Hidalgo 2003 – 135min.

Hidalgo

Filmkritik

Das Pferd, mein Freund

Filmkritik: Andrea Bleuler

Viggo Mortensen, der ewige Mann der ausgebauten Nebenrollen, für einmal als Protagonist: Beeindruckende Landschaften, Abenteuer en masse und etwas Liebesgeplänkel bringen seine Männlichkeit optimal zur Geltung. Ein Film wie aus vergangenen Tagen.

Halbblut Frank Hopkins (Viggo Mortensen) ist eine ehrenhafte Menschenseele. Das Massaker an den Sioux bei Wounded Knee im Jahr 1890 wirft ihn aus der Bahn. Er versucht, seine Wut im Alkohol zu ertränken und wird zum erfolgreichen Showreiter, zusammen mit seinem neuen besten Freund: dem fleckigen Mustang Hidalgo.

Das Western-Genre ist auferstanden, mutiert im Zeitgeist und besinnt sich auf eine Paarung mit anderen grossen Werken der Filmgeschichte: "Lawrence of Arabia" trifft sodann auf "Pistolen-Helden"-Epos und "1001-Nacht". Im fernen Arabien wird man auf das magische Duo aufmerksam. Hopkins soll an einem mörderischen, 3000 Meilen langen transarabischen Wüstenrennen teilnehmen und gegen die 100 besten Pferde der Welt antreten. Es winkt ein hohes Preisgeld, und die Tochter (Zuleikha Robinson) des Veranstalters Sheik Riyadh (hervorragend: Omar Sharif) ist ausserdem wunderschön. Doch Papa will das widerspenstige junge Mädel nicht hergeben und droht Verehrern mit einer Zukunft als Eunuch. Ein drohender Krieg gibt dem sportlichen Wettkampf dann aber eine ganz andere Bedeutung.

Die zahlreichen Nahaufnahmen von Hidalgo und Viggo sind allesamt wunderbar. Traditionsgemäss wird mit Worten sparsam umgegangen - sie würden bloss stören. Dafür ist die Wirkung der spektakulären Landschaften (gedreht wurde vorwiegend in den USA, aber auch in Marokko) mit süffigster Filmmusik von James Newton Howard intensiviert.

Der Ausgang der Geschichte ist von Anfang an vorhersehbar. Regisseur Joe Johnston ("Jumanji") hat einen Familienfilm gemacht, der von präpubertierenden Mädchen mit einer Leidenschaft für Nachmittage im Pferdestall bis zu deren Grossvater, der sich anno 1962 mit Peter O'Toole in "Lawrence of Arabia" identifiziert hat, gleichermassen in seinen Bann ziehen kann. Vorausgesetzt, man hat genügend Sitzleder.

Drehbuchautor John Fusco hat das Epos nämlich dermassen mit Nebenhandlungen überladen, dass der Genuss doch sehr leidet. Einer solchen Langzeitbelastung kann dann auch Viggo Mortensen nicht standhalten. Obwohl er diverse Facetten seiner Figur ausarbeitet, wird irgendwann ein Sättigungsgrad erreicht, und das Unglaubliche wird war: Man wünscht sich den Helden von der Leinwand.

13.04.2011

0

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

jaquima

vor 14 Jahren

Wieso sagen die meisten von euch, die Geschichte sei unrealistisch und kitschig? Diese Geschichte basiert auf wahrer Begebenheit. Ich kannte den Distanzreiter Frank T. Hopkins schon vor dem Film und diese Geschichte ist absolut WAHR. Frank T. Hopkins ist bis heute eine Legende, da er dieses Rennen durch die Wüste gewonnen hat! Also sagt bitte nicht dieser Film sei unrealistisch. Über die Spannung lässt sich streiten, aber wenn man bedenkt, dass alles wahr ist, so ist es doch wirklich sehr eindrücklich, oder?Mehr anzeigen


cineast2001

vor 15 Jahren

Hallo,
ich möchte mich jetzt nicht entschuldigen für mich aber wunder o wunderauch ich habe auch mal positive Beiträge verfasst(mache ich eigentlich auch immer noch). Kommt ebeb af den Film an!
Wenn es Dich interessiert, schaue mal bei "Open Range" und "Touching the void an"vorbei. Vielleicht siehst Du ja das ich auchmal gnädig sein kann. Aber Filme wie "Hidalgo"und "Van Helsing" machen mir die Sache zu einfach sie runterzumachen. Obwohl ich immer bemüht bin noch das Gute zu sehen, ehrlich!!
In diesem Sinne,
bis demnächst im Forum!!

P. S.: Du scheinst mir Jemand zu sein der einigermaßen zugänglich ist in diesen Foren!!Mehr anzeigen


goretex

vor 15 Jahren

aber ich habe von Dir (Oliver) noch keinen einzigen positiven Beitrag gelesen. Ich würde niemals ins Kino gehen, um mir einen Film anzusehen, in dem ein Pferd die Hauptrolle spielt.

Aber Deiner Kritik hab ich echt nichts beizufügen! Du hast absolut recht. Stelle einen Schönling auf
... einen Moment...
Viggo soll ein Schönling sein? Ich fand ihn super in Herr der Ringe, aber als Cowboy sieht er echt peinlich aus.Mehr anzeigen


Mehr Filmkritiken

Die Eiskönigin II

Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes

Das perfekte Geheimnis

Le Mans 66: Gegen jede Chance