Divergent - Die Bestimmung USA 2014 – 139min.

Divergent - Die Bestimmung

Filmkritik

Über dem Schnitt

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Von der Sorglosigkeit der Jugend kann auf der Leinwand schon lange nicht mehr die Rede sein. Als hätten sie mit der Pubertät nicht genug zu tun! So war es zumindest in The Hunger Games. Und so ist es auch in Divergent, dem ersten Teil der fürs Kino adaptierten Romantrilogie von Veronica Roth.

Auch in Divergent steht ein Mädchen im Zentrum des Geschehens. Tris (Shailene Woodley) lebt im von der Außenwelt abgeschnittenen Chicago von morgen, wo die Bevölkerung in fünf nach Persönlichkeiten unterschiedenen Fraktionen unterteilt ist. Als Tris sich, wie alle 16-jährigen, für eine Fraktion entscheiden muss, wählt sie die Furchtlosen. Doch in Wahrheit gehört sie zu den wenigen Menschen, deren Fähigkeiten und psychologisches Profil sich mindestens drei Kategorien zuordnen lassen. Weil die Gesellschaft in diesen "Divergents" eine Bedrohung sieht, läuft Tris ständig Gefahr, enttarnt zu werden. Zumal sie sich alsbald in ihren nachdenklich-coolen Ausbildner Four (Theo James) verliebt.

Die Schwierigkeiten, die Welt und den Plot von Divergent knapp und verständlich darzustellen, hat auch der Film selbst. Einen Großteil seiner Laufzeit von immerhin über zwei Stunden verbringt Divergent damit, die Umstände zu erklären, eine lange Liste von Charakteren einzuführen – oder Tris, fernab von ihrer Familie, immer wieder beim Kampftraining zu zeigen. Man wartet lange darauf, bis die Bedrohung greifbar wird, die mit den vermeintlich außergewöhnlichen Fähigkeiten der Protagonistin einhergehen. Doch bis die Action wirklich losgeht, ist der erste Teil der Trilogie auch schon fast vorbei, und man wird auf den nächsten Film vertröstet.

Trotz allem ist Divergent ein unterhaltsamer Film, der zwar nicht ganz mit The Hunger Games mithalten kann, alle anderen Teenie-Fantasy- und Actionfilme der letzten Zeit aber weit übertrifft. Das liegt – neben der soliden Inszenierung von Neil Burger und einer recht glaubwürdig funktionierenden Liebesgeschichte – zum einen an den hochkarätigen Nebendarstellern: Kate Winslet gibt die eiskalte Gegenspielerin, dazu kommen Ashley Judd und Tony Goldwyn als Tris' Eltern oder Shooting Star Ansel Elgort als ihr Bruder. Zum anderen aber ist Shailene Woodley das Ass im Ärmel dieses Films. Die Nuancen an Emotionalität und Glaubwürdigkeit, die sie als Hauptdarstellerin transportiert, gehen weit über das hinaus, was man in diesem Genre sonst zu sehen bekommt.

06.05.2014

3

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Kommentare

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Janissli

vor 2 Jahren

Man hatte sehr schnell das Gefühl, dass die Geschichte aus einem Jugendbuch stammen muss. Spannend & einfallsreich, erinnert an den Film "Hunger Games".


huettel

vor 5 Jahren

Sehr gut gemacht und mit einer interessanten geschichte aufgebaut!


Friendly

vor 5 Jahren

Der Film ist in Kern und Story undurchdacht und schwach. Aber: Beatrice Entwicklung von der sanftmütigen Kümmerin zur hartgesottenen Soldatin Tris ist gefällig und Jugendfilm-adäquat dargestellt - da macht es Spaß, zuzusehen. Im Ganzen sind die Details des Filmes (auch in der Tricktechnik) gelungen, während die ganze Putsch-Geschichte blutleer bleibt und mich nicht beeindruckt hat.

Mehr zum Film unter: friendly101. blogspot. comMehr anzeigen


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