Meine Braut, ihr Vater und ich USA 2000

Meine Braut, ihr Vater und ich

Filmkritik

Schwiegervater-Blues

Thomas Hunziker
Filmkritik: Thomas Hunziker

Den Ärger mit der Schwiegermutter kennen alle. Die Furcht vor den Schwiegervätern ist hingegen den Vertretern des männlichen Geschlechts vorbehalten. Diese Furcht lernt auch Ben Stiller kennen, als er in dieser unverschämt witzigen "Screwball"-Komödie Robert De Niro gegenübersteht.

Der Krankenpfleger Greg Focker (Ben Stiller, "There's Something About Mary", "Keeping the Faith") hat sich dazu entschlossen, seiner Freundin Pam (Teri Polo) einen Heiratsantrag zu machen. Da erfährt er aber, dass ihrem konservativen Vater Jack (Robert De Niro) viel daran liegt, zuerst gefragt zu werden. Ein Besuch bei den Eltern will Greg dazu nutzen, die Frage an ihren Vater zu richten. Dabei ist er sichtlich angespannt, schliesslich kamen seine Pläne bereits am Flughafen durcheinander. Nach der Ankunft bei Pams Eltern stolpert er von einem Missgeschick ins nächste. Die seltene Blume, welche er dem ehemaligen Gärtner mitgebracht hat, löst nicht die erwartete Freude aus, und seine berufliche Stellung wird nicht sehr geschätzt. Weil Greg auch noch Katzenhasser, Jude und Spezialist in Sachen Marihuana ist, fällt er bei Jack immer mehr in Missgunst. Schliesslich stösst er auch noch die Urne mit der Asche von Jacks Mutter vom Kamin. Dies alles könnte Jack noch ertragen, doch irgendwie lässt ihn der Verdacht nicht los, dass er von Greg belogen wird, und dass kann er auf den Tod nicht ausstehen. Jack war nämlich nicht Gärtner, sondern Experte bei der CIA. Greg setzt noch einmal alles daran, seinen zukünftigen Schwiegervater von sich zu überzeugen, doch je mehr er sich anstrengt, umso mehr bringt er durcheinander.

Komödianten haben damit zu kämpfen, dass ihre Darbietungen als unterhaltsame, aber minderwertige Blödeleien eingestuft werden. Daher versuchen Schauspieler, die in Komödien einen Erfolg nach dem anderen feiern, auch in ernsthaften Filmen ihre künstlerische Reichweite unter Beweis zu stellen. Den wenigsten gelingt dies. Jim Carrey kann hier als die Ausnahme dienen, welche die Regel bestätigt. Die wenigsten Komiker geben sich damit zufrieden, als lustige Kerle geliebt zu werden. Anerkannte und ausgezeichnete Charakterdarsteller hingegen streben selten danach, ihr Repertoire zu erweitern und das Publikum auch mit Gags und Witzen zu unterhalten. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Robert De Niro kann sich nicht darüber beklagen, dass er nicht als aussergewöhnliches Talent ernst genommen wird. Seine Wandlungsfähigkeit hat er des Öfteren bewiesen, und so erstaunt es nicht, dass er auch als Komödienstar seinen Meister steht. Bereits in "Midnight Run", "We're No Angels" und besonders "Wag the Dog" begann er gelegentlich die Lachmuskeln zu strapazieren. Daran findet er anscheinend immer mehr Gefallen. Nachdem er an der Seite von Billy Crystal in "Analyze This" die Kritiker und das Publikum endgültig von seinen komödiantischen Qualitäten überzeugte, produzierte er seinen nächsten Ausflug ins humoristische Fach gleich selbst. Mit "Meet the Parents" schliesst der ehemalige Taxi Driver und zweifache Oscar-Preisträger ("The Godfather II" und "Raging Bull") an den Erfolg von "Analyze This" an. Dabei hatte er zunächst noch Bedenken hinsichtlich Regisseur "Jay Roach", der bisher vor allem durch die Klamaukkomödie "Austin Powers: International Man of Mystery" und deren durchschlagende Fortsetzung auf sich aufmerksam machte. Roach beweist nun, dass er nicht nur Mike Myers gut in Szene setzen kann, sondern auch in der Lage ist, feinere Spielarten des Humors auf der Leinwand zum Glänzen zu bringen. Dazu tragen vor allem die vielseitig talentierten Hauptdarsteller De Niro und Ben Stiller bei. Die Konfrontationen zwischen den beiden sind die unnachahmlichen Höhepunkte des Filmes. Dazwischen sind noch amüsante Slapstick-Einlagen eingestreut, die aber nicht darüber hinweg täuschen, dass "Meet the Parents" hauptsächlich durch hervorragende Dialoge besticht und selbst die kritischsten Schwiegerväter überzeugen wird.

25.05.2011

4

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Kommentare

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movie world filip

vor 7 Jahren

es ist noch irgendwie witzig aber leiber schaue ich gangsterfilms mit deniro... der lügendetector, ja witzig


skijump

vor 10 Jahren

genial!!


Gelöschter Nutzer

vor 13 Jahren

Das isch ä schönä seich


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