Source Code Frankreich, USA 2011 – 93min.

Source Code

Filmkritik

Der Soldat, der aus der Zukunft kam

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Cleveres Bürschchen: Moon-Regisseur Duncan Jones verpflanzt Jake Gyllenhaals Geist in den Körper eines Fremden, um den Terroranschlag auf einen Zug zu verhindern

Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) wacht in einem Vorstadt-Zug Richtung Chicago auf - und ist erst einmal verwirrt. Wie ist er dort hingekommen? Warum spricht ihn die nette, junge Frau (Michelle Monaghan) auf dem Sitz gegenüber als Sean an und tut so als würde sie ihn kennen? Und warum zum Teufel sieht er beim Blick in den Spiegel ein ihm völlig fremdes Gesicht? Colter hat wenig Zeit, sich zu wundern. Denn exakt acht Minuten nach seinem Aufwachen fliegt der Zug in die Luft.

Doch der Soldat, der sich noch mitten im Kriegseinsatz wähnt, lebt weiter - und befindet sich plötzlich wieder in einer engen, isolierten Kapsel. Per Monitor klärt ihn dort eine Army-Mitarbeiterin (Vera Farmiga) auf: Colter ist das Versuchskaninchen für eine brandneue Technologie, mittels derer er für den Zeitraum von acht Minuten zeitlich zurück und in den Körper eines anderen versetzt werden kann. Und weil die Bombe im Zug aufgespürt und ein weiteres, noch größeres Unglück verhindert werden soll, wacht er deswegen nun immer und immer wieder im gleichen Moment im Körper des besagten Zugpassagiers auf.

Natürlich ist es viel verlangt, sich auf eine derart futuristische Ausgangslage für eine Story einzulassen, die auch durch noch so viel pseudowissenschaftliches Erklärkungsgequatsche nicht wirklich glaubwürdiger wird. Andererseits muten andere Filme ihrem Publikum diesbezüglich noch viel Schlimmeres zu. Und tatsächlich macht es einem Source Code sogar relativ leicht, die nicht bis ins Letzte schlüssigen Details einfach mal getrost zu übersehen.

Denn verglichen etwa mit dem ähnlich gelagerten Déjà Vu hat Duncan Jones einen komplexeren Subtext, mehr unerwartete Wendungen und vor allem deutlich höhere Spannung zu bieten. Vor allem weiß David Bowies Sohn, der anders als bei seinem Debüt Moon nicht mit einem eigenen Drehbuch arbeitet und trotzdem wieder vom Individuum im Zwang eines anonymen Konzerns erzählt, genau, was er will. In seiner furiosen, höchst unterhaltsamen Mischung aus Science Fiction, Actionthriller und Romanze setzt er mit perfektem Timing genau die richtigen Schwerpunkte. Sogar thematisch verwandten Vorbildern zollt er ganz bewusst Respekt - und bringt in seiner Geschichte jede Menge Anspielungen an die Kult-Fernsehserie Quantum Leap unter.

15.06.2011

4

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Kommentare

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samhi

vor 4 Jahren

Brilliant


alim99

vor 6 Jahren

ich fand den film eigentlich sehr gut
und sehr spannend


Invictus

vor 7 Jahren

Am ANfang ein bisschen verwirrend, aber gegen Ende sehr spannend


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