Die Drei ??? - Erbe des Drachen Deutschland 2023 – 100min.

Filmkritik

In der Burg des Vampirs

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

«Die drei ??? – Erbe des Drachen» ist der Neubeginn der Verfilmung der erfolgreichen Roman- und Hörspielreihe. Diesmal verschlägt es die Hobby-Detektive auf ein Filmset in Rumänien, wo ein Vampir sein Unwesen treiben könnte.

Justus, Peter und Bob sind geborene Detektive. Wenn etwas ungewöhnlich ist, weckt es ihr Interesse, und mehr als einmal führt das zu einem neuen Fall. Als die drei mit Peters Vater nach Rumänien fliegen, weil sie für ihn ein Praktikum bei der Produktion eines neuen Dracula-Films machen, ist es wieder so weit. Irgendetwas stimmt hier nicht. Was sind das für Geräusche, die man nachts hört? Was wissen die Bediensteten? Ist der Hausmeister ein Schurke? Und überhaupt: Könnte in dem Schloss von Vlad Draculea ein Vampir umgehen?

«Die drei ??? – Erbe des Drachen» ist nicht der erste Film mit den jugendlichen Ermittlern. Zwei andere gab es schon, dann schlummerte das Franchise und wird nun neu belebt. Kurioserweise mit einer Geschichte, die auf keinerlei Vorlage basiert. Man hat sich entschieden, eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Während das Schloss in Rumänien dabei für reichlich Lokalkolorit bürgt, leidet die Geschichte am Dracula-Ballast.

Einer der drei Jungs glaubt doch tatsächlich, ein Vampirzombie könnte sein Unwesen treiben, aber das lässt ihn dümmer erscheinen, als er sein sollte. Mit dem Gruselsetting gibt es auch ein paar unheimliche Szenen, die für die kleinsten Zuschauer schon etwas zu intensiv sein könnten. Die älteren Zuschauer werden sich dagegen an anderen Elementen des Films stören.

Dass die Hauptfiguren nun mal Amerikaner sind, lässt sich nicht ändern, es hat aber immer etwas Peinliches, wenn Deutsche versuchen, sich amerikanisch oder britisch zu geben – das mag zu Edgar-Wallace-Krimi-Zeiten in den 1960er Jahren noch gegangen sein, wirkte aber auch schon bei der Edelstein-Trilogie irritierend.

Wenig hilfreich ist dabei, dass die Geschichte auch nicht besonders packend ist. Schlimmer: Sie ist vorhersehbar. Allenfalls für eingefleischte Fans der drei Fragezeichen ist dieser Film noch halbwegs goutierbar. Ansonsten gilt aber leider auch: Es gab gerade auch in jüngerer Zeit weit, weit bessere Filme für ein kindliches Publikum.

23.01.2023

2

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Kommentare

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Isasei

vor einem Jahr

Super schöner Film und sehr gut in der Umsetzung. Würde auf jeden Fall den nächsten Teil schauen. Perfekt sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Kinospass für die ganze Familie.


Patrick

vor einem Jahr

Etwas Spannungs~Arm,aber dennoch ein Grusel~Spass für die ganze Familie bei dem ein cooler Soundtrack hin zu gefügt wurde.Die Darsteller spielen ordentlich. Fazit: Die Schluss~Szene macht Lust auf mehr,aber dan Bitte mit einem spannenderem Drehbuch!

Zuletzt geändert vor einem Jahr


descartesdanse

vor einem Jahr

Der Film muss (wie viele Filme, die Kinder wie auch die begleitenden Eltern bedienen) einen Spagat hinbekommen.
Ich beurteile den neuen Film allein aus Sicht eines langjährigen Fans der Bücher und vor allen Dingen der Hörspiele. Ich kann nicht einschätzen, wie amüsant einige filmische Passagen für die Kinder-Zielgruppe sind. Als "Kassettenkind" fallen mir einfach massive Veränderungen an der Freundschaft und Dynamik des Trios auf. So werden mehrmals -quasi aus dem Nichts- Konflikte und Frotzeleien bis an den Rand des Streits (und Zerwürfnisses) herauf beschworen. Nicht weil sich ein Konflikt aus der Story ergäbe, sondern eher, weil das Drehbuch jetzt ein entsprechendes dramatisches Intermezzo verlangt. (Ähnliches lässt sich über die fast schon aggressiv ablehnende Haltung von Peters Vater schreiben, der hier ein "synthetischer" Gegenspieler ist, der die Fähigkeiten seines Sohnes und dessen Freunde infrage stellt, während ihn die Hörspiele und Romane eher als "enabler" zeigen, der sehr wohl unterstützt, was die drei Fragezeichen tun und können.Mehr anzeigen


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