Streetstyle USA 2004 – 90min.

Filmkritik

Besser tanzen als reden

Filmkritik: Andrea Bleuler

Bruder Eminem hat uns in "8 Mile" von seinem vielseitigen Talent überzeugen können. Doch die Helden von "Streetstyle" können eigentlich nur etwas wirklich gut, das dafür aber sensationell: Sie tanzen wie die Götter. Etwas anderes sollten sie besser nicht probieren, sonst läuft ihnen das Publikum davon.

Regisseur und Boygroup-Manager Chris Stokes hat sich für Publikumsliebling Omari Granberry - er hat sich kürzlich von seiner Boygroup B2K getrennt - etwas besonderes für seinen Start in die Solokarriere einfallen lassen: Ein Videoclip in voller Kinolänge, der ihm erlaubt, seinen jungen Geldesel im besten Licht zu zeigen.

Um die üppigen Tanznummern herum gibt es eine traditionelle Junior-Gangster-Erste-Liebe-Geschichte, allerdings von übelster Qualität. David (Omari Granberry) und Elgin (Marques Houston) transportieren Drogen für den Nachbarschaftsdealer, verlieren mit ihrer Tanztruppe einen Contest, da ihre Tricks kopiert werden, und setzen dadurch 5000 Dollar in den Sand. Deshalb, und auch weil David sich in die Schwester von Elgin (Jennifer Freeman) verliebt , werden aus den Freunden Rivalen.

Seit "Dirty Dancing" ist klar, dass exzessives Tanzen tatsächlich alles Erdenkliche möglich macht. Doch man sei bei "Streetstyle" gewappnet: Dies ist ein Tanzfilm im reinsten Sinn des Wortes. Denn alles, was nicht direkt mit Tanz zu tun hat (Drehbuch, Schauspiel, Mise en Scène), ist unter jedem Hund und ein übler Abriss der Hip Hop-Kultur. Lil'Kim erhält noch einen Promiauftritt als Jurymitglied, und mit diversen pumpenden Dreissigsekündern wird der Soundtrack verkauft.

Über einen Zeitraum von 90 Minuten ist die flotte Tanzerei allerdings ungenügend unterhaltsam - oder funktioniert als DVD vielleicht gerade noch als Hintergrund-Visuals für die Haus-Party. Und da helfen auch die wummernden, immer wieder neu antreibenden Bassfrequenzen nicht mehr.

Ein Grossteil der nicht zu verleugnenden positiven Energie des Streifens ist Junior-Star Omari Granberry zu verdanken, der in der Mini-Gangster-Kultur so etwas wie jugendliche Unschuld spürbar macht. Und insofern ist Stokes Plan, trotz schlechtester Leistung in der Disziplin "Film", ja irgendwie aufgegangen.

01.10.2004

1.5

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Kommentare

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Kevin37

vor 8 Jahren

Einer meiner Lieblings Tanzfilme in der es auch eine gute Geschichte gibt und nicht nur getanzt wird. Es ist nicht unbedingt eine Komödie, da es doch ziemlich traurige Szenen beinhaltet.


miljana

vor 16 Jahren

ich zieh ihn mir schon di ganze zeit rein. Es ist der hammer pur. Als ich ihn gleich am Freitag nach der Premiere gesehen habe, bin ich fast im sessel versunken. Was würde ich dafür geben mich so bewegen zu können. Traumhaft! Ein unbeschreibliches Gefühl breitete sich in mir aus, ich war schon vorher süchtig nach Tanzen, aber jetzt..... es gibt keine Grenzen mehr...

Wer ist dafür dass wir auch solche battles veranstalten???Mehr anzeigen


ueeei

vor 16 Jahren

Habt ihr Save the last dance, Dirty dancing 2 oder honey schon gesehen? Vergleicht mal die Story's:
Überall geht es um eine Liebe, und Tanz, um Intriegen e. t. c es ist langsamm ein bischen langweilig! Anregung an Hollywod bitte bitte und nochmals Bitte, keine Dance Filme mehr Produzieren...
Für Hip hop / R'n'b oder Performance liebhaber ist es voll der Hit, Weil was die Tänzer da vorführen ist 1A! Geschichte ablauf und und und ist immer das selbe, der Schluss vom Film ist dir schon bekannt nach 30 minuten Movie!Mehr anzeigen


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