Das Beste kommt zum Schluss USA 2007 – 97min.

Das Beste kommt zum Schluss

Filmkritik

Schöner sterben

Filmkritik: Cindy Hertach

Die Altmeister Jack Nicholson und Morgan Freeman geben sich in einem Feel-good-Movie über Krankheit und Tod die Ehre. Gediegen und unterhaltsam inszeniert, führt Rob Reiner hauptsächlich die neu entdeckte Lebenslust zweier unheilbar Krebskranken vor.

Der sterbenskranke Milliardär Edward Cole (Jack Nicholson) muss sich mit dem Mechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman) das Spitalzimmer teilen. Nach anfänglichem Gezänke freunden sich die beiden krebskranken Männer an, eint sie doch nicht nur dieselbe Lebenssituation, sondern auch die Aussicht, innerhalb der nächsten sechs Monate sterben zu müssen. Der milliardenschwere Edward beschliesst darum, sich und seinem neuen Freund einen Luxus-Trip rund um die Welt zu finanzieren. Mit im Gepäck ist eine Liste mit all den Dingen, die Carter schon immer mal erleben wollte: Fallschirmspringen, sich tätowieren lassen, Rennwagen fahren und dergleichen mehr. So wähnt man sich als Zuschauer schon bald als Reisebegleitung der beiden älteren Herrschaften, die, euphorisiert durch die neu aufblühende Lebenslust, bis zum bitteren Ende von einem Happening zum nächsten jetten.

Regisseur Rob Reiner lieferte 1984 mit dem Mockumentary "This is Spinal Tab" ein meisterhaft komisches Filmdebut. Die Liste seines vielseitigen Schaffens als Regisseur ("When Harry Met Sally", "A Few Good Men" u.a.) und als Schauspieler ist ebenso lang wie beeindruckend. Nach der Komödie "Rumor Has It" hat sich Reiner mit "The Bucket List" erneut einem tragischen Stoff verpflichtet. Trotz des schwer verdaulichen Themas macht er aus ihm eine bestens unterhaltende Tragikomödie.

Die letzten gemeinsamen Wochen im Leben der beiden Freunde inszeniert Reiner amüsant und kurzweilig, bisweilen auch mit gediegenem Ernst. Jedoch löst er dabei niemals wirkliche Betroffenheit aus, denn die Auseinandersetzung mit der unheilbaren Krankheit oder der Verzweiflung angesichts des immer näher rückenden Todes ist in jedem Moment gefällig und ansprechend dargestellt. Obschon der Krebs bereits in fortgeschrittenem Stadium an seinen beiden Opfern nagt, wird dem Publikum die Realität der Erkrankung so schonend wie nur möglich vorgeführt. Die Bilder eines kahlköpfigen und aufgedunsenen Nicholson, der sich nach der Chemotherapie krampfgeschüttelt in die Kloschüssel übergibt, entbehren durch den humorigen Subtext der eigentlichen Tragik und werden ob der überschäumend inszenierten Lebenslust der Protagonisten zusätzlich relativiert.

Ihr Krebsleiden verleitet Edward und Carter in erster Linier dazu, das Lebensende in neu entdeckter Dekadenz zu geniessen und vor dem Sterben ausserdem noch eilig alte Familienprobleme aus der Welt zur räumen. Indem Reiner das Grauen der Krankheit in Watte gepackt und der Geschichte somit sämtliche potentielle Ecken und Kanten genommen hat, wird man den Kinosaal mustergültig unterhalten wieder verlassen - wohl darauf hoffend, das eigene Sterben möge ebenso leicht von der Hand gehen.

17.07.2008

3

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Kommentare

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movie world filip

vor 8 Jahren

populaire film... freeman/nicholson, das lauft cool, charmant aber der film ist gar kein klassiker, nur populair


vickybarca

vor 10 Jahren

hochkarätige Besetzung! Dieser Film geht unter die Haut...


mmcblue

vor 11 Jahren

Ein toller Film, der tief berührt. Mit Geschichte und Emotionen. Zur Schauspieler Besetzung muss ich ja nicht viel sagen: TOP! Fazit: Sehr Guter Film, spricht eher das Publikums Alter ab 25plus an.


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