß, welchen Weg er einschlagen soll.

Kurz nachdem Barney Ross (Sylvester Stallone) und seine kompromisslosen Mitstreiter den früheren Kompagnon Doc (Wesley Snipes) aus einem Gefangenentransport befreit haben, staunen sie nicht schlecht. Denn der skrupellose Waffenhändler, den sie für die CIA (in Person von Harrison Ford) in Somalia dingfest machen sollen, ist kein Geringerer als Conrad Stonebanks (Mel Gibson), ein Mitbegründer der Expendables, der eigentlich schon lange tot sein müsste. Da die Festnahme misslingt und einer seiner Männer lebensgefährlich verletzt wird, trifft Barney eine schwerwiegende Entscheidung: Er wendet sich von seiner alten Truppe ab und rekrutiert eine neue Crew, mit der er Stonebanks zur Strecke bringen will.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, wenn man einer erfolgreichen Filmreihe eine Frischzellenkur verpasst. In diesem Fall findet Stallone, der erneut das Drehbuch mitverfasste, aber nicht den richtigen Dreh. Nach einem krachenden Auftakt samt Helikopterattacke auf einen fahrenden Zug und zahlreichen gigantischen Explosionen (die Flammen sind nicht immer überzeugend animiert) ist es plötzlich vorbei mit der nostalgischen Herrlichkeit, die das Söldnertreiben seit seinen Anfängen umweht. Lee Christmas (Jason Statham) und Co werden – wenig elegant – an den Rand der Geschichte gedrängt. Ersetzt durch eine jüngere Truppe (unter anderem Twilight-Star Kellan Lutz), die mit dem Charisma der etablierten Haudegen jedoch nicht annähernd mithalten kann.

Einige Längen sind zu überstehen, bis sich Stallone und Regisseur Patrick Hughes (Red Hill) wieder auf das besinnen, was die Expendables-Filme bislang so erfolgreich gemacht hat: handfeste, anspruchslose Krawall-Unterhaltung, die das Testosteronkino der 1980er Jahre noch einmal aufleben lässt. Selbstironische Oneliner dürfen dabei natürlich nicht fehlen, sind hier aber spärlicher gesät als etwa im zweiten Teil. Komische Akzente setzt vor allem Antonio Banderas als dampfplaudernder Scharfschütze, der unbedingt zu Barneys Team gehören will. Bereichernd ist auch der Auftritt von Bösewicht Mel Gibson, dessen überzogen-diabolisches Spiel perfekt zum an sich abstrusen Geschehen passt.

Unter dem Strich dürften Fans der Reihe durchaus auf ihre Kosten kommen, selbst wenn der zwischenzeitlich angedeutete Generationenwechsel für allerhand Leerlauf sorgt.

03.11.2016

3

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Janissli

vor einem Jahr

Gute Unterhaltung für Publikum ohne grosse Erwartungen. Der Film ist gleich aufgebaut wie die ersten zwei der Reihe, versprechen aber nach wie vor viel Aktion und geballere.


Barbarum

vor 3 Jahren

Charakterzeichnung, Dramaturgie und die Dialoge sind noch immer lachhaft, aber immerhin kommt im dritten Teil der Reihe so etwas wie Humor auf und macht den Unsinn unterhaltsam. Für mich der beste Teil der Reihe, was nicht viel heissen mag.


huettel

vor 5 Jahren

Wieder klasse gemacht


Mehr Filmkritiken

Sonic the Hedgehog

Platzspitzbaby

Bad Boys for Life

Nightlife