Wie ausgewechselt USA 2011 – 112min.

Wie ausgewechselt

Filmkritik

Böses Erwachen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Ryan Reynolds und Jason Bateman spielen die Hauptrollen in einer rotzfrechen Körpertausch-Komödie der Hangover-Autoren, die ein bekanntes Thema aufgreift: Was wäre, wenn man das Leben eines anderen leben würde?

Mitch (Ryan Reynolds) und Dave (Jason Bateman) sind seit ihrer Jugend Freunde, haben sich aber auseinander gelebt und könnten unterschiedlicher nicht sein. Dave ist Familienvater und gestresster Anwalt, Mitch ein Single ohne Verantwortung, der von der großen Karriere als Schauspieler träumt. Das Leben des jeweils anderen sieht für beide immens verlockend aus und nach einer feuchtfröhlichen Nacht finden sie sich im Körper des Freundes wieder. Nun müssen sie mit dem Leben des jeweils anderen zurechtkommen, während sie nach einem Weg suchen, den Körpertausch wieder rückgängig zu machen.

The Change-up steht natürlich in der Tradition anderer Körpertausch-Komödien, versucht aber, das etwas strapazierte Thema neu aufzurollen: weniger durch feingeistigen Humor, als vielmehr durch eine Breitseite brachialer Komik. Der Film ist sich für nichts zu schade, und das macht er schon in der ersten Minute klar, als Bateman beim Wickeln eine unangenehme Begegnung der körperflüssigen Art erlebt. Nicht jeder Gag zündet, aber den Hangover-Autoren durchaus einiges eingefallen, das auch mal abstrus sein kann. So die Erkenntnis, dass es auch Porno-Filme gibt, in denen man die Hose anlässt.

Der Film ist sich ein wenig uneins. In der ersten Hälfte setzt er vor allem auf pubertären Humor und versucht dabei immer wieder, noch einen drauf zu setzen. Die zweite Hälfte gerät dann doch mehr zum (immer noch mit lustigen Spitzen) versehenen Drama, wenn sich der Film mehr auf die emotionalen Probleme, die sich mit diesem Körpertausch ergeben haben, einlässt. Das Zentrum des Films stellen Reynolds und Bateman dar, die es perfekt verstehen, die Manierismen des anderen nachzuahmen. Die weiblichen Rollen geraten darüber etwas in den Hintergrund, so dass weder Leslie Mann noch Olivia Wilde besonders viel zu tun haben, außer gut auszusehen.

The Change-up ist eine Komödie der derberen Gangart, genau das, was man von den Hangover-Autoren erwartet. Sie hat seine emotionalen Momente, lebt aber vor allem von dem Humor, der auch den Slapstick nicht scheut, und räumt mit einigen Klischees auf, die Singles von Eheleuten und Eheleuten von Singles haben. In der Phantasie ist das Leben des jeweils anderen halt doch immer schöner, als es die Realität erlaubt.

06.01.2012

3

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Kommentare

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Mikelking

vor 4 Jahren

Ich wusste bereits nach den ersten 10 Minuten, wie der Film ausgehen würde und habe mich deshalb auf ein paar Gags gefreut-die leider so gut wie nie kamen! Der Film ist nicht schlecht, weiterempfehlen würde ich ihn dennoch nicht!


Barbarum

vor 5 Jahren

Da hab ich doch überraschend viel gelacht, auch wenn das Thema des Körpertausches doch schon ziemlich ausgelutscht schien. Doch der Humor bewegt sich des Öfteren auf sehr derbem Humor, aber enthält auch raren Slapstick. Nett.


maege70

vor 7 Jahren

Traditionelle Verwechslungskömödie - aber mit wirklich witzigen, guten Darstellern.


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