Solange du da bist USA 2005 – 95min.

Filmkritik

Verliebt in einen Geist

Filmkritik: Marc Mair-Noack

Als der gestresste David sein neues Appartement in San Francisco mietet, bekommt er mehr, als im Vertrag steht: Neben den schönen Möbeln und der tollen Aussicht bietet die Wohnung auch einen herumspukenden Geist. Die romantische Komödie von Mark Walters kommt locker und heiter daher, hält letztendlich aber nicht alles, was die Ausgangslage verspricht.

Eigentlich wollte David (Mark Ruffalo) nichts weiter als ein ruhiges Appartement, in dem er nach dem Tod seiner Frau wieder zu Kräften kommen kann. Stattdessen bekommt er es in seiner Wohnung mit Elizabeth (Reese Witherspoon) zu tun, die ihn davon abhält, weiterhin Trübsal zu blasen. Das Verzwickte an der Sache ist, dass sich Elizabeth selbst nicht daran erinnern kann, wer sie während ihres irdischen Lebens war, wieso sie weiterhin als Geist herumwandeln muss und warum sie für alle unsichtbar ist, von David jedoch gesehen werden kann.

Gemeinsam finden sie heraus, dass Elizabeth früher Ärztin war und ein Verkehrsunfall sie zum Geistwesen machte. Während ihrer Recherchen lernen sie sich besser kennen und mögen. Das ist insofern bedauerlich, als sie sich wegen Elizabeths Körperlosigkeit nicht wirklich näher kommen können. Knifflig wird die Situation zudem, als sie mehr über Elizabeths Vergangenheit und über den wahren Grund ihres Geistseins herausfinden.

Romantische Filme über das Thema "Mensch und Geist verlieben sich ineinander" waren im US-Kino schon immer beliebt und dementsprechend gibt es bereits zahlreiche Varianten des Themas. Regisseur Mark Waters ("Mean Girls", "Freaky Friday") fügt dieser Reihe mit "Just like Heaven" eine weitere Version hinzu. Diese erinnert in manchen Momenten besonders an die Herzschmerz-Geisterkomödie "Ghost". Reese Witherspoon ("Election", "Legally Blonde") und Mark Ruffalo ("Collateral", "Eternal Sunshine of the Spotless Mind") wirken als Paar jedoch leider etwas farbloser als damals Demi Moore und Patrick Swayze.

Auch sonst kommt "Just like Heaven" etwas arg brav daher. Das Drehbuch hält sich genau an die Konventionen einer Liebeskomödie, von den immer grösser werdenden Hindernissen, über schrägen Typen in der Nebenrolle (nett: Jon Heder als esoterischer Buchhändler) bis hin zum Happy End in letzter Sekunde, doch hat man dies eben alles schon mal irgendwo gesehen. Weil einige Ideen durchaus originell sind und Potential für mehr gehabt hätten, ist die konventionelle Herangehensweise besonders bedauerlich. Wem dies nichts ausmacht, kann sich aber durchaus gut amüsieren.

So erhält man mit "Just like Heaven" genau das, was man von einer romantischen Geisterkomödie erwartet - aber auch nicht mehr.

05.12.2005

3

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Kommentare

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smiley87

vor 13 Jahren

Ein guter Film, aber ein bisschen weniger gut, wenn man dem Film kennt. Der entspricht nämlich (vor allem am Ende) kaum der Vorlage von Marc Levy.


narniafan

vor 14 Jahren


Gelöschter Nutzer

vor 15 Jahren

War eine erfrischende und entspannende Komödie. Nur der Schluss war zu sehr Hollywood-Ende.


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