Happy Feet 2 Australien 2011 – 100min.

Filmkritik

Der Pinguin-Tanz geht weiter

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Mit dem Verhältnis zwischen Individuum und Masse ist das bekanntlich so eine Sache. Dazugehören oder nicht? Das ist die grosse Frage, die sich durchaus zu einem lebenslangen Ringen auswachsen kann. Bei Menschen. Bei Pinguinen. Und sogar bei Krill!

In Happy Feet bestand das Hauptproblem des jungen Kaiserpinguins Mumble noch darin, dass er zwar nicht singen, aber dafür steppen konnte, und mit diesem Talent von seinen Artgenossen alles andere als ernst genommen wurde. Nun hat sich das Blatt gewendet: Die gesamte Kolonie kennt kein größeres Vergnügen als das Steppen. Dafür ist es nun Mumbles Sohn Erik, der aus der Art schlägt. Der flauschige Kerl kann - und will - eben nicht tanzen, weswegen er ausgelacht wird und schließlich zusammen mit zwei Freunden das Weite sucht. Natürlich überschlagen sich die Ereignisse. Denn während die Kleinen, ausgerechnet im Schlepptau des Chaoten Ramon und verfolgt von Mumble, bei den Adeliepinguinen landen und dort dem als Heilsbringer verehrten, weil fliegenden Sven begegnen, werden die Kaiserpinguine von einem driftenden Eisberg eingeschlossen, wo sie zum kalten Büffet für Raubmöven zu werden drohen.

Regisseur George Miller, dessen Mad Max-Tage nur noch ferne Erinnerung sind, hält sich für Happy Feet 2 an das, was schon den ersten Teil zum Publikumserfolg und Oscar-Gewinner machte. Getanzt und gesungen wird am laufenden Band, die hinreißende Niedlichkeit kleiner Pinguine wird natürlich höchst effektiv eingesetzt und mit positiven Botschaften in Sachen Solidarität und dem Glauben an sich selbst nicht gegeizt. Ganz abgesehen davon, dass die Animation (auch in 3D) hervorragend ist.

Woran die Fortsetzung ein wenig leidet, ist die Unausgegorenheit der Geschichte. Lange Zeit scheint sich Happy Feet 2 nicht recht entscheiden zu können, was denn eigentlich erzählt werden soll. Das Dasein als Außenseiter, die Schwierigkeit, ein guter Vater zu sein, und die Faszination des Fliegens sind nur einige der Themen, die auf den Tisch kommen, während gleichzeitig auch noch See-Elefanten, Menschen und immer wieder zwei Krill-Tierchen, die sich rebellisch von ihrem Schwarm entfernen, ihre Gastspiele geben. Weniger wäre eindeutig mehr gewesen, zumal das ebenfalls vorhandene Öko-Anliegen des Films kaum noch Raum findet.

Das ist schade, macht Happy Feet 2 allerdings noch lange nicht zu einem schlechten, geschweige denn uncharmanten Film. Der Film hat viel Herz. Und kinderfreundlich ist er auch.

11.01.2017

3

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Kommentare

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sno1982

vor 9 Jahren

der erste ist eindeutig besser, jedoch wer den ersten mochte sollte die Zeit investieren und sich selber eine meineung bilden.


Rammeldarom

vor 10 Jahren

hey du hast happy feet! "ich ramm dir gleich meine Happy Feet in den Arsch! "


flisch

vor 10 Jahren

nicht ganz so "jöh" wie der erste teil, aber gut gemacht. gefällt mir.


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