Escape Plan USA 2013 – 116min.

Filmkritik

Gemeinsam sind sie stark

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Mit The Expendables läutete Sylvester Stallone 2010 die Rückkehr gradliniger, einfach gestrickter Actionfantasien ein, die das Hollywood-Kino der 80er Jahre am laufenden Band produzierte. Escape Plan steht ganz gewiss in dieser Tradition, möchte gleichzeitig aber auch etwas mehr als ein bloßer Reißer sein, was dem Film nicht immer gut bekommt.

Ray Breslin (Sylvester Stallone) ist ein anerkannter Sicherheitsexperte, der mit seiner Firma die Ausbruchsmöglichkeiten von Gefängnissen testet. Das heißt: Einschleusen lassen, die Einrichtung kennen lernen, ausbrechen und den Betreiber über die Sicherheitslücken informieren. Bislang hat alles reibungslos funktioniert. Schließlich ist Ray ein Profi mit klaren Prinzipien. Als er jedoch im Auftrag der CIA ein streng geheimes High-Tech-Gefängnis unter die Lupe nimmt, tappt er in eine Falle. Denn, wie es scheint, soll er für immer hinter Gittern bleiben. Während der sadistische Gefängnisdirektor Hobbes (Jim Caviezel) ihn nicht aus den Augen lässte, schmiedet Ray mit Hilfe des ebenfalls inhaftierten Emil Rottmayers (Arnold Schwarzenegger) schon bald einen Ausbruchsplan.

Wirklich sorgen muss man sich als Zuschauer nicht um die beiden Recken des Actionkinos. Mögen die Bewegungen auch langsamer werden, sie sind immer noch da: kraftstrotzend, kämpferisch und unbeirrbar. Daran lässt Regisseur Mikael Håfström keinen Zweifel, fängt er seine Protagonisten doch immer wieder in ehrfürchtigen Perspektiven ein. Prügel-Szenen, Schusswechsel, flotte Sprüche und ironische Seitenhiebe durchziehen das Aufeinandertreffen und beleuchten auf einer weiterführenden Ebene natürlich auch das Leinwand-Image der ikonenhaften Hauptdarsteller.

Handfeste Actioneinlagen und markige Oneliner sind dem Drehbuch allerdings nicht genug. So darf vor allem Breslin unter Beweis stellen, dass er neben Fäusten auch sein Köpfchen sprechen lassen kann. Wie einst MacGyver baut er aus einfachen Materialien nützliche Hilfsmittel, die den Ausbruchsplan schrittweise voranbringen. Darüber hinaus streuen die Autoren wiederholt Wendungen in die Handlung ein, die jedoch nur selten so überraschend ausfallen wie in der Szene, in der Breslin erkennt, wo sich das High-Tech-Gefängnis befindet. Je weiter der Plot voranschreitet, umso mehr wird die eigentlich gradlinige Geschichte künstlich aufgebauscht. Die finalen Enthüllungen sind dann auch nichts anderes als selbstherrliche Spielereien, die dem Film allenfalls einen pseudo-cleveren Anstrich verleihen. Der Präsenz von Stallone und Schwarzenegger ist es zu verdanken, dass Escape Plan dennoch eine halbwegs unterhaltsame Angelegenheit bleibt.

15.11.2013

3

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Kommentare

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Barbarum

vor 5 Jahren

Der Film ist gut besetzt und recht spannend, aber die Auflösung ein Witz.


Schlosstaube

vor 6 Jahren

Siehe unten...; -)


Schlosstaube

vor 7 Jahren

Unrealistische Story. Teilweise Brutal und am Schluss wieder eine wilde Schiesserei nach dem Motto: Einer gegen alle und nur einer kann gewinnen.

Zuletzt geändert vor 3 Jahren


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