Die Bucht - The Cove USA 2009 – 92min.

Die Bucht - The Cove

Filmkritik

Die Bucht des Schreckens

Thomas Hunziker
Filmkritik: Thomas Hunziker

Seit «Flipper» in seinen Armen starb, engagiert sich Ric O'Barry gegen die unmenschliche Behandlung der Delfine. Im aufrüttelnden Dokumentarfilm «The Cove» deckt er die brutale Abschlachtung der klugen Meeressäuger in einem japanischen Fischerort auf.

Ausgerechnet der Mann, der durch seine Arbeit die Begeisterung für Delfine ausgelöst hatte, setzt sich seit bald 40 Jahren an vorderster Front gegen die lukrative Delfinindustrie ein. Ric O'Barry suchte persönlich die Delfine aus, die er für «Flipper» ausbildete. Je mehr er aber über die intelligenten Tiere erfuhr, desto weniger fühlte er sich wohl in seiner Haut. Als einer der «Flipper»-Delfine in seinen Armen starb, wechselte er die Seiten. Weltweit engagiert sich O'Barry seither gegen den Fang und die Tötung von Delfinen und macht wirtschaftliche und politische Interessen öffentlich, die hinter dem Geschäft mit den Meeressäugern stehen.

Auf eine unvorstellbare Situation stiess O'Barry im japanischen Küstenort Taiji. In einer abgelegenen Bucht wurden bis 2008 jedes Jahr mehrere tausende Delfine gefangen. Einige davon werden für bis zu 150'000 Dollar an Delfinarien verkauft, der Rest abgeschlachtet. Als O'Barry von diesem sinnlosen Gemetzel erfuhr, machte er es sich zum Ziel, dieses Geheimnis öffentlich zu machen. Zusammen mit Regisseur Louie Psihoyos stellte er eine aus Tauchern, Surfern und Unterwasserfilmern bestehende Gruppe von engagierten Experten zusammen, die mit modernsten Mitteln im Stile von «Ocean's Eleven» die Vorgänge in der Bucht filmen sollten.

Wie ein Thriller ist dieser Dokumentarfilm inszeniert. Die Sondereinheit von O'Barry liefert sich in Taiji ein teils erschreckendes, teils groteskes Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei und den Fischern. Aber es wird auch sachlich informiert. Das Vorgehen der Fischer wird dadurch nur noch unverständlicher. Ein getöteter Delfin wirft gerade mal 600 Dollar ab. Und da die Delfine am Ende der Nahrungskette stehen, ist ihr Fleisch durch Quecksilber vergiftet, der Verzehr des Fleisches gesundheitsschädigend.

«The Cove» ist eben auch ein Film mit einer klaren Botschaft, der nicht einfach nur unterhalten will, sondern durch die Bilder aufrütteln soll und zum Handeln aufruft. Ein Ziel scheint O'Barry schon erreicht zu haben: 2009 sollen in Taiji keine Delfine mehr getötet worden sein.

09.02.2010

5

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Kommentare

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TotoTiti

vor 6 Jahren

Super Film!


amrad

vor 9 Jahren

Beeindruckend gefilmt. Die Beiträge der Delphinexperten und Delphinliebhaber sind interessant, die Bilder berührend. Der Mut des Teams ist beeindruckend. Der einzige Kritikpunkt ist die einseitige Schuldzuweisung... schaut man darüber hinweg, hat der Film (im Gegensatz zu manch anderen) den diesjährigen Oscar wirklich verdient.Mehr anzeigen


reolus

vor 9 Jahren

Läuft auch in Zürich, im Alba um 12. 30 Uhr, jeden Sonntag. Bin enttäuscht das es nur am Sonntag ist aber würde mich freuen ein volles Kino anzutreffen.


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