Arthur Weihnachtsmann Grossbritannien, USA 2011 – 99min.

Filmkritik

Operation Rentierschlitten

Filmkritik: Cindy Hertach

Der computeranimierte Trickfilm der Wallace & Gromit-Macher beschert einen erfrischend unsentimentalen Blick auf das Fest der Liebe in einem der sehens- und liebenswertesten Animationsfilme des Kinojahres 2011.

Wie schafft es der Weihnachtsmann eigentlich, in bloss einer Nacht zwei Milliarden Geschenke zu verteilen? Grandsanta (Stimme: Bill Nighy) ist schon lange nicht mehr für diese organisatorische Meisterleistung zuständig. Der greise Weihnachtsmann, unterdessen 136 Jahre alt, hat seine Aufgabe nämlich dem ältesten Sohn Steve (Hugh Laurie) übergeben. Als knallhart kalkulierender Geschäftsmann hat dieser die traditionelle Geschenk-Werkstätte unter dem Nordpol in ein straff organisiertes Unternehmen mit militärischem Drill verwandelt. Statt mit Schlitten und Rentieren werden die Pakete nun per Raumschiff und mit der Arbeitskraft von einer Million Kurier-Elfen ausgetragen.

Steves nostalgischer jüngerer Bruder Arthur (James McAvoy) dagegen wünscht sich die ursprünglichen Arbeitsmethoden zurück, wird aber in der Weihnachtsmann-Familie nicht sehr ernst genommen. Erst als nach weltweit vollendeter Geschenk-Auslieferung klar wird, dass ein einziges rosa Fahrrad mit Stützrädern im Lager zurückgeblieben ist, liegt es an Arthur, rechtzeitig dessen zukünftige Besitzerin ausfindig zu machen. Es ist Zeit, die Rentiere aus dem Stall zu holen.

Für den 3D-CG-Animationsfilm arbeitete die britische Produktionsfirma Aardman Studios zum ersten Mal mit Sony Animations zusammen. Regie führte Sarah Smith, die gemeinsam mit dem britischen Komödianten Peter Baynham (Borat) auch das Drehbuch verfasste. Während Aardmans allererster computeranimierter Trickfilm Flushed away (2006) aufgrund seiner erzählerischen und visuellen Einfallslosigkeit auf wenig Begeisterung beim Publikum stiess, verströmt Arthur Christmas wieder jene farbenfrohe Wärme und verspielte Detailversessenheit, die den Schöpfern von Wallace & Gromit-Schöpfer seit Jahrzehnten Fans auf der ganzen Welt beschert.

Besonders der liebenswert vertrottelte Arthur, ausgestattet mit giftgrünem Weihnachtspulli und 365-Tage-Adventskalender, ist mit seinem kindlichen Glauben an den ursprünglichen Geist der Weihnachtszeit ein echter Sympathie-Träger. Die legendäre Kreativität von Aardman Studios, gepaart mit Sonys State of the Art-Technologie und dem erfrischend britischen Humor verbindet sich in Arthur Christmas zu einem sehenswerten Weihnachtsfilm, der augenzwinkernd höchst unweihnachtliche Themen wie Familienstreitigkeiten und Existenzängste behandelt, im Kern aber trotzdem eine klassische und liebevoll erzählte Abenteuergeschichte für die ganze Familie bleibt.

15.12.2011

5

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Kommentare

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dulik

vor einem Jahr

Ein sehr schöner Animationsfilm zur Weihnachtszeit. "Arthur Weihnachtsmann" versetzt einem mit zauberhaften Bildern, einer Prise Humor und einer tollen Geschichte definitiv in Weihnachtsstimmung. Ein Film für die ganze Familie, den man alle Jahre wieder sehen kann.
8.5/10

Zuletzt geändert vor einem Jahr


Barbarum

vor 5 Jahren

Der Beginn hat viel Tempo und das Ende versprüht weihnachtliche Stimmung, aber was dazwischen liegt ist doch recht mühsam.


oscon

vor 6 Jahren

Die Truppe rund um Nick Park (Aardman) hat wieder zugeschlagen und einen weihnachtlichen CGI-Animationsfilme gemacht:
Zwar nicht ganz so frech, wie Flutsch und Weg, zwar nicht ganz so pointen- und einfallsreich, wie Pirates! trotz allem ein Film "mit Herz"!
Stark die Idee die Weinachtsbescherung als (militärisches) Kommandounternehmen der Weihnachtsmänner (bishin zu den Uniformen!) aufzuziehen:
Der Seitenhieb mehr den Geist von Weihnachten zu beschwören und somit weniger auf den Konsumrausch zu setzen, sitzt!
Die Figuren sind allesamt Aardman-like und damit bis zur kleinsten Nebenrolle liebenswert schrullig. 4 Sterne ****Mehr anzeigen


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