Spring Breakers USA 2012 – 92min.

Filmkritik

Disney-Girls Gone Wild

Haidi Marburger
Filmkritik: Haidi Marburger

Harmony Korines Party-Movie über jugendliche Selbstfindung und die Suche nach dem endlosen High ist visuell hypnotisch und musikalisch berauschend, in seiner Thematik allerdings zu leer, zu monoton und zu attraktiv, um ernsthaft provokant zu sein.

Im Abendrot stimmt eine Kreuzung aus Sean Paul und Bo Derek (gespielt von James Franco) auf einem weissen Klavier am Strand eine Britney Spears-Ballade an, während minderjährige Mädchen in Neon-Bikinis und pinken Skimasken mit Maschinengewehren Walzer tanzen. Ebenso wie die leichtbekleideten Hauptfiguren, besticht der gesamte Film höchstenfalls durch solche Oberflächenreize.

Als da wären - neben fortlaufend harte Drogen konsumierenden und entblössten Teenagern: die ehemaligen Disney Channel-Lieblinge Selena Gomez und Vanessa Hudgens, sowie TV-Sternchen Ashley Benson, die sich entweder orgiastisch an fremden Körpern reiben, oder wild mit schweren Geschützen herumfuchteln. Die wohl bizarrste Darbietung gibt allerdings James Franco als parodistischer Borderline-Gangster Alien, der die vier Mädchen in Florida aus dem Gefängnis freikauft, nachdem diese auf einer Hotelzimmerparty verhaftet wurden. Bloss Faith, als einzige bemerkenswert gespielt von Selena Gomez, kann Aliens Absichten nicht gutheissen, fährt mit dem Bus heim und verschwindet auch sogleich aus dem Kopf des Zuschauers.

Es scheint, als habe Harmony Korine bei der intendierten Satire auf den American Dream von Sex, Drugs and Rock'n'Roll zu sehr Gefallen an dem Milieu gefunden, über das es sich ursprünglich zu mokieren galt. Endlose Repetitionen und bedeutungsschwangere, melancholische Voiceovers übersättigen zudem die durchaus stylische Neon-Ästhetik und eindrücklich ausgestalteten Rauschsequenzen des Films.

21.03.2013

2

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Kommentare

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dulik

vor 4 Jahren

Bei kaum einem Film gehen die Meinungen soweit auseinander, wie bei "Spring Breakers".
Einerseits hat es das Drama auf die Liste der 100 besten Filme des 21. Jahrhundert geschafft, welche von CNN in Zusammenarbeit mit fast 200 Filmkritikern erstellt wurde, andererseits wird der Steifen von vielen Kritikern, sowie vom Grossteil des Publikum zerrissen.
Der Grund dafür dürfe wohl die Fehlinterpretation des Films sein. Wer hier eine Party-Komödie erwartet, wird ganz klar enttäuscht, denn hierbei handelt es sich um eine bewusste Provokation von genau diesem Party-Umfeld. Aufgrund des nicht ganz günstig gewählten Casts, der zwar grösstenteils einen guten Job macht, wird aber auch die völlig falsche Zielgruppe angesprochen.
Spring Breakers schafft es zwar, eine kunstvoll berauschende und einzigartige Atmosphäre zu erzeugen, jedoch ist die ganze Erzählweise derart monoton, dass es schon fast eine Herausforderung ist, dabei nicht einzuschlafen.
5/10Mehr anzeigen


Barbarum

vor 5 Jahren

Wie ein Terrence Malick-Film über Spring Break. Das ist über weite Strecken so schräg und ermüdend, wie es sich anhört. Aber auch kurios genug, um es sich anzusehen.


Mikelking

vor 7 Jahren

Die Schauspielerinnen sind zwar ganz hübsch nerven aber mit ihrem ewigen herumgekreische. Der Einzige der richtig überzeugend spielt ist James Franco - leider nützt das aber nicht viel, bei der übelst schlechten Story. Die Gedanken, der Figuren nerven einfach nur und es passiert insgesamt nicht gerade viel. Wie gesagt die Story gehört in den Müll!Mehr anzeigen


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