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Schweizer Oscar-Hoffnung: Video-Interview mit Claude Barras zu «Mein Leben als Zucchini»

Irina Blum
News: Irina Blum

Das hat bisher noch kein Schweizer Film geschafft: Die Stop-Motion Produktion «Mein Leben als Zucchini» von Claude Barras wurde in der Sparte «Bester Animationsfilm» für die diesjährigen Oscars nominiert. Das kommt aber keinesfalls überraschend: Man sieht dem Film an, dass enorm viel Herzblut und Leidenschaft in das Projekt geflossen ist. Die Geschichte über den süssen Waisenjungen Zucchini mit den Segelohren und den markanten, blauen Haaren weiss es zudem, Kinder und Erwachsene gleichermassen für sich zu begeistern. Cineman hat den Macher des Films, Regisseur Claude Barras, anlässlich der Premiere von «Mein Leben als Zucchini» in Zürich zum Video-Interview getroffen.

Schweizer Oscar-Hoffnung: Video-Interview mit Claude Barras zu «Mein Leben als Zucchini»

Bunte Welt mit trister Thematik

Sie ist bunt, die Welt in «Mein Leben als Zucchini», und von lauter kleinen und liebevollen Details geprägt. Doch der Schein trügt, denn der Film ist keineswegs in Zuckerwatte gepackt, sondern spricht sehr ernsthafte Themen wie Kindesmissbrauch, Alkoholsucht und Einsamkeit an.

Die Geschichte dreht sich um Zucchinis Einzug in ein Waisenheim, nachdem seine Mutter unter tragischen Umständen gestorben ist. Dort trifft er viele Kinder, die ein ähnliches Schicksal getroffen hat und mit denen er eine tiefe Freundschaft entwickelt. Obwohl die Thematik sehr schwer ist, ist «Mein Leben als Zucchini» aber keineswegs nur ein trauriger, sondern ein hoffnungsvoller, bunter und sehr berührender Film, der einem während kurzweiligen 66 Minuten sowohl zum lachen als auch zum weinen bringt.

Claude Barras über Zucchini, seine Oscar-Vorbereitungen und Traurigkeit bei Kindern

Im Interview erklärt uns Claude Barras, wie ein Stop-Motion Film hergestellt wird, wie er sich vor den Oscars fühlt und wieso es wichtig ist, auch traurige Themen in Kinderfilme miteinfliessen zu lassen:

Publikumsliebling in der Westschweiz

Der Film konnte in der Westschweiz einen riesigen Erfolg verbuchen: über 100'000 Zuschauer wollten sich im Kino ein Bild vom Jungen Courgette, wie er auf französisch genannt wird, machen. Damit kann der Stop-Motion Film aus Schweizer Produktion locker mit gestandenen Animationsfilmen wie «Frozen» oder «Kung Fu Panda» mithalten. Er hat sich in der Romandie zudem zum erfolgreichsten Schweizer Film seit dem Jahr 2000 gemausert.

Zucchini auf grosser Reise: Kinostart in der Deutschschweiz und Oscarverleihungen

Diesen Donnerstag, 16. Februar startet Zucchini nun auch in der Deutschschweiz durch und wird das Publikum hoffentlich von sich begeistern. Und am 26. Februar wagt der Waisenjunge dann den Sprung über den Teich, um an den diesjährigen Oscarverleihungen anwesend zu sein. Wir drücken jetzt schon die Daumen – allez, Courgette!

16. Februar 2017

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